Ensembles Ensemble Hochfeld mini|Kriegergedächtnissiedlung im Ensemble Hochfeld Das Hochfeld ist ein Augsburger Wohnviertel, das ab der Zeit um 1910 im räumlichen Anschluss an die 1882–1884 errichtete Infanteriekaserne (Prinz-Karl-Kaserne) auf noch unbebautem Gelände im Süden Augsburgs kontinuierlich von genossenschaftlichen Wohnbauträgern angelegt worden ist und dementsprechend ein geschlossenes Bild von Siedlungsbauformen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bietet.
Trageachsen des Quartiers sind die west-ost-gerichtete, an der Infanteriekaserne vorbeistreichende Schertlinstraße sowie die senkrecht dazu, also nordsüdlich verlaufenden Firnhaber- und Hochfeldstraße. Die Firnhaberstraße nimmt auf die Mittelachse der Kaserne Bezug, die Hochfeldstraße stellt am Kasernengelände vorbei die Verbindung mit der Innenstadt her. Aus diesem in der Anfangszeit der Bebauung festgelegten Senkrechtschema der Hauptstraßen ergibt sich für das Viertel in seinem nördlichen Teil ein Rastergrundriss. Darin umfasst das Ensemble lediglich die erste Blockreihe südlich der Schertlinstraße unter Einschluss der Nordseite dieser Straße östlich des Kasernengeländes. Es handelt sich um einen ungestörten Bereich, der zwischen 1910 und 1928 von verschiedenen Wohnbaugesellschaften bebaut worden ist, wobei die Abgrenzung nach Süden durch eine anschließende Störungszone mit Ersatzbebauung aus der Zeit nach 1945 diktiert ist.
Unmittelbarer Anlass für die Bebauung des Hochfelds war die Errichtung des Bahnbetriebswerks 1903-06, das 1910-11 die Anlage von Wohnhäusern für Eisenbahner an der Firnhaberstraße nach sich zog („Baugenossenschaft des Verkehrspersonals Augsburg-Süd“). Aufgrund der großen Anstrengungen, die nach dem Ersten Weltkrieg unternommen werden mussten, um der drückenden Wohnungsnot zu begegnen, wuchs das neue Wohnviertel in den 1920er Jahren sprunghaft weiter. Die „Baugenossenschaft des Verkehrspersonals Augsburg-Süd“ vervollständigte bis 1925 ihren Baublock bis zur Hochfeldstraße; östlich anschließend errichteten zwischen 1923 und 1928 jenseits der Hochfeldstraße das „Siedlungswerk des Mietervereins Augsburg und Umgebung“ eine aus mehrgeschossigen Zeilen und Reihenhäusern mit steilen Ziergiebeln zusammengesetzte Mischbebauung und die Stadtgemeinde Augsburg die um einen Gartenhof angeordnete Dreiflügelanlage des Zeppelinhofs.
Während die Bauten aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg noch die reduzierthistorisierende Formensprache des späten Jugendstils vortragen, zeigen die Wohnhäuser der 1920er Jahre eine nüchternere Gestaltung mit leicht expressionistischem Einschlag im Detail. Das Ensemble gewährt einen Einblick in die Bandbreite architektonischer Kompositionsweise im gemeinnützigen Wohnungsbau aus der Zeit der Weimarer Republik: die Anlage-Formen reichen vom allseits geschlossenen Wohnhof mit begrüntem, Gemeinschaftsgebäude einfassendem Binnenraum über den offenen Dreiflügelhof mit breitem Gartenparterre (Zeppelinhof) bis hin zur Parallelschaltung von mehrgeschossigen Wohnzeilen und zur Reihenhausabfolge. Dem Ensemble-Bereich östlich der Hochfeldstraße verleiht die hier allen Anlagen gemeinsame Handschrift des Architekten Gottfried Bösch außerdem eine besondere formale Geschlossenheit.
Aktennummer: E-7-61-000-21
Einzelbauwerke
Anmerkungen
Literatur
Weblinks
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Augsburg