Johanna Holzmann (* 23. Oktober 1995 in Memmingen) ist eine deutsche Telemarkerin und Skicrosserin.

Werdegang Holzmann stand mit drei Jahren auf Alpin-Skiern, bis sie sieben Jahre alt war betrieb sie Langlauf und Ski alpin. Danach konzentrierte sie sich auf den Alpinsport und war für den Regionalkader Oberallgäu bis zur Saison 2009/10 aktiv. Wegen mehrfacher Patellaluxation stieg sie im Folgenden auf den gelenkschonenderen Telemarksport um, welchen ihr Bruder Benedikt Holzmann bereits betrieb.Red Bull: Johanna Holzmann – Athletenprofil, abgerufen am 21. März 2022DSV: Johanna Holzmann – Athletenprofil, abgerufen am 21. März 2022

Juniorenzeit und Etablierung im Weltcup Beim Rennen in Bad Hindelang im Januar 2011 gab sie ihr Debüt im Telemark-Weltcup und konnte sich dabei sofort unter den besten 15 platzieren.FIS: Johanna Holzmann Results, abgerufen am 21. März 2022 (englisch) Bei ihrer ersten Juniorenweltmeisterschaft in Hafjell gewann sie im Riesenslalom, Classic, Sprint und in der Gesamtwertung die Silbermedaille. In der ersten Hälfte der Saison 2012 knüpfte sie an ihre Ergebnisse vom Vorjahr an, so erreichte sie beim Weltcup in Kvitfjell zum ersten Mal einen Podiumsplatz im Weltcup. Bei ihren zweiten Juniorenweltmeisterschaften in Espot gewann sie drei Goldmedaillen. Zum Ende der Saison gelang es ihr zudem erstmals deutsche Meisterin zu werden.

In den beiden folgenden drei Jahren konnte sich Holzmann bei allen Weltcuprennen, welche sie beendete unter den besten zehn und zehnmal auf dem Podium platzieren. Zudem gewann sie bei den Juniorenweltmeisterschaften 2013, 2014 und 2015 je zwei Goldmedaillen. In der Weltcupgesamtwertung Saison 2014/15 platzierte sie sich auf den 3. Rang.

Diesen Erfolg wiederholte sie in der kommenden Saison, in der sie in Espot ihren ersten Weltcupsieg im Parallelsprint feiern konnte. Damit war sie neben Beatrice Zimmermann die einzige die Amélie Wenger 2015/16 schlagen konnte. Bei ihrer letzten Juniorenweltmeisterschaft gelang es ihr in allen drei Wettbewerben Gold zu holen, wodurch sie ihr Medaillenkonto auf zwölf Gold- und vier Silbermedaillen hochschraubte.

Verletzung und Gesamtweltcupsieg Aufgrund einer Knieoperation verpasste Holzmann den Großteil der Saison 2016/17 und stieg erst unmittelbar vor der Weltmeisterschaft wieder ins Wettkampfgeschehen ein. Bei der WM verpasste sie als 4. des Classic-Wettbewerbes ihre erste WM-Medaille knapp.

In der Saison 2017/18 konnte Holzmann mit dem Gewinn des Gesamtweltcups ihren bis dato größten Erfolg feiern. In Abwesenheit ihrer Dauerkonkurrentin Amélie Wenger-Reymond, welche in den vorherigen neun Jahren achtmal den Gesamtweltcup gewinnen konnte und wegen ihrer Schwangerschaft eine Wettkampfpause einlegte, dominierte sie die Saison. Sie gewann acht Rennen und konnte sich bei 16 von 22 Rennen auf den Podestplätzen klassieren, wodurch sie neben dem Gesamtweltcup auch die kleinen Kristallkugeln im Sprint und Parallelsprint gewann.

Im kommenden Jahr konnte sie den großen Erfolg des Vorjahres nicht wiederholen, allerdings wurde sie 2. des Gesamtweltcups und gewann bei der Weltmeisterschaft 2019 im norwegischen Rjukan ihre ersten WM-Medaillen. Nach Silber im Classic-Wettbewerb und Bronze im Sprint, krönte sie sich zur Weltmeisterin im Parallelsprint. In der Saison 2020 wurde sie erneut 2. im Gesamtweltcup und nachdem sie bis dahin bereits vier Weltcupsiege im Sprint und sieben im Parallelsprint erringen konnte, gewann sie Ende Januar 2020 in Samoëns ihren ersten Classic-Wettkampf, wodurch sie nun in allen zurzeit ausgetragenen Telemark-Disziplinen Weltcupsiege feiern konnte.

