mini|hochkant|Schlageter-Denkmal auf dem Luhberg bei Peine mini|hochkant|In der Stadt Bonn und vor den Korporationshäusern verteiltes HJ-Flugblatt (Juni 1934), Verbal-Angriff auf die katholischen Studentenverbindungen. Der während der Ruhrbesetzung 1923 von der französischen Besatzungsmacht zum Tode verurteilte Albert Leo Schlageter wurde nach seiner Hinrichtung vor allem von rechten Kreisen zur Märtyrerfigur erhoben. Seit 1926 wurden erste Gedenkstätten errichtet. Der „Schlageter-Kult“ im nationalsozialistischen Deutschland führte zur Errichtung von schätzungsweise hundert Schlageter-Denkmälern, von denen noch etwa 20 existieren.Stefan Zwicker: Nationale Märtyrer: Albert Leo Schlageter und Julius Fucik. Heldenkult, Propaganda und Erinnerungskultur. Paderborn u. a. 2006, S. 95. Entsprechend wurden Straßen, Orte, Organisationen und Ähnliches oft nach Schlageter benannt. Nach 1945 wurden diese nach und nach in den meisten Fällen umbenannt. Die meisten Denkmäler existieren nur noch in rudimentären Resten oder sind weitgehend ungepflegt.

Denkmäler Eines der ersten Denkmäler für Schlageter wurde 1924 auf dem Kreuzberg bei Lohne (Oldenburg) errichtet. Weitere folgten 1926 auf dem Höllenberg bei Visselhövede, das die Jahreszahl der Errichtung auf seiner Rückseite trägt und im Juli 1927 in (Wuppertal-)Elberfeld.Ruth-Meyer-Kahrweg: Denkmäler, Brunnen und Plastiken in Wuppertal, Wuppertal 1991, S. 252–255, ISBN 3-87093-057-8. In Elberfeld, von wo aus Schlageter seine Sabotageaktionen gegen die französischen Besatzungstruppen unternommen hatte, war sein Leichnam nach dessen Exhumierung im Juni 1923 zunächst in der dortigen Stadthalle aufgebahrt worden.Stefan Zwicker: Nationale Märtyrer, S. 67 f.

Das größte Denkmal für Schlageter war das „Schlageter-Nationaldenkmal“ auf der Golzheimer Heide bei Düsseldorf. Initiiert worden war es durch Kreise um den Posener Oberbürgermeister Ernst Wilms. Ludwig Hügen nennt den Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen als treibende Kraft. Eingeweiht wurde das Denkmal innerhalb einer großen Aufmarschfläche am 23. Mai 1931. Es wurde vom Architekten Clemens Holzmeister entworfen und bestand aus einem 27 Meter hohen schlanken Stahlkreuz über einem großen Steinsarkophag, Hügen spricht von einem altarähnlichen Sockel. Dazu kamen ein unterirdischer Gedenkraum und ein kreisförmiger Hof in vier Metern Tiefe mit einem Durchmesser von 28 Metern. Das Denkmal wurde 1946 auf Veranlassung der britischen Besatzungsbehörden gesprengt.Ludwig Hügen, War Albert Leo Schlageter im März 1923 in Schiefbahn?, Heimatbuch des Kreises Viersen, Bd. 48, 1997, S. 206–210. Auf S. 209 eine Postkarte des Denkmals aus dem Karl Wallach Verlag, Düsseldorf abgebildet. Hügen verweist auf Michael Knauff, Das Schlageter-Nationaldenkmal auf der Golzheimer Heide in Düsseldorf. In: Geschichte im Westen. Heft 2, 1995, S. 168ff. An der Stelle, an der das Denkmal stand, wurde 1958 am Rande des Nordfriedhofs das Mahnmal Drei Nornen des Bildhauers Jupp Rübsam für die Opfer des Feldes, der Heimat und des politischen Terrors errichtet.

An einer Veranstaltung beim Schlageter-Denkmal auf dem Kreuzberg bei Lohne zum zehnten Todestag von Albert Leo Schlageter, die am 28. Mai 1933 stattfand, nahmen ca. 5000 Personen teil, vor allem Angehörige des „Stahlhelm“-Bundes, der SA und der Hitler-Jugend.Hubert Gelhaus: . Dissertation 2000, S. 319 (PDF, 3 MB)

