Jacobus-Willem „Co“ Hoedeman (* 1. August 1940 in Amsterdam; † 26. Mai 2025) war ein niederländischer Animator, der seit 1965 in Kanada lebte und arbeitete.
Leben Hoedeman brach mit 15 Jahren die Schule ab und begann, seinen Lebensunterhalt als Retuscheur von Fotos in einer Druckerei zu verdienen.Hoedeman, Jacbous-Willem (Co). In: Jeff Lenburg: Who’s who in animated cartoons. Applause, New York 2006, S. 142. Er wandte sich der Filmarbeit zu und erlernte die Grundkenntnisse des Filmemachens in verschiedenen kleinen Firmen, so arbeitete er als Animationsassistent bei Multifilm, dem späteren Cinecentrum.Vgl. tiff.net (im Internet Archive) Parallel dazu besuchte er Abendkurse an der School of Fine Arts in Amsterdam und der School of Photography in Den Haag, und im Alter von 25 Jahren ging Hoedeman 1965 nach Kanada und wurde am National Film Board of Canada als Produktionsassistent angestellt. Sein Filmdebüt gab er 1967 mit dem Lehrfilm Continental Drift, 1969 folgte der erste Kurzspielfilm in der französischsprachigen Sparte des NFB, Oddball, ein Film mit Marionetten aus Draht.
Hoedemann ging 1970 für vier Monate in die Tschechoslowakei, wo er Puppenanimation studierte. Zurück in Kanada ließ er sich von der Kunst der Iqaluit und der Puvirnituq zu einer Reihe von Kurzanimationsfilmen unter dem Titel An Eskimo Legend inspirieren, die sich mit Sagen der Inuit befassen. Dafür arbeitete er eng mit Inuit-Künstlern zusammen.NFB/Co Hoedeman. In: Anima Mundi (Hrsg.), Julius Wiedemann (Bearb.): Animation Now! Taschen, Köln u. a. 2004, S. 325. Sein größter Erfolg wurde 1978 der Stop-Motion-Kurzfilm Le château de sable, für den Hoedeman unter anderem mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Neben Stop-Motion arbeitete Hoedeman in seinen Filmen auch mit Cut-Outs, Computeranimation und 3D-Modellen, darunter Holzpuppen (Matrioska). In Tchou-Tchou aus dem Jahr 1972 wurden hingegen ausschließlich bunte Holzbausteine animiert. Von 1998 bis 2004 entstanden vier Animationsfilme für Kinder um den Teddy Ludovic, deutsch Benedikt, und seine ausgestopften Spielzeugfreunde. Ludovic setzt sich dabei mit für ihn neuen Emotionen wie Trauer und Reue auseinander.
Neben Regiearbeiten für eigene Filme arbeitete Hoedeman auch mehrfach mit anderen Filmemachern zusammen. Er war Kameramann beim Oscar-nominierten Stop-Motion-Film Monsieur Pointu (1975) und arbeitete als Animator an Une histoire comme une autre von Paul Driessen. Der Dokumentarfilm Co Hoedeman, animateur widmete sich 1980 Hoedemans Schaffen.
Die Filme Hoedemans haben erzieherischen Charakter und stellen humanistische Werte in den Vordergrund: „Umweltschutz, soziale Eingliederung, Respekt für Vielfalt, Frieden“„… promote strong humanitarian values: ecology, social inclusion, respect for diversity, peace.“ Vgl. „Mit seinen vergleichsweise einfachen und magischen Geschichten bezweckt Hoedeman, den erwachsenen Zuschauer zurück in den ‚Garten unserer Kindheit‘ zu lenken“, so Animation Now! Das NFB nannte ihn in einer Besprechung einen „Animations-Zauberer“.„An animation wizard“ Vgl.
Filmografie 1967: Continental Drift 1968: Le Beau Plaisir – nur Animator 1969: DNA – nur Kameramann 1969: Oddball 1970: Matrioska 1971: Le hibou et le lemming: une légende eskimo 1972: Tchou-Tchou 1973: Le Hibou et le corbeau: une légende eskimo 1975: L’homme et le géant : une légende eskimo 1975: Lumaaq: une légende eskimo 1978: Le château de sable 1980: Le Trésor des Grotocéans 1980: Canada Vignettes: Dancing Dolls – nur Animation 1981: Une histoire comme une autre – nur Animation 1984: Masquerade 1988: Charles et François 1989: La boîte 1992: Ours renifleur 1997: Le jardin d'Écos 1998: Ludovic – Une poupée dans la neige 1999: Coucou l’ourson! 2000: Ludovic – Un crocodile dans mon jardin 2001: Ludovic – Des vacances chez grand-papa 2002: Ludovic – Un vent de magie 2004: Le théâtre de Marianne 2011: 55 Socks
Auszeichnungen (Auswahl) 1971: BAFTA-Nominierung für Continental Drift 1977: Cristal d’Annecy, Festival d’Animation Annecy, für Le château de sable 1978: Oscar, Bester animierter Kurzfilm, für Le château de sable 1978: BAFTA-Nominierung, Bester Kurzfilm, für Le château de sable 1997: Erster Preis, Kategorie „Kurzfilm“, auf dem Montréal World Film Festival, für Le jardin d'Écos 2000: Genie-Nominierung für Une poupée dans la neige
Literatur Hoedeman, Jacbous-Willem (Co). In: Jeff Lenburg: Who’s who in animated cartoons. Applause, New York 2006, S. 142–144. NFB/Co Hoedeman. In: Anima Mundi (Hrsg.), Julius Wiedemann (Bearb.): Animation Now! Taschen, Köln u. a. 2004, S. 324–327.
Weblinks
Co Hoedeman beim NFB Co Hoedeman auf Canadian Film Encyclopedia (englisch, im Internet Archive) Co Hoedeman auf The Canadian Encyclopedia (englisch, im Internet Archive)
Einzelnachweise
Kategorie:Person (Animation) Kategorie:Oscarpreisträger Kategorie:Niederländischer Emigrant in Kanada Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1940 Kategorie:Gestorben 2025 Kategorie:Mann