Wechsel zum Skicross Während der COVID-19-Pandemie trainierte Holzmann zunächst ohne Wechselabsichten mit dem deutschen Skicross-Team. Zur Saison 2021/22 wechselte sie schließlich zum Skicross.Ronald Maior: Mutiger Wechsel mit 26 Jahren: Weltmeisterin Johanna Holzmann wagt "Seitensprung", in Allgäuer Zeitung, veröffentlicht am 17. November 2021, abgerufen am 21. März 2022 Sie nahm im Dezember 2021 bereits am Weltcup teil und errang dort gleich Weltcuppunkte. Außerdem nahm sie an den Olympischen Winterspielen 2022 teil und belegte den 15. Platz. Beim letzten Telemark-Weltcup der Saison im slowenischen Krvavec gewann sie nach einjähriger Abstinenz den Parallelsprint.

Guide bei den Winter-Paralympics Bei den Winter-Paralympics 2026 fuhr Holzmann als Guide für Maya Fügenschuh im Slalom und Riesenslalom.Athletenprofil Maya Fuegenschuh, olympics.com

Erfolge im Telemark Weltmeisterschaften Espot 2013: 5. Classic, 5. Parallelsprint, 7. Sprint Steamboat Springs 2015: 4. Parallelsprint, 5. Sprint La Plagne/Montchavin-les-Coches 2017: 4. Classic, 5. Parallelsprint, 5. Sprint Rjukan 2019: 1. Parallelsprint, 2. Classic, 3. Sprint Melchsee-Frutt 2021: 2. Classic, 3. Parallelsprint, 6. Sprint Les Contamines-Montjoie 2025: 1. Classic, 1. Sprint, 1. Parallelsprint Weltcupwertungen Saison Gesamt Riesenslalom Classic Sprint Parallelsprint Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte 2011 11. 328 13. 68 10. 94 11. 166 – – 2012 5. ? – – 6. ? 6. ? 6. ? 2013 5. 410 – – 5. 100 5. 190 5. 120 2013/14 6. 487 – – 5. 220 11. 167 8. 100 2014/15 3. 908 – – 4. 192 5. 436 3. 280 2015/16 3. 1022 – – 4. 170 4. 452 2. 400 2016/17 26. 55 – – – – 21. 40 22. 15 2017/18 1. 1639 – – 2. 269 1. 740 1. 630 2019 2. 756 – – 3. 235 4. 291 2. 630 2020 2. 557 – – 2. 132 2. 385 6. 40 2021 4. 681 – – 2. 325 4. 216 3. 140 2022 12. 225 – – 10. 80 17. 45 9. 100

Weltcupsiege Holzmann errang bisher 64 Podestplätze, davon 13 Siege: Datum Ort Land Disziplin 1. 7. Februar 2016 Espot Spanien Parallelsprint 2. 2. Dezember 2017 Hintertux Österreich Sprint 3. 3. Dezember 2017 Hintertux Österreich Parallelsprint 4. 12. Januar 2018 Pralognan-la-Vanoise Frankreich Sprint 5. 21. Januar 2018 Woodstock USA Parallelsprint 6. 4. Februar 2018 Bad Hindelang Deutschland Parallelsprint 7. 15. März 2018 Rjukan Norwegen Parallelsprint 8. 16. März 2018 Rjukan Norwegen Parallelsprint 9. 24. März 2018 Mürren Schweiz Sprint 10. 16. Februar 2019 Krvavec Slowenien Parallelsprint 11. 25. Januar 2020 Pralognan-la-Vanoise Frankreich Sprint 12. 29. Januar 2020 Samoëns Frankreich Classic 13. 20. März 2022 Krvavec Slowenien Parallelsprint

Juniorenweltmeisterschaften Hafjell 2011: 2. Gesamt, 2. Riesenslalom, 2. Classic, 2. Sprint Espot 2012: 1. Classic, 1. Sprint, 1. Parallelsprint Chamonix 2013: 1. Classic, 1. Sprint Geilo 2014: 1. Classic, 1. Sprint Steamboat Springs 2015: 1. Classic, 1. Sprint, 5. Parallelsprint Les Contamines-Montjoie 2016: 1. Classic, 1. Sprint, 1. Parallelsprint

Weitere Erfolge 2 Deutsche Meistertitel: Sprint (2012, 2017)Telemarkfest: Länderoffene deutsche Telemarkmeisterschaften 2017, abgerufen am 21. März 2022

Erfolge im Skicross Olympische Winterspiele Peking 2022: 15. Skicross

Weltmeisterschaften Bakuriani 2023: 14. Skicross

Weltcup 9 Platzierungen unter den Top 20, davon 1 unter den Top 10 Saison Skicross Platz Punkte 2021/22 29. 61

Weitere Erfolge 2 Podestplätze im Europacup 1 Sieg bei FIS-Rennen

Weblinks – Telemark – Skicross Johanna Holzmann auf der Website des Deutschen Olympischen Sportbunds Johanna Holzmann auf der Website des Deutschen Skiverbands Johanna Holzmann auf der Website ihres Sponsors Red Bull

Einzelnachweise

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