mini|hochkant|Julie Delpy beim Toronto International Film Festival (2024) Julie Delpy (; * 21. Dezember 1969 in Paris) ist eine französisch-US-amerikanische Schauspielerin, Regisseurin, Drehbuchautorin und Sängerin.
Leben mini|hochkant|Delpy beim Filmfestival von Cannes (2002) Julie Delpy ist die Tochter des französischen Schauspielerpaares Marie Pillet und Albert Delpy. Im Alter von fünf Jahren stand sie das erste Mal auf einer Theaterbühne.Julie Delpy. In: Internationales Biographisches Archiv 48/2016 vom 29. November 2016 (abgerufen via Munzinger Online). Sie absolvierte ein Regiestudium an der Filmhochschule in New York und lebt seit 1992 in Los Angeles.
Eine erste kleinere Rolle erhielt sie in Jean-Luc Godards Film Détective (1985). Für ihre Rolle in Die Nacht ist jung (1986) wurde sie 1987 für den César als Beste Nachwuchsdarstellerin nominiert. Ihre erste große Hauptrolle spielte sie 1987 in Bertrand Taverniers Film Die Passion der Beatrice. Mit dem in Deutschland sehr erfolgreichen Film von Agnieszka Holland, Hitlerjunge Salomon (1990), in dem sie die weibliche Hauptrolle spielte, begann ihre internationale Karriere. Danach spielte sie unter Regisseuren wie Volker Schlöndorff in Homo Faber, was ihr eine Nominierung für den Europäischen Filmpreis einbrachte. Auch übernahm sie die weibliche Hauptrolle in Krzysztof Kieślowski Drei Farben: Weiß. In dem Disney-Film Die drei Musketiere von 1993 war sie in einer Nebenrolle zu sehen. Außerdem spielte sie 1997 in dem Film American Werewolf in Paris die zweite Hauptrolle der Serafine Pigot.
Auf der Berlinale war sie mit dem US-amerikanischen Regisseur Richard Linklater und ihrem Schauspielkollegen Ethan Hawke drei Mal vertreten: 1995 mit Before Sunrise, 2004 mit dessen Fortsetzung Before Sunset und schließlich 2013 mit Before Midnight, eine Liebesgeschichte in drei Teilen, die sich über 18 Jahre erstreckt. Als Ko-Drehbuchautorin von Before Sunset und Before Midnight erhielt Delpy je eine Oscar-Nominierung, während ihre schauspielerische Leistung im dritten Teil mit einer Golden-Globe-Nominierung bedacht wurde.
2001 spielte sie in sieben Folgen der US-Erfolgsserie Emergency Room – Die Notaufnahme die Freundin von Dr. Kovac. Im Herbst 2003 erschien eine CD mit elf Chansons in englischer und französischer Sprache, zu denen sie sich selbst auf der Gitarre begleitete.
2007 stellte sie auf der 57. Berlinale ihr Regiedebüt 2 Tage Paris vor, 2009 präsentierte sie mit Die Gräfin ihre Verfilmung des Legende der ungarischen „Blutgräfin“ Elisabeth Báthory. Mit 2 Tage New York brachte Delpy 2012 den Fortsetzungsfilm von 2 Tage Paris in die Kinos; beide Komödien parodieren die kulturellen Unterschiede zwischen Amerikanern und Franzosen. Sie möge das Konzept von den ungezogenen Franzosen sehr, begründete Delpy ihre anhaltende Auseinandersetzung mit dem Thema.Paul Katzenberger: „Obszönitäten? In Frankreich ganz normaler Slang“ In: Süddeutsche Zeitung, 5. Juli 2012 (Interview). Diesen Film stellte sie in Deutschland auf dem Münchener Filmfest vor. 2015 und 2019 folgten mit Lolo – Drei ist einer zu viel und My Zoe zwei weitere von ihr inszenierte Filme. 2024 erschien Die Barbaren – Willkommen in der Bretagne. Für ihre Filme ist sie auch als Drehbuchautorin tätig.
2017 wurde Delpy der Europäische Filmpreis in der Kategorie Beste europäische Leistung im Weltkino zuerkannt.
Von 2004 bis 2013 war Delpy mit dem deutschen Filmkomponisten Marc Streitenfeld liiert.Franziska von Mutius: Julie Delpy mit deutschem Freund im Kino. In: Berliner Morgenpost, 6. Januar 2008. Aus der Beziehung ging im Januar 2009 ein Sohn hervor.
