mini|António Silva mit Beatriz Costa (in A Canção de Lisboa 1933) mini|Das Teatro da Trindade, einer der Wirkungsstätten Silvas mini|Das ehemalige Teatro Avenida mini|Das ehemalige Teatro da Rua dos Condes 2005 António Maria da Silva (* 15. August 1886 in Lissabon; † 3. März 1971 ebenda) war ein portugiesischer Schauspieler. Er blieb durch seine Hauptrollen in den erfolgreichen Komödien des portugiesischen Kinos der 1930er bis 1950er Jahre, den Comédias portuguesas, als ausdrucksstarker komischer Darsteller bis heute in Erinnerung.

Werdegang Silva stammte aus einfachen Verhältnissen und fing jung an, als Verkaufshelfer zu arbeiten. Er begeisterte sich früh für das Theater und spielte als Amateur in seiner Freizeit. 1910 spielte er erstmals auf einer professionellen Bühne, Tolstoi im damaligen Teatro da Rua dos Condes (seit 1920 Cinema Condes), mit der Theatergesellschaft von Alves da Sila. 1913 ging das Ensemble nach Brasilien auf Tournee, wo Silva blieb und bis 1921 Theater spielte und auch seine ersten Spielfilmrollen in lokalen Stummfilmproduktionen bekam. Er lernte dort Josephina Barco kennen, die er im August 1920 heiratete.

Zurück in Lissabon spielte er wieder Theater, ohne für besonderes Aufsehen zu sorgen. Er erreichte erste Bekanntheit, seit er in den beliebten Revuen Lissabons größere komödiantische Rollen spielte, erstmals 1927 im Stück Agua-Pé im Teatro Avenida (an der Avenida da Liberdade, 1967 abgebrannt).

Im Jahr 1933 spielte er neben Vasco Santana und Beatriz Costa eine der Hauptrollen im Tonfilm „Das Lied von Lissabon“ (A Canção de Lisboa). Der große Erfolg des Films machte ihn im Alter von 47 Jahren über Nacht berühmt. Oft mit Vasco Santana zusammen, spielte er nun viele Hauptrollen in Filmen und Revuen, vor allem im Teatro da Trindade und im Teatro Variedades.

Von 1944 bis 1946 war er am Teatro Trindade engagiert, bei Ribeirinho und António Lopes Ribeiro, die zur Erneuerung des Sprechtheaters in Portugal beitrugen. Silvas Rolle als betrunkener Doolittle in George Bernard Shaws Pygmalion galt Theaterkritikern als ein Höhepunkt seiner Karriere. Danach kehrte er zu Revue und Komödie zurück, bei denen er bis zum Ende seiner aktiven Laufbahn blieb. 1966 wurde ihm der Orden des heiligen Jakob vom Schwert im Offiziersrang verliehen. Im gleichen Jahr setzte er sich zur Ruhe, unterbrochen nur von wenigen Fernsehauftritten. Er starb 1971 in seiner Heimatstadt Lissabon.http://www.netsaber.com.br/biografias/ver_biografia_c_1046.htmlJorge Leitão Ramos: Dicionário do cinema portugués 1962–1988. 1. Auflage, Editorial Caminho, Lissabon 1989, Seiten 361/362.

Rezeption Silva war der markanteste Schauspieler des von Komödien geprägten Portugiesischen Films der 1930er und 1940er Jahre. Neben seiner akzentuierten Sprache und hier vor allem seiner Intonation, waren es besonders sein Mienenspiel und seine ausdrucksstarken Handbewegungen, die ihn einzigartig machten. Auch seine Energie und Lebendigkeit im Spiel zeichneten ihn aus. Er spielte sowohl „gute“ als auch „böse“ Rollen, meist volkstümliche Charaktere mit ihren menschlichen Schwächen, aber auch Männer gehobener sozialer Schichten mit ihren charakteristischen Eigenheiten. Oft spielt er ehrgeizige, verschlagene und doch oft volksnahe Typen, die mit menschlichen Motiven oft kleingeistigen Zielen anhängen, und durch ihre pointierte Überzeichnung und teils liebenswertem Charme und Quirligkeit die Zuschauer zum Lachen bringen. Mit dem Ende der Filmkomödien beginnt entsprechend das Ende seiner Karriere. Der Portugiesische Film der 1960er Jahre kann ihm keine adäquaten Rollen bieten, erst recht nicht das Novo Cinema, und so dreht er nur zwei bedeutungslose Filme. Seine früheren Erfolgsfilme indes sind bis heute beliebt, und zusammen mit Vasco Santana hat weder vor noch nach ihnen je ein Filmschauspieler in Portugal vergleichbare, andauernde Popularität erlangt.

Filmografie 1910: 606 contra o Espirocheta Palido 1919: Ubirajara 1920: Convém Martelar 1920: Coração de Gaúcho 1933: Das Lied von Lissabon (A Canção de Lisboa) 1934: Gado Bravo 1935: As Pupilas do Senhor Reitor 1936: Las tres gracias 1936: Bocage 1937: Maria Papoila 1939: Varanda dos Rouxinóis 1940: João Ratão 1940: Feitiço do Império 1942: O Pátio das Cantigas 1942: Lobos da Serra 1943: O Costa do Castelo 1943: Amor de Perdição 1944: A Menina da Rádio 1945: A Vizinha do Lado 1946: Camões 1947: Os Vizinhos do Rés-do-Chão 1947: Três Espelhos 1947: O Leão da Estrela 1947: Fado, História d’uma Cantadeira 1949: Heróis do Mar 1950: O Grande Elias 1951: Sonhar É Fácil 1952: Os Três da Vida Airada 1953: O Comissário de Polícia 1956: O Dinheiro dos Pobres 1956: O Noivo das Caldas 1957: Perdeu-se um Marido 1957: Dois Dias no Paraíso 1960: O Passarinho da Ribeira 1961: As Pupilas do Senhor Reitor 1961: O Herói e o Soldado TV 1964: A TV Através dos Tempos TV 1964: Aqui Há Fantasmas 1964: Riso e Ritmo TV-Serie 1965: Cruzeiro de Férias TV 1965: Não Acordem o Menino Jesus TV 1967: Sarilhos de Fraldas 1968: Melodias de Sempre TV

Siehe auch Portugiesischer Film

Literatur Alcides Murtinheira, Igor Metzeltin: Geschichte des portugiesischen Kinos. 1. Auflage. Praesens Verlag, Wien 2010, ISBN 978-3-7069-0590-9. Jorge Leitão Ramos: Dicionário do cinema portugués 1962–1988. 1. Auflage. Editorial Caminho, Lissabon 1989, ISBN 972-21-0446-2.

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Einzelnachweise

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