Bruno Jori (* 21. Dezember 1922 in Meran, Südtirol; † 6. Oktober 1970) war ein italienischer Dokumentarfilmer, Filmregisseur und Träger des Deutschen Filmpreises.
Leben Bruno Jori wurde 1922 in Meran geboren und gilt als einer der wichtigsten Südtiroler Filmemachern.
Jori begann nach dem Krieg Filme zu machen. Er sammelte erste Erfahrungen bei der eigenen Produktion von Kurzfilmen.
Ab den 1950er Jahren entstand eine Freundschaft sowohl beruflich als auch privat mit den Filmemachern Karl Schedereit und Mario Deghenghi aus Meran. Gemeinsam führte das Trio eine Reihe von Filmprojekten durch.
Bruno Jori wurde durch den Dokumentarfilm Bagnolo – Dorf zwischen schwarz und rot, der 1963 gedreht wurde und 1964 mehrfach ausgezeichnet wurde, international bekannt. Der Filmkritiker Wilhelm Roth (1937–2023) würdigte ihn als den ersten langen deutschsprachigen Dokumentarfilm, „der einen neuen Ton ins Genre brachte […], ein Film aus dem Geiste des Cinema Direct, aber noch ohne dessen technische Möglichkeiten. […] Bruno Jori hat die vorhandene Technik perfektioniert und damit die neue Technik (fast) vorweg genommen“.
Filmografie (Auswahl) 1953: Von alten und neuen Dingen in Südtirol 1953: Val Gardena 1953: Leben am Fluss 1954: Nozze Fassane 1954: Die Etsch – La vita sul fiume 1956: Türkei – einst und jetzt 1957: L'angelica amica 1957: Die Buchklinik 1957: La verde età 1958: Die siebente Puppe / Karl von Feilitzsch (Musik) 1959: Kleinstadttheater 1959: Spina – die versunkene Stadt 1960: Geisterstadt 1961: Wilder Westen – Abseits vom Wege 1962: Fremd in Deutschland – Paolo Gennari (WDR) 1963–64: Bagnolo – Dorf zwischen schwarz und rot / Hans Posegga (Musik) 1966: Hoffnungsgruppe / Rainer Werner Fassbinder (Mitarbeiter) 1966–70: Mitgestaltung RAI Bozen 1970: Südtiroler Künstler: Markus Vallazza / Elisabeth Baumgartner – Sendereihe (RAI)
Literatur Irina Ladurner. Bruno Jori, Karl Schedereit, Mario Deghenghi : Südtiroler Filmgeschichte der 50er- und 60er-Jahre im Spiegel deutscher Dokumentarfilmgeschichte. Wien, Univ., Dipl.-Arb., 2013, Universität Wien – Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät. Hans Helmut Prinzler: Chronik des deutschen Films 1895-1994. J.B. Metzler / Springer-Verlag GmbH, Dezember 12, 2016, ISBN 978-3-476-01290-6, S. 244, 249. Roberto Poppi: Dizionario del cinema italiano: Dal 1945 al 1959. Gremese Editore, Rome, Italien, 1. Februar 2007, ISBN 978-88-8440-450-3, S. 422. Tad Bentley Hammer: International Film Prizes: An Encyclopedia. Garland Publishing, New York City, 1991. ISBN 0-8240-7099-2, S. 166.
Auszeichnungen 1964-65 BAGNOLO – DORF ZWISCHEN SCHWARZ UND ROT – Bruno Jori, BRD 1963/1964: IFFMH * Mannheimer Golddukaten * FIPRESCI-Preis der Internationalen Filmkritik * Preis und Volkshochschule Jury-Auszeichnung BAGNOLO – DORF ZWISCHEN ROT UND SCHWARZ (BRD 1964, R: Bruno Jori) – Leipziger Kurz- und Dokumentarfilmwoche 1964: Goldene Taube, Großer Preis Kulturfilmprämie 1964 des Bundesinnenministeriums als Leistung von internationalem Rang Deutscher Filmpreis 1965: Filmband in Silber; „Abendfüllender Kultur- und Dokumentarfilm“ Curt Oertel–Medaille (für Bagnolo) für den besten deutschen Dokumentarfilm, 1965 der Arbeitsgemeinschaft der Filmjournalisten e.V.
Ehrungen 2017: „Hommage an Bruno Jori, Regisseur“ – Skulptur von Sissi Daniela Olivieri an der Passerpromenade in Meran. Im Auftrag von Kunst Meran – Museum für zeitgenössische Kunst.
Film über Bruno Jori 2014: Im Auftrag von RAI Südtirol.
Weblinks
Bruno Jori bei HDF – Haus des Dokumentarfilms Bruno Jori bei FIPRESCI – Fédération Internationale de la Presse Cinématographique / International Federation of Film Critics
Einzelnachweise
Kategorie:Dokumentarfilmer Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Fernsehregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmeditor Kategorie:Person (Meran) Kategorie:Italiener Kategorie:Träger des Deutschen Filmpreises Kategorie:Geboren 1922 Kategorie:Gestorben 1970 Kategorie:Person (Südtirol) Kategorie:Mann