Molina de Aragón ist eine zentralspanische Kleinstadt und eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) in der Provinz Guadalajara der Autonomomen Region Kastilien-La Mancha. Die Gemeinde gehört zur bevölkerungsarmen Serranía Celtibérica. Das historische Ortszentrum ist als Kulturgut (Bien de Interés Cultural) in der Kategorie Conjunto histórico-artístico anerkannt.
Lage und Klima Molina de Aragón liegt in der Sierra de Molina an den Ufern des Río Gallo etwa 200 km nordöstlich von Madrid bzw. knapp 140 km nordöstlich der Provinzhauptstadt Guadalajara in einer Höhe von ca. 1050 bis . Das Klima ist vom Frühjahr bis in den Herbst gemäßigt bis warm; Regen (ca. 490 mm/Jahr) fällt mit Ausnahme der eher trockenen Sommermonate übers Jahr verteilt.Molina de Aragón – Klimatabellen Im Winter ist Molina de Aragón eine der kältesten Städte der Iberischen Halbinsel.
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1857 1900 1950 2000 2019Einwohner 3.171 2.907 3.060 3.304 3.275Molina de Aragón – Bevölkerungsentwicklung Trotz der Mechanisierung der Landwirtschaft, der Aufgabe bäuerlicher Kleinbetriebe und des damit verbundenen Verlusts von Arbeitsplätzen blieb die Einwohnerzahl der Gemeinde im 20. Jahrhundert annähernd stabil, was hauptsächlich mit der Zuwanderung vieler Landbewohner in die größeren Städte (Landflucht) zu erklären ist. Das Gemeindegebiet umfasst auch die beiden Weiler (pedanías) Cubillejo del Sitio und Cubillejo de la Sierra.
Wirtschaft mini|hochkant=0.5|links|Aragonit aus dem Rio Gallo bei Molina de Aragón Bereits im Mittelalter sorgte die Burg für die allmähliche Herausbildung städtischer Strukturen mit Handel, Dienstleistungen und Gewerbe. Das agrarisch geprägte Umland versorgte den Ort mit Lebensmitteln, wenngleich auch in der Stadt Tiere gehalten wurden. Molina de Aragón ist heute noch ein Handels- und Dienstleistungszentrum. Am Rio Gallo gibt es Aragonit-Vorkommen.
Geschichte Im Gebiet der wohl schon von den antiken Keltiberern errichteten Burg (castillo) finden sich weder römische noch westgotische Spuren. Erst die im 8. Jahrhundert bis weit in den Norden der Iberischen Halbinsel vorgedrungenen Mauren errichteten auf dem markanten Burgfelsen eine neue Festung (hisn), die um das Jahr 1129 im Zuge der Reconquista von Alfons I. (reg. 1104–1134) den Mauren abgenommen und kurz darauf in vergrößerter Form neuerrichtet wurde. Ab dem Jahr 1154 bildete die Region das halbautonome Señorío de Molina unter der Herrschaft der Familie Lara. Wegen der Stationierung von Rittern des Calatrava-Ordens zur Grenzsicherung trug der Ort im Mittelalter zeitweise den Namen Molina de los Caballeros.María Dolores Barrios Martínez: Molina y su Tierra en la Edad Media: su historia, su fuero, sus gentes (1154–1375). Diputación de Guadalajara, 2017. Ort und Burg waren lange zwischen den Königreichen Kastilien und Aragón umstritten, ehe sie im ausgehenden 14. Jahrhundert als Mitgift Katharinas von Lancaster endgültig an Kastilien fielen.Molina de Aragón – Geschichte Literarische Erwähnung findet die Festung im mittelalterlichen Nationalepos Cantar de Mio Cid, wo sie als Sitz des maurischen Burgherren Avengavón beschrieben wird, der im 11. Jahrhundert ein Verbündeter des kastilischen Helden El Cid war.Alberto Montaner Frutos (Hrsg.): Cantar de mio Cid. Editorial Crítica, Barcelona 2011, Vers 1464 ff.
Sehenswürdigkeiten Historisch erwähnenswert sind neben den 1931 zum Nationaldenkmal erklärten Burgresten die romanische Brücke (Puente Viejo), die romanischen Kirchen Santa María del Conde, San Gil und San Felipe y Santo Tomás, das romanische Kloster der heiligen Klara von Assisi (Convento de Santa Clara), das Kloster des hl. Franziskus (Convento de San Francisco), einige Paläste und Villen sowie das jüdische Viertel (Judería).
Literatur María Dolores Barrios Martínez: Molina y su Tierra en la Edad media, su historia, su fuero, sus gentes (1154–1375). 2017
Weblinks
Molina de Aragón, Tourismusseite – Fotos + Infos (spanisch) Molina de Aragón, Tourismusseite – Fotos + Infos (spanisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Kastilien-La Mancha Kategorie:Conjunto histórico-artístico