Filmografie (Auswahl) mini|hochkant|Julie Delpy (1991) Darstellerin 1985: Détective 1986: Die Nacht ist jung (Mauvais Sang) 1987: Die Passion der Beatrice (La Passion Béatrice) 1990: Hitlerjunge Salomon 1991: Homo Faber 1993: Killing Zoe 1993: Younger and Younger 1993: Die drei Musketiere (The Three Musketeers) 1994: Drei Farben: Weiß (Trzy kolory: Biały) 1994: Geschichte(n) des Kinos – 2(a) Allein das Kinos (Histoire(s) du cinéma – 2(a) Seul le cinéma) 1995: Before Sunrise 1996: Tykho Moon 1997: American Werewolf in Paris 1998: L.A. Without a Map 1998: Schuld und Sühne (Crime and Punishment) 2001: Investigating Sex 2001: Waking Life 2001: Emergency Room – Die Notaufnahme (ER, Fernsehserie 7 Folgen) 2002: CinéMagique (Disney-Attraktion) 2004: Before Sunset 2004: Die Kreatur – Gehasst und gejagt (Frankenstein, Miniserie) 2005: Broken Flowers 2006: The Hoax 2006: Guilty Hearts 2006: The Legend of Lucy Keyes 2007: 2 Tage Paris (2 Days in Paris) 2009: Die Gräfin (The Countess) 2009: The Air I Breathe – Die Macht des Schicksals (The Air I Breathe) 2011: Familientreffen mit Hindernissen (Le Skylab) 2012: 2 Tage New York (2 Days in New York) 2013: Before Midnight 2014: Avengers: Age of Ultron 2015: Lolo – Drei ist einer zu viel (Lolo) 2016: Wiener Dog (Wiener-Dog) 2017: Bachelors – Der Weg zurück ins Leben (The Bachelors) 2018: Burning Shadow 2019: My Zoe 2021: On the Verge (Fernsehserie, 12 Folgen) 2023: The Lesson 2024: Die Barbaren – Willkommen in der Bretagne (Les barbares) 2025: Hostage (Miniserie)
Regie und Drehbuch 2007: 2 Tage Paris (Deux jours à Paris) 2009: Die Gräfin (The Countess) 2011: Familientreffen mit Hindernissen (Le Skylab) 2012: 2 Tage New York (2 Days in New York) 2015: Lolo – Drei ist einer zu viel (Lolo) 2019: My Zoe 2024: Die Barbaren – Willkommen in der Bretagne (Les barbares)
Diskografie 2003: Julie Delpy 2009: Die Gräfin
Auszeichnungen (Auswahl) 1987: César-Nominierung für Die Nacht ist jung (Beste Nachwuchsdarstellerin) 1988: César-Nominierung für Die Leidenschaft der Beatrice (Beste Nachwuchsdarstellerin) 1991: Nominierung für den Europäischen Filmpreis für Homo Faber (Beste Darstellerin) 2005: Empire Award für Before Sunset (Beste Darstellerin) 2004: San Francisco Film Critics Circle Award für Before Sunset (Beste Hauptdarstellerin) 2005: Oscar-Nominierung für Before Sunset (Bestes adaptiertes Drehbuch – gemeinsam mit Richard Linklater, Ethan Hawke und Kim Krizan) 2007: Publikumspreis des Tallinn Black Nights Film Festival für 2 Tage Paris 2008: César-Nominierung für 2 Tage Paris (Bestes Originaldrehbuch) 2008: Prix SACD (Nachwuchspreis – Film) 2010: Regiepreis des Cabourg Romantic Film Festival für Die Gräfin 2011: Spezialpreis der Jury des Festival Internacional de Cine de San Sebastián für Skylab 2013: Dublin Film Critics Circle Award für Before Midnight (Bestes Drehbuch – gemeinsam mit Richard Linklater und Ethan Hawke) 2013: Hollywood Film Award für Before Midnight (Bestes Drehbuch – gemeinsam mit Richard Linklater und Ethan Hawke) 2013: Los Angeles Film Critics Association Award für Before Midnight (Bestes Drehbuch – gemeinsam mit Richard Linklater und Ethan Hawke) 2013: San Diego Film Critics Society Award für Before Midnight (Bestes Drehbuch – gemeinsam mit Richard Linklater und Ethan Hawke) 2014: Boston Online Film Critics Association Award für Before Midnight (Bestes Drehbuch – gemeinsam mit Richard Linklater und Ethan Hawke) 2014: Golden-Globe-Nominierung für Before Midnight (Beste Hauptdarstellerin – Komödie oder Musical) 2014: National Society of Film Critics Award für Before Midnight (Bestes Drehbuch – gemeinsam mit Richard Linklater und Ethan Hawke) 2014: Oscar-Nominierung für Before Midnight (Bestes adaptiertes Drehbuch – gemeinsam mit Richard Linklater und Ethan Hawke) 2017: Europäischer Filmpreis (Beste europäische Leistung im Weltkino)
Weblinks
auf film-zeit.de Ich weiß nicht mal, was niedlich ist – Julie Delpy im Gespräch, FAZ, 23. Juni 2009, mit Bildergalerie (Webarchiv)
Einzelnachweise
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