88 der Schlageter-Denkmäler wurden durch Christian Fuhrmeister mit eventuellem Erhaltungszustand dokumentiert. Unter anderen sind zu nennen: mini|Schlageter-Stein an der Hanskühnenburg im Harz Schlageter-Gedenkstein in Berlin-WilmersdorfWie der Findling in der Wilhelmsaue vom Schlageter- zum Dorfaue-Gedenkstein wurde, abgerufen am 6. Februar 2023 Schlageter-Denkmal in Billerbeck/Westfalen, 1934 eingeweiht. Nach dem Krieg Entfernung der Inschrift, im Jahr 1953 Umwidmung zum „Kriegsgefangenen-Mahnmal“. Das Denkmal besteht aus mehreren aufeinander gestapelten Findlingen. Auf dem großen unteren Stein war die Inschrift angebracht (siehe Bild). Schlageter-Insel im Böhme-Wald in der Böhme in Soltau mit Stein ohne Inschrift Schlageter-Inschrift an einem abgelegenen Steinhang im Wald bei Bremke/Göttingen. Außer Name und Düsseldorf alle Worte ausgekratzt. Schlageter-Denkmal im KZ Dachau, Einweihung am 26. Mai 1933Stefan Zwicker: Nationale Märtyrer, S. 96. Schlageter-Denkmal in Bad Ditzenbach-Auendorf, 1986 als Beispiel aus der NS-Zeit in die Liste der historischen Kulturdenkmäler aufgenommen [:Datei:Schlageter Denkmal Auendorf29042018.png] Schlageter-Denkmal im Liethwald am Freibad in Bad Fallingbostel, Inschrift ausgemeißelt. Schlageter-Denkmal auf dem Großen Seeberg bei Gotha/Thüringen. Es ist unbekannt, wer das Denkmal aus einem Sandsteinblock zirka 2 Meter × 2 Meter errichtet hat. 1945 wurde die Gedenktafel entfernt und der Stein in der Mitte gespalten. Die Steinhälften sind noch am Standort vorhanden. Steinernes Denkmal auf dem (bis 1945) Schlageterplatz in Habelschwerdt/Schlesien (Grafschaft Glatz), ein am westlichen Stadtrand gelegener, mit alten Laubbäumen gesäumter Platz. Ein Stein mit schlichter, dunkler, eingelassener Tafel, darauf Name und Geburts- sowie Todesjahr Schlageters, kein NS-Emblem. Schlecht erhaltener Schlageter-Gedenkstein an der Hanskühnenburg im Harz. Der Stein wurde 2013 vom Grundstückseigentümer (Nationalpark Harz) entfernt. Schlageter-Ehrenmal im Innenhof des Konstanzer Rathauses (eine Reliefgedenktafel mit dem Heiligen Michael mit Schwert und Hakenkreuz als Sieger über einen Drachen). Geschaffen von Jakob Wilhelm Fehrle; 1945 zerstört. Schlageter-Gedenkstein auf dem Hörnchen bei Kindsbach (Pfalz); westlich Bärenlochweiher; Inschrift kürzlich freigelegt Schlageter-Gedenkstein auf dem Ellertstein bei Kleinostheim (Unterfranken). Einweihung am 1. Juli 1933. Schlageter-Denkmal auf dem Kreuzberg bei Lohne (Oldenburg). Einweihung 5. Oktober 1924.Christian Fuhrmeister: Gegen „Rechtlosigkeit, Verlumpung und Verweichlichung“: Das Schlageter-Denkmal auf dem Kreuzberg bei Vechta (1924). In: Oldenburger Jahrbuch. Jg. 100. 2000. S. 113–136; Joachim Kuropka: Die Steine auf dem Kreuzberg – Ein Denkmal für Schlageter – und für die treuen Zentrumswähler. In: Jahrbuch für das Oldenburger Münsterland 56, 2007; Gerhard Kaldewei: Das "Schlageter-Denkmal" auf dem Kreuzberg zwischen Vechta und Lohne in Südoldenburg (1924). In: Ders., Schwierige Schauplätze. (NS-)KultStätten in Nordwestdeutschland, Oldenburg 2016, S. 98–116. Schlageter-Stein in Marienmünster, ein grabsteingroßer Stein am Hungerberg mit der Inschrift Dem deutschen Helden Schlageter. Schlageter-Stein in Neustettin in den Neustettiner Parkanlagen. Dieses Denkmal existiert heute nicht mehr. Schlageter-Stein in Nordhausen, aufgestellt im Stadtpark, am 27. Mai 1945 entferntPeter Kuhlbrodt: Inferno Nordhausen. Nordhausen 1995. S. 50 Schlageter-Stein in Northeim in der Wieterstraße mit der Inschrift „Niemals vergesse – Albert Leo Schlageter – gemordet von Franzosen am 26. Mai 1923“. Errichtet anlässlich seines zehnten Todestages 1933. Inschrift 1945 entfernt, 1956 mit neuer Inschrift „Albert Leo Schlageter – geb. 12.8.1894 – gest. 26.3.1923“ versehen. 