mini|Revers einer Carte Cabinet mit Abbildung der Auszeichnungen mini|Konrad Koch Brustbild (vignettiert), Jean Baptiste Feilner, Braunschweig (o. J.) mini|Anzeige in: „Braunschweigisches Adreß-Buch für das Jahr 1894“

Jean (Johann, Juan) Baptiste (Baptist) Franz Feilner (* 12. Februar 1844 in Bremen; † 29. September 1912 in FreiburgiB)Sterbebucheintrag Reg.Nr. 1240/1912 war ein Fotograf, unter dessen Namen Ateliers in verschiedenen Städten betrieben wurden.

Leben Über das Leben und Wirken von Jean Baptiste Feilner ist nur wenig bekannt. Sein Vater war der Maler, Zeichner und spätere Daguerreotypist Johann Everhard Feilner, der einer der ersten in Bremen war, der sich der Fotografie zugewendet hatte. Ob und welche Ausbildung Jean Baptiste hatte, ist nicht bekannt. 1867 hatte er einen Pass beantragt, um nach Wien zu reisen, möglicherweise um bei einem Photographen in die Lehre zu gehen. Im Bremer Adressbuch von 1869 findet sich erstmals der Hinweis „Photographie-Atelier“ hinter seinem Namen. In den folgenden sechs Jahren wechselte die Adresse nahezu jährlich.Diese Tatsache lässt den Schluss zu, dass er zunächst kein eigenes Atelier besaß, in dem er fotografische Aufnahmen machen konnte, sondern das anderer Photographen nutzte. Eine Übernahme der „Firma“ des Vaters im Jahr 1869, wie Fritz Kempe schrieb,Daguerreotypie in Deutschland, S. 180. ergibt sich daher nicht. Jean Baptiste Feilner annoncierte von Beginn an unter eigenem Namen.

Im Frühjahr 1872 eröffnete er in Wien am Getreidemarkt ein fotografisches Atelier und im Herbst ein zweites in der Mariahilfer Hauptstraße.Eingesendet. In: Wiener Kunsthalle, Nr. 20, 13. November 1872, S. 157, . Wo Feilner tatsächlich fotografiert hat oder wo er sich durch Operateure hat vertreten lassen, ist nicht bekannt. Ab dem Jahrgang 1875 wird der Fotograf „Johann Feilner“ nicht mehr im Namensverzeichnis des Wiener Adressbuches aufgeführt. Feilner hatte im selben Jahr in Bremen im Wall 185 ein praktikables Atelier gefunden oder gebaut. Unter dieser Adresse war er bis zum Jahr 1883 verzeichnet.

Im Jahr 1878 ging Feilner eine Partnerschaft mit dem Photographen Louis Oscar GrienwaldtDeutsche Fotothek: Datensatz zu Louis Oscar Grienwaldt. ein. Unter dem Namen „Feilner & Grienwaldt“ wurden fotografische Artikel angeboten. Die Geschäftsadresse war identisch mit der des Ateliers von Grienwaldt „Wall 86“. Seit 1864 hatte Grienwaldt hier ein Atelier betrieben. Diese Geschäftsbeziehung wurde 1883 beendet.

Am 8. Januar 1880 zeigte „B. Feilner“ (=Jean Baptiste Feilner) in der in Oldenburg erscheinenden Zeitung Nachrichten für Stadt und Land an, er habe in der Staustraße 25 ein neueingerichtetes Atelier unter dem bekannten Namen „Feilner’s photographisches Institut“ eröffnet.(Anzeige) Photographie. In: Nachrichten für Stadt und Land. Zeitschrift für oldenburgische Gemeinde- und Landesinteressen. 8. Januar 1880, S. 4. Der Name war hier bekannt, weil der Vetter Hans Jürgen Feilner am 1. Juni 1873 das fotografische Atelier im Hause der Witwe Cohn in Oldenburg in der Staustr. 8 übernommen und neu eröffnet hatte.(Anzeige) Photographie !. In: Nachrichten für Stadt und Land. Zeitschrift für oldenburgische Gemeinde- und Landesinteressen. 5. Juni 1873, S. 3 Mit der Adresse Staustrasse 8 hatten zunächst im Juni 1868 der Fotograf E. Lewak, anschließend im November 1869 der Fotograf W. Frank und noch im März 1873 der Fotograf Joseph von der Forst angezeigt. Im April 1874 hatte Hans Jürgen Feilner, der zwischenzeitlich seine Zusammenarbeit mit Albert (Joseph) Stahmer bekannt gegeben hatte, das Atelier an den inneren Damm 12 verlegt.Anzeige. In: Nachrichten für Stadt und Land. Zeitschrift für oldenburgische Gemeinde- und Landesinteressen. 25. April 1874, S. 4 Anfang Dezember 1879 meldete Hans Jürgen Feilner Konkurs an. Ende Mai 1880 wurde das Inventar der Photographen Feilner & Stahmer versteigert.(Anzeige) Öffentlicher Verkauf. In: Nachrichten für Stadt und Land. Zeitschrift für oldenburgische Gemeinde- und Landesinteressen. 20. Mai 1880, S. 3 Albert Stahmer zeigte am 8. Juni 1880 an, dass er die Platten von Feilner's photographischem Institut übernommen habe,Anzeige: „Photographie“. In: Nachrichten für Stadt und Land. Oldenburger Zeitung für Volk und Heimat. 8. Juni 1880, S. 4 und führte das Geschäft an selber Stelle unter eigenem Namen fort.

