Die Liste der Windkraftanlagen von Enercon führt alle Typen von Windkraftanlagen des Auricher Herstellers Enercon auf. Sie umfasst neben technischen Daten zu den Typen auch Angaben zu Standorten einzelner Anlagen.
EP 2-Klasse E-82 mini|hochkant|E-82 in der Nähe von Sommerhausen
Von der E-82 existieren verschiedene Versionen mit unterschiedlicher Nennleistung und Windklassen-Eignung. Insgesamt wurden bis Dezember 2013 ca. 5.300 Anlagen dieser Baureihe errichtet. Nachfolgemodell der E-66; Binnenlandversion der E-70 mit 82 m Rotordurchmesser, neuem Rotorblattdesign und Maschinenhaus mit Aluminium-Verkleidung (bei den Vorgängern war es aus GFK) Prototypen: Dezember 2005 in Simonswolde, Gemeinde Ihlow, Ostfriesland; zweite Anlage Anfang 2006, Steinkopfinsel, Magdeburg-Rothensee, Markteinführung Mitte 2006 Bis April 2019 wurden 4.006 Anlagen errichtet. Getriebelose Anlage Nennleistung: 2000 kW Einschaltgeschwindigkeit: 2,5 m/s Abregelwindgeschwindigkeit: 28–34 m/s Nabenhöhe: 78 m / 85 m / 98 m / 108 m / 138 m
E-82 E2 mini|hochkant|E-82 E2 im Windpark Neuerkirch
Bei der E-82 E2 handelt es sich um eine Variante der E-82, die über eine um 300 kW erhöhte Nennleistung verfügt. Die leichte Leistungssteigerung wird durch eine Optimierung der Luftkühlung ermöglicht; die Gusskomponenten wurden für die halbautomatisierte Fertigung in der Enercon-eigenen Gießerei optimiert. Turmsysteme, Rotorblätter und Windklasseneignung sind identisch zum Typ E-82 2,0 MW. Der Prototyp wurde im Januar 2009 in Fiebing errichtet, die Anlage befindet sich in Serienfertigung.
Laut Enercon beträgt der Primärenergiebedarf für den Lebenszyklus einer E-82 E2 auf einem 97-m-Betonturm 2880 MWh. Da eine E-82 E2 auf typischen Standorten im Binnenland 101.990 MWh erzeugen kann, ergibt sich damit ein Erntefaktor von 35,4. In Küstennähe (117.500 MWh) liegt der Erntefaktor bei 40,8, direkt an der Küste (147.000 MWh) bei 51. Damit beträgt der Zeitraum bis zur energetischen Amortisation für typische Binnenlandstandorte 6,8 Monate, für küstennahe Standorte 5,9 Monate und für Küstenstandorte 4,7 Monate.. In: vdi Nachrichten, 2. September 2011. Abgerufen am 14. September 2011. Diese Zahlen wurden von TÜV Rheinland bestätigt.