1971 auf die Wilhelmswiese oberhalb der Stadt versetzt. Er wurde 1989 auf Ratsbeschluss entfernt und anschließend „geschrotet“.Ruth Röwer-Döhl, Mehr Kunst in der Stadt, in: Northeim im 20. Jahrhundert, hg. v. Heimat- u. Museumsverein für Northeim u. Umgebung e. V., 2002, S. 506.Ekkehard Just: Der Schlageterstein in Northeim 1933 bis 1989. In: Heimat- und Museumsverein für Northeim und Umgebung e. V. (Hrsg.): Northeimer Jahrbuch 2023 – Zeitschrift für Heimatforschung, Denkmalpflege und Naturschutz, 88. Jg. (2023), ISSN 0936-8345, S. 94–115. Schlageter-Denkmal als Holzkreuz auf dem Hauptmann-Loeper-Berg (heute Weinberg) in der Hansestadt Osterburg. Schlageter-Kreuz auf dem Hammerberg oberhalb Passau: errichtet 1933, bestand bis 1957, wurde in diesem Jahr ersetzt durch das Ungarn- oder Stephanskreuz zum Gedenken an den Ungarnaufstand von 1956 wegen der geografischen und historischen Nähe der Stadt zu Ungarn. (Die selige Gisela, Herzogstochter von Bayern und Witwe des heiligen Ungarnkönigs Stephan, ist in Passau begraben; das Bistum Passau reichte im Mittelalter bis nach Ungarn.) Schlageter-Denkmal auf dem Luhberg bei Peine-Stederdorf, 3 m hoher Findlings-Stein, initiiert 1925 vom Jungdeutschen Orden. Schlageter-Denkmal auf dem Weinberg bei Perleberg (Prignitz), bestehend aus einer Steinsäule mit Holzplatte, in die Name, Geburtsdatum und Todesdatum eingeschlagen sind. Das Denkmal ist in einem Wald versteckt. Schlageter-Stein in Plau am See am Klüschenberg, großer Findling nach 1945 dort vergraben. Der Plan, den Findling als Naturdenkmal auszugraben, scheiterte vor wenigen Jahren an Bedenken, jemand könnte sich an die einstige Widmung erinnern und eine öffentliche Diskussion um Schlageter hervorrufen. Schlageter-Denkmal auf dem Jakobsberg in Porta Westfalica. Erbaut um 1933/34 aber seinerzeit nicht vollendet. 1958 von der Stadt Hausberge zum Aussichtsturm mit Plattform auf dem Sockel umgebaut und für Besucher zugänglich gemacht auf 6 Meter höhe. mini|Schlageter-Denkmal in Schönau im Schwarzwald Schlageter-Denkmal auf dem Letzberg in seiner Heimatstadt Schönau im Schwarzwald im Schwarzwald. Der Obelisk aus Granit wurde 1926 eingeweiht und 1937 für ein nicht fertiggestelltes größeres Denkmal abgerissen. Schlageters Grab in Schönau wird zwar weiterhin gepflegt, das unvollendete Denkmal für ihn bleibt jedoch eine Ruine, ohne Infotafel. Schlageter-Denkmal in Siegen, das am 28. Mai 1933 im Weidenauer Tiergarten anlässlich des 10. Todestags Schlageters eingeweiht werden sollte. Die Einweihung des von der regionalen Bruderschaft des Jungdeutschen Ordens erstellten Denkmals wurde aber von der Weidenauer Polizeibehörde auf höhere Weisung verboten. Die gusseiserne Plakette mit Schlageters Namen und dem Ordenskreuz wurde von den Nazis durch eine gleich große Plakette allein nur mit einem Hakenkreuz ersetzt. Die Denkmalreste wurden 1985 endgültig abgeräumt. Schlageter-Denkmal in St. Peter im Schwarzwald, in der Nähe der Gschwanderdobelhütte. Es liegt an einem Wanderweg und ist gut erhalten. Schlageter-Denkmal auf dem Höllenberg bei Visselhövede, Kreis Rotenburg/Wümme, ein zirka 4 Meter hohes Steindenkmal.regionaler Zeitungsbericht über eine künstlerische Aktion am Denkmal (abgerufen am 21. Februar 2012) Das Hakenkreuz wurde durch Ausmeißeln entfernt, kurz darauf wieder nachgezeichnet. Später der Schriftzug mit Zement abgedeckt, zwischenzeitlich aber wieder freigelegt. Schlageter-Stein in Wardböhmen bei Celle (Neu-Errichtung 2012) Schlageter-Stein in Weimar, ein am 23. Mai 1931 eingeweihtes, vom Wehrwolf-Verband aus Halle errichtetes Denkmal. Schlageter-Denkmal in Witten, 1926 ursprünglich als Republikanerdenkmal eingeweiht, von den Nationalsozialisten umgestaltet und später wieder seinem ursprünglichen Ansinnen gewidmet. mini|Schlageter-Denkmal in Billerbeck mini|Schlageter-Denkmal auf dem Jakobsberg im Wesergebirge an der Porta Westfalica.

mini|hochkant|Schlageter Gedenkstein auf dem Höllenberg mit Spuren des „Heldengedenktages“ 2020.

Namenspatenschaften mini|hochkant|Phlox paniculata „Albert Leo Schlageter“

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden nach Schlageter unter anderem Truppenverbände, Kasernen und Rüstungsgüter benannt: (nach Jahren geordnet) 1925: Die Züchtung einer Flammenblume, Phlox paniculata, wurde von ihrem Züchter, Georg Arends, „Leo Schlageter“ (zunächst noch ohne „Albert“), benannt.Jonas Reif: Pflanzen mit Geschichte(n): Plox paniculata 'Albert Leo Schlageter' von Georg Arends. In: Gartenpraxis 11-2017. , S. 13. 1932: Die erste Gauführerschule der Hitlerjugend in der Burg Campen erhielt den Namen Albert-Leo-Schlageter-Haus. 1933: