Neuses bei Ansbach (amtlich Neuses b.Ansbach, oft auch als Ansbach-Neuses bezeichnet, fränkisch NaisesE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 141.) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Neuses b.Ansbach hat eine Fläche von 8,264 km². Sie ist in 1246 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6632,51 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Strüth und Wasserzell und die Wasserzeller Mühle.

Geografie Durch das Dorf fließt die Fränkische Rezat. Im Norden gibt es eine Schwedenschanze (), östlich davon liegt das Waldgebiet Stammholz, noch weiter nördlich befindet sich der Eulengraben. Der Ort bildet mit dem südöstlich gelegenen Ansbach eine geschlossene Siedlung. Er liegt an der Bundesstraße 13, die nach Ansbach (1,7 km südöstlich) bzw. nach Lehrberg (5 km nordwestlich) führt. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Wasserzell (1,2 km nordwestlich).

Geschichte Im Jahre 1132 wurde ein „Chunrat de Niusaze“ urkundlich erwähnt. Dies ist zugleich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes. Es handelte sich um einen Herrensitz; der erwähnte Chunrat war vermutlich ein Burgvogt der Herren von Dornberg. Wie bei allen Orten, die Neuses heißen, bedeutet der Ortsname neuer Sitz. Neuses ist – schon dem Namen nach zu schließen – eine Spätsiedlung, die nicht wesentlich vor der urkundlichen Ersterwähnung entstanden ist.Georg Rusam: Grundlagen und Anfänge kirchlicher Organisation an der mittleren Rezat, in: Zeitschrift für bayerische Kirchengeschichte, Band 17, 1949, S. 71 (Digitalisat).

Gottfried Stieber beschrieb den Ort in seinem 1761 erschienenen Werk „Historische und topographische Nachrichten von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach“ folgendermaßen:

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Neuses 15 Mannschaften verzeichnet. Grundherren waren das Hofkastenamt Ansbach (3 Höfe, 1 Gut, 1 Gütlein), das Stiftsamt Ansbach (4 Anwesen), der Bürgermeister und Rat zu Ansbach (2 Anwesen), die Familie Flechtner (2 Anwesen), der Eigenherr Michael Weiß (1 Anwesen) und die Fürstlichen Kinder (1 Anwesen). Außerdem gab es ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 128, 2344. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 689.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Neuses 17 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 2 Höfe, 5 Söldengüter, 1 Wirtschaft, 1 freies Schutzgut; Stiftsamt Ansbach: 3 Söldengüter, 1 Tafernwirtschaft, 1 Bäckerhaus; Ansbacher Rat: 2 Söldengüter) und der Ansbacher Eigenherr Albert (1 Gut). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 892. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach. Der Gipsabbau spielte zu dieser Zeit eine wichtige Rolle.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 774 f.

Im Jahre 1806 kam Neuses an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Neuses dem 1809 gebildeten Steuerdistrikt Schalkhausen zugeordnet. Am 23. Juni 1810 erfolgte die Neubildung des Steuerdistrikts Neuses bei Ansbach, zu dem Hürbel am Rangen, Schmalenbach, Schmalenbacher Mühle, Wasserzell und Wasserzeller Mühle gehörten. Die Ruralgemeinde Neuses entstand 1811Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Ansbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ansbach (1919 in Finanzamt Ansbach umbenannt). Im Zuge des Zweiten Gemeindeedikts (1818) erfolgte die Umgemeindung des Ortes Strüth von Hennenbach nach Neuses und der Orte Hürbel, Schmalenbach und Schmalenbacher Mühle von Neuses nach Lehrberg. Ab 1862 gehörte Neuses zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Ansbach, von 1870 bis 1879 war das Stadt- und Landgericht Ansbach zuständig, seit 1880 ist es das Amtsgericht Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1003. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 8,330 km².

1957 wurde der Gemeindename von Neuses nach Neuses bei Ansbach geändert. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Neuses mit seinen Gemeindeteilen am 1. Juli 1972 nach Ansbach eingemeindet.

Baudenkmäler In Neuses gibt es neun Baudenkmäler: Rezatstraße 9: zweigeschossiger Massivbau mit Walmdach und Schleppgauben sowie geohrter Tür mit brandenburgischem Wappen, bezeichnet 1791 Rothenburger Straße 16 (ehemals Markgräfliches Gutshaus): seit 1699 im Besitz der Freiherren v. Seefried, zweigeschossiger Massivbau des 18. Jahrhunderts mit rustizierten Ecklisenen und Walmdach mit Schleppgauben. Zugehörige gleichzeitige Fachwerkscheune mit Krüppelwalm und Schleppgauben. Rothenburger Straße 18: Bauernhaus mit Scheune Rothenburger Straße 20: Ehemaliges Gasthaus mit Scheune Rothenburger Straße 22: Ehemaliges Bauernhaus mit Scheune und Einfriedung Rothenburger Straße 55 (ehemals Gästehaus der Markgrafen, später Gasthaus zum roten Adler): zweigeschossiger Massivbau des 18. Jahrhunderts mit Putzfeldergliederung, rustizierten Ecklisenen, Walmdach und Stichbogenportal mit gerader Verdachung Rothenburger Straße 57: Ehemaliges Bauernhaus Rothenburger Straße 63: Wohnhaus mit Scheune Rezatbrücke der Barockzeit mit zwei gemauerten Bögen und Brüstung aus Sandsteinquadern

Bodendenkmäler In der Gemarkung Neuses gibt es sieben Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Neuses Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 349 323 361 344 338 339 374 383 386 390 377 371 353 347 372 408 424 424 432 609 633 629 746 957HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 60 60 61 61 60 64 64 84 112 Quelle Für die Gemeinde Neuses zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Strüth (S. 90) und Wasserzell (S. 100). Im Historischen Gemeindeverzeichnis hat die Gemeinde 346 Einwohner.

Ort Neuses Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 113 108 128 142 142 138 171 323 399 710 895Häuser 19 22 22 24 25 45 66 154Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannis (Ansbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1132 Kategorie:Gemeindegründung 1811 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Ort an der Fränkischen Rezat Kategorie:Gemarkung in der kreisfreien Stadt Ansbach