Bis April 2019 wurden 3.260 Anlagen des Typs E-82 E2 mit 2,3 MW errichtet. Nennleistung: 2000 kW / 2300 kW Rotordurchmesser: 82 m Nabenhöhe in Meter: 78 / 84 / 85 / 98 / 108 / 138 Windklasse: IIA Max. Schallleistungspegel: 103,5 dB(A) (2000 kW) / 104 dB(A) (2300 kW)
E-82 E4 Ebenfalls im Januar 2010 kündigte Enercon eine neue E-82 mit 3,0 MW Leistung an. Daraus entstanden die E-82 E3 und E-82 E4, die für die Windklassen IEC IIA bzw. IEC IA geeignet sind. Beide Anlagen sind für deutlich windreichere Standorte gedacht als die E-82 E1/E2 2,0 MW bzw. E-82 E2 2,3 MW. Da die Rotorkreisfläche konstant bleibt, soll vor allem bei stärkerem Wind (Windgeschwindigkeit größer als 8,5 m/s) der Ertrag erhöht werden. Die Leistungssteigerung wird durch eine Modifizierung des Generators möglich, der neben der Luftkühlung um eine Wasserkühlung im Stator ergänzt wird. Diese Version der E-82 hat abgesehen von der Wasserkühlung und einigen Details, einer Verstärkung von Blättern, Turm und Fundament im Wesentlichen denselben Aufbau wie die E-82 E2 2,3 MW. Die E-82 E3 unterscheidet sich jedoch bei den Gusskomponenten und der Anordnung von Schaltschränken von der bereits früher errichteten wassergekühlten E-82 E1 mit 3 MW, von der weit über hundert Anlagen errichtet wurden. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal besteht darin, dass bei der alten Version E-82 E1 3 MW die Wärmetauscher der Wasserkühlung auf dem Dach des Maschinenhauses montiert waren, wohingegen die Wärmetauscher der E-82 E3 im Inneren des Maschinenhauses sind. Die Bauteilabmessungen werden im Vergleich zur E-82 2,0 MW und der E-70 weitgehend beibehalten. Es soll an Windklasse-IA-Standorten ein neuer 85 m Stahlrohrturm zum Einsatz kommen. Für IIA-Standorte sollen die bestehenden 78 m bis 138 m Türme verwendet werden. Der Prototyp wurde im Frühjahr 2010 errichtet; die Anlage befindet sich in Serienfertigung. Für Anlagen an Starkwindstandorten werden die Hauptgurte in den drei Rotorblättern aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff gefertigt. Bisher errichtet wurden 504 Anlagen (Stand April 2019). Nennleistung: 2350 kW / 3000 kW Rotordurchmesser: 82 m Nabenhöhe in Meter: 59 / 69 / 78 / 84 Windklasse: IA / IIA Max. Schallleistungspegel: 104 dB(A) (2350 kW) / 106 dB(A) (3000 kW) -
EP 3-Klasse E-115 EP3 mini|Aufbau des Prototyps der E-115 EP3 im Windkraftanlagentestfeld Janneby
Die E-115 EP3 hat denselben Rotordurchmesser wie die ältere E-115 und ist mit identischen Nabenhöhen verfügbar. Damit können Standorte für die E-115 auf die neuere Plattform umgeplant werden.
Die E-115 EP3 wurde zum 1. Januar 2024 aus dem Portfolio von Enercon entfernt und nicht mehr für den deutschen Markt produziert. Prototypen: August 2020 in Leuze-en-Hainaut (Belgien), November 2020 in Janneby (Schleswig-Holstein) Nennleistung: 2990 kW / 4200 kW / 4260 kW (E4) Rotordurchmesser: 115,7 Meter Nabenhöhe in Meter: 67 / 92 / 122 / 135 / 149 Windklasse: IA / IIA
E-138 EP3 mini|Windkraftanlage Freimann in München: E-138 EP3
Die E-138 EP3 teilt sich eine Baureihe mit der gemeinsam vorgestellten E-126 EP3 und weist technisch ähnliche Spezifikationen auf. Wie diese verfügt die E-138 EP3 über einteilige Rotorblätter in GfK-Bauweise und einen direktangetriebenen Generator mit Aluminiumspulen, zudem wurde die Gondel nicht mehr eiförmig konstruiert. Die Leistung beträgt ebenfalls 3,5 MW, der Rotordurchmesser wurde auf 138 m erhöht. Der Generator verfügt über den gleichen Durchmesser wie bei der E-126 EP3, erhöht aber das Spannungslevel des elektrischen Systems von 400 auf 630 Volt. Die aktiven Gleichrichter und neuen Wechselrichter sollen bessere Netzeigenschaften und einen verbesserten Wirkungsgrad erzielen. Ausgelegt ist die Anlage für Schwachwindstandorte und einen Betriebszeitraum von 25 Jahren. Das Rotorblatt mit 66,8 m Länge wurde in einem Teststand des Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme in Bremerhaven gemäß IEC 61400-23 erprobt. Die Nabenhöhe beträgt zwischen 81 und 160 m, das jährliche Regelarbeitsvermögen gibt Enercon mit mehr als 13,2 GWh bei 131 m Nabenhöhe und 7 m/s an.