Für einen Filialbetrieb, wie ihn Jean Baptiste Feilner im Lauf der Jahre aufgebaut hatte, gilt, dass die Urheberschaft seiner Fotografien kaum zu ermitteln ist.

Im Jahr 1883 war Feilner nach Braunschweig gezogen, Gründe dafür sind nicht bekannt.Im Straßen/Bewohnerverzeichnis der Ausgabe des Braunschweiger Adressbuches von 1882 findet sich unter Wilhelmstr. 88 der Hinweis auf das Atelier von Feilner. Hier übernahm er das Atelier, denn der Fotograf Hermann Reuter betrieb 1876 in der Wilhelmstraße 88 nachweislich ein Atelier. Die Adresse blieb bis 1900. Nicht eindeutig ist die Angabe seiner Atelierbezeichnung: nennt er sich zu Beginn „A. Reuter Hofphotograph Nachfolger“, wie man die Angabe auf dem Revers einiger Fotografien deuten könnte, oder nutzt er seinen Namen, wie Einträge in den Adressbüchern belegen.

1888 verkaufte J. B. Feilner die Oldenburger Filiale, um in der Stadt Emden eine neue zu eröffnen. Dort übernahm er das Atelier des Photographen und Malers Bernhard Mateling.

Der letzte Eintrag von Jean Baptiste Feilner im Bremer Adressbuch findet sich im Jahr 1896. Die private Adresse war „Wall 185“. Gründe für den Weggang Feilners aus Bremen sind nicht bekannt. Ebenso gab er seine Mitgliedschaft des Naturwissenschaftlichen Vereins zu Bremen auf. Einunddreissigster Jahresbericht des Naturwissenschaftlichen Vereins zu Bremen, C. Ed. Müller, Bremen 1896, S. 13, . Feilner hatte für sich und seine Frau einen Pass für die Ausreise nach Italien beantragt. Das Ziel ist nicht bekannt. Die Frage, ob dieser Abschied gleichbedeutend mit seinem Rückzug aus der Tätigkeit als Fotograf war, muss bisher unbeantwortet bleiben. Feilner war einer von wenigen Filialisten. Im Vergleich zu Wilhelm Höffert, der ein Filialnetz in großen deutschen Städten aufgebaut hatte, hatte sich Feilner auf Orte in Niedersachsen beschränkt.

Käufer des Ateliers, das ab 1896 den Namen „Jean Baptiste Feilner Nachfolger, Photographisches Atelier“ trug, war gemäß der Einträge in den Bremer Adressbüchern Fritz Krüger gewesen, der im selben Jahr zum Hofphotografen ernannt worden war.Photographische Mitteilungen, 33. Jg., 1897, S. 362. Krüger verkaufte das Atelier im Jahr 1907 an Oscar Ernst Hense, der es unter Beibehaltung des Namens weiterführte.

1899 beantragte er ein weiteres Mal einen Pass. Zu diesem Zeitpunkt wohnte er als Bremer Bürger in Braunschweig. Das Ziel seiner Reise lautete lediglich „Ausland“.

Feilner war um 1901 nach München gezogen. Nachweislich des Adressbuchs für die Stadt München hatte „Johann Baptist Feilner“, wie die Einträge lauteten, von 1902 bis 1906 am Thierschplatz und bis 1910 in der Herzog Rudolfstraße gewohnt. Einen Eintrag als Inhaber oder Betreiber eines fotografischen Ateliers wurde nicht ermittelt. Anschließend war er vermutlich nach Pöcking gezogen. Dieser Hinweis ist einem Eintrag unter dem Patent „D.R.P. 235516 ausgestellt am 27. Apri 1909“ zu entnehmen. Feilner hatte sich anscheinend der Entwicklung und Erfindung neuer fotografischer Techniken zugewandt. Es findet sich noch ein weiteres Patent: „D.R.P. 252688 ausgestellt am 2. März 1911“.

Anhand der Auszeichnungen, die Feilner im Laufe der Jahre erhielt, ist zu erkennen, dass sein besonderes Interesse der Porträtfotografie galt. Dafür spricht, dass Feilner 1878 ein spezielles Abtönungsverfahren bei Porträtvignetten zum Patent angemeldet hatte.Man sprach in der Fotografie von vignettierten Aufnahmen, wenn z. B. bei einer Porträtaufnahme, die nur den Kopf abbildete, dieser verlaufend freigestellt worden war. Vignettierte Porträtaufnahmen war eine Modeerscheinung.Rudolf Biedermann: Technisch Chemisches Jahrbuch 1882-1883, 5. Jg., Julius Springer, Berlin 1884, S. 513, Feilner war seit 1886 Hofphotograph des Erbgroßherzogs von Oldenburg.Nachrichten für Stadt und Land, Nr. 146, 14. Dezember 1886.