Der Prototyp der Baureihe wurde im Windtestfeld Wieringermeer in den Niederlanden errichtet und nahm im Februar 2019 den Testbetrieb auf.Enercon E-138 EP3 prototype starts testing. In: Windpower Monthly, 27. Februar 2019. Abgerufen am 27. Februar 2019. Die Serienfertigung sollte Ende 2019 anlaufen. Im September 2018 kündigte Enercon eine Version mit einer Nennleistung von 4,2 MW unter der Bezeichnung E-138 EP3 E2 an. Der Prototyp der E2-Variante wurde Anfang 2020 in Janneby in Schleswig-Holstein errichtet. 201 Einheiten dieser Anlage sind im schwedischen Windpark Markbygden geplant. Im September 2021 kündigte Enercon die Enercon E-138 EP3 E3 an mit einer Nennleistung von 4,26 MW. Der Prototyp der E3-Variante wurde Ende 2022 in Staphorst (Niederlande) errichtet. Im September 2023 kündigte Enercon die Enercon E-138 EP3 E4 an mit einer Nennleistung von 4,5 MW. Der Prototyp der E4 Variante soll 2024 errichtet werden.
Im Jahr 2021 war die E-138 EP3 der am häufigsten in Betrieb gegangene Anlagentyp in Deutschland.
Prototypen: E1: Windtestfeld Wieringermeer (Niederlande); E2: Janneby (Schleswig-Holstein), Schwennenz (Mecklenburg-Vorpommern) E3: Staphorst (Niederlande) Nennleistung: 3500 kW (E1) / 4200 kW (E2) / 4260 kW (E3) / 4500 kW (E4) Rotordurchmesser: 138,25 Meter Nabenhöhen in Meter: Nabenhöhen 81 / 99 / 111 / 131 / 149 / 160 Windklasse: IIIA / IIA Drehzahl: 4,4–10,8/min Abregelwindgeschwindigkeit: 22–28 m/s
EP 5-Klasse Im März 2019 kündigte Enercon eine neue, in Kooperation entwickelte Anlagenplattform mit der Bezeichnung EP5 an. Die Plattform basiert auf der Lagerwey L136 und verfolgt einen ähnlich kompakten und kostenoptimierten Maschinenbau wie die EP 3-Klasse. Wesentlicher technischer Unterschied ist der Einsatz von Dauermagneten im Generator. Die Betriebsspannung beträgt 690 Volt. Anlagen der EP 5-Plattform haben eine Bemessungslebensdauer von 20 Jahren.
E-160 EP5 mini|E-160 EP5 im Windtestfeld Grevenbroich (2022) mini|Zwei Prototypen der E-160 EP5 E3 R1 in Salzkotten (2024)
Dieser Anlagentyp wurde gemeinsam mit der E-147 EP5 angekündigt. Anders als die E-147 EP5 weist die E-160 EP5 eine Nennleistung von 4,6 MW auf. Sie ist für Standorte mit schwächeren Windbedingungen konzipiert. Der erste Prototyp wurde 2020 im niederländischen Testfeld Wieringermeer errichtet. Im Auftrag des chilenischen Energieversorgungsunternehmens Colbún befindet sich der Windpark Horizonte mit 132 Einheiten der E-160 EP5 mit einer Gesamtleistung von 607 Megawatt in der Atacama-Wüste in Planung. Im Juli 2020 kündigte Enercon eine leistungsgesteigerte Variante mit der Bezeichnung E-160 EP5 E2 an. Sie hat eine Nennleistung von 5,5 MW. Enercon hat 2021 den Prototyp der E-160 EP5 E1 in Wieringermeer zur E2 umgebaut. Im Dezember ging der zweite Prototyp im Windtestfeld Grevenbroich in Betrieb.