Feilner war Verleger von Ansichtskarten. Es sind nur wenige Exemplare bekannt.

Der überwiegende Teil der Auszeichnungen, die Feilner auf den Revers seiner Fotografien angegeben hatte, sind dort auf das Jahr 1879 datiert: Sidney,In Sidney hatte eine als „australische Weltausstellung“ bezeichnete Ausstellung stattgefunden. Neapel, Amsterdam, Hannover und Dresden. Weiter Medaillen erhielt Feilner 1880 in Melbourne und 1881 in Hamburg, Frankfurt und Wien. Da diese Angaben werblichen Zwecken dienten, wurden mitunter Auszeichnungen von Operateure abgebildet, die bei Feilner arbeiteten.Julius Schaarwächter: Correspondenz. In: Photographische Mitteilungen, 13. Jg., Robert Oppenheim, Berlin 1877, S. 231 ff. , (Schaarwächter klagt über den schlechten Umgang Feilners mit der „Wahrheit“.)

In der Familie Feilner gab es weitere Mitglieder, deren Interesse der Fotografie galt. So verzeichnete das Bremer Adressbuch für die Jahre 1860 und 1861 einen Photographen Johann Matthias Feilner, möglicherweise ein Sohn des Buchdruckers Franz Feilner. Ein weiterer Sohn war der Maler Hans Jürgen Feilner, der 1873 in Oldenburg „Feilner’s photographisches Institut“ eröffnet hatte. Größere Bedeutung erlangte Anna Feilner, die eine Tochter von Johann Everhard Feilner jun. war.Kirchliche Nachrichten. Beerdigt: „[…] Johann Eberhard Feilner, Photograph, 38 F., 23 T“. In: Nachrichten für Stadt und Land. Oldenburger Zeitung für Volk und Heimat. 12. April 1877, S. 2 Sie betrieb ein Atelier in Oldenburg. Ihre Leistungen wurden mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt.

Jean Baptiste Feilner war verheiratet mit Charlotte, geb. Lemcke (1859–1927). Ihre Tochter Catharine Christine Wilhelmine war 1881 geboren worden und der Sohn Eberhard Alexander 1883.Catharine trat als Sängerin hervor und heiratete 1908 den Sänger Heinrich Knote (1870–1953). Feilner verstarb in Freiburg, letzter Wohnort war Pöcking.

Ab 1912 war als Eintrag im Adressbuch der Stadt München Alexander Feilner (Photochemiker) zu finden. 1918 lautete ein Eintrag: „Fa. A. E. Feilner & Co Fabrikation photographischer Bedarfsgegenstände“, (Inhaber Alexander Eberhard Feilner (Fkft/M), Karl Seidel und Marie Brandstetter). Die Hintergrundfolien von A. Feilner & Co in München. In: Photographische Korrespondenz. 51. Jg., 1914, S. 133

Jean Baptiste Feilner – Ateliers und Filialen Bremen, mit Adresse Wall 154 im Jahr 1869, mit Obernstraße 42 im Jahr 1870, mit Obernstraße 48 im Jahr 1871 und 1872, mit Wall 158 im Jahr 1873, mit Wall 165 im Jahr 1874 und im Wall 185 von 1875 bis 1883. Für die Folgejahre war die Adresse des Ateliers Richtweg 6b.Angaben dem jeweiligen Alpahbetischen Verzeichnis der Einwohner entnommen. Wien (1872–1874), mit Adressen Getreidemarkt 3 und Mariahilfer Hauptstraße Hannover, Georgstraße 1 (1890–1891), Georgstraße 25 ab 1892.In unmittelbarer Nähe in der Georgenstraße 24 hatte ab 1906 Hugo Julius ein plotographisches Atelier betrieben. Ab 1893 war der Fotograf Ernst Burgdorf Inhaber von „J. B. Feilner Nachfolger“, ab 1900 Bruno Weise.Angaben den Adressbüchern (Gewerbe- und Straßenverzeichnis) für Hannover entnommen. Braunschweig (1883–1911), „südliche“ Wilhelmstraße 88 und Bohlweg 46, 1. Etage. Feilner hatte 1883 seine Emigration von Bremen nach Braunschweig beantragt. Nachweislich der Braunschweiger Adressbücher hatte Feilner 1884 das Atelier des Photographen August Reuter übernommen und unter „A. Reuter Nachf.“ bis zum Jahr 1900 in der Wilhelmstraße 88 betrieben. Ab dem Jahr 1900 verlegte er sein Atelier in die 1. Etage im Bohlweg 46. Von 1900 bis 1902 lässt sich der Fotograf Hugo Julius als Geschäftsführer nachweisen. 1911 verkaufte er das Atelier an Dietrich Driebe.Photographische Chronik, 18. Jg., 1911, S. 565. Oldenburg (1880–1888) zunächst Staustraße 25, dann Rosenstraße 29 in Teilhaberschaft mit August Mohaupt bis 1910.