Im Dezember 2020 kündigte Enercon die E-160 EP5 E3 an. Bei dieser Anlage werden die benötigten Wechselrichter sowie der Transformator in einer neuen Sektion im Heck des Maschinenhauses angeordnet. Enercon nennt diese Entwicklung E-Gondel und passt sich damit der etablierten Konstruktion anderer Hersteller an. Die auf Nabenhöhe umgerichtete elektrische Energie wird durch eine Mittelspannungsleitung den Turm hinabgeführt. Bis dahin befand sich die Technik in einem E-Modul im Enercon-Turmfuß. Der Strom wurde über insgesamt 48 Niederspannungsleitungen von oben nach unten übertragen. Die Umrichtung in der Nähe des Generators senkt die Kabelverluste und Materialkosten. Die Errichtung des Prototyps erfolgte im Frühjahr 2022 im niedersächsischen Hämelhausen.
Die E-160 EP5 ist vom internationalen Fachmagazin Windpower Monthly mit dem „turbine of the year award 2020“ in der Kategorie „Best Onshore Turbine 4.5 MW+“ ausgezeichnet worden.
Mit dem Modell R1 („Release One“) erhielt 2023 die E-160 EP5 E3 einige Änderungen: Das Maschinenhaus besitzt nun eine selbsttragende Struktur, ein verbessertes Steuerungssystem und verbesserte Umrichtertechnologie. Das R1-Modell ist für eine industrielle Produktion nach dem Baukastenprinzip optimiert und bildet die Grundlage für alle neuen EP3- und EP5-Turbinentypen. Enercon strebt eine Produktion von 800 Maschinen pro Jahr an. Die Errichtung des Prototyps erfolgte im Winter 2023/2024 im Nordrhein-Westfälischen Salzkotten.
Prototyp: E1: 2020 und E2: 2021 in Wieringermeer (Niederlande); E3: 2022 in Hämelhausen (Niedersachsen); E3 R1: 2023/2024 in Salzkotten (Nordrhein-Westfalen) Nennleistung: 4600 kW (E1) / 5500 kW (E2) / 5560 kW (E3) / 5560 kW (E3 R1) Rotordurchmesser: 160 Meter Nabenhöhe in Meter: 99 (Stahlturm) / 120 (Hybrid-Stahlturm) oder (modularer Stahlturm) / 140 (modularer Stahlturm) / 160 (Hybrid-Turm) / 166,6 (Hybrid-Turm) oder (modularer Stahlturm) oder (Hybrid-Stahlturm) Windklasse: IIIA Jahresenergieertrag: 21.709,85 MWh bei 7,5 m/s und 5560 kW
E-175 EP5 mini|E-175 EP5 E1 mit 6 MW auf 162-m-Turm in Borchen-Etteln (2024)
Auf der WindEnergy Hamburg 2022 stellte Enercon die E-175 EP5 vor. Der Aufbau des Prototyps erfolgte im August 2024. Auf der HUSUM Wind 2023 stellte Enercon die E-175 EP5 E2 vor. Der Aufbau des Prototyps erfolgte im April 2025, die Serienfertigung im selben Jahr.
Die E-175 EP5 E2 besitzt einen neuen Generator, der als Außenläufer konzipiert ist und aufgrund seiner Größe wieder teilbar ist. Dadurch vergrößert sich der Luftspaltdurchmesser von 5,50 Metern für den E1-Generator auf 9,50 Meter für den leistungsstärkeren E2-Generator, was ein höheres Drehmoment und eine höhere Leistung ermöglicht. Die Generatoren werden u. a. in Magdeburg gefertigt. Die Montage beider Hälften erfolgt auf der Baustelle.