mini|Fler, 2022 Fler (* 3. April 1982 in West-Berlin; bürgerlich Patrick Losenský, geb. Decker)Vgl. Beschluss des LG Köln vom 5. Juli 2007, 28 O 350/07. ist ein deutscher Rapper und Songwriter. Er tritt auch, wie der verstorbene US-Rapper The Notorious B.I.G., unter dem Pseudonym Frank White (aus dem Film King of New York) auf. Fler war Gründer und Inhaber des Labels Maskulin.
Mit 27 Top-10-Alben (inkl. dem Kollaboalbum Berlins Most Wanted und Samplern von Aggro Berlin und Maskulin) zählt Fler zu den Künstler mit den meisten Top-10-Alben in den Deutschen Albumcharts.
Leben Frühe Jugend Fler wurde als Patrick Decker in Berlin geboren und wuchs in der Thermometersiedlung in Berlin-Lichterfelde auf. Sein Vater verließ die Familie, als er wenige Jahre alt war. Er nahm später den Familiennamen Losenský seines Stiefvaters an. Mit 15 Jahren kam er in psychotherapeutische Behandlung, später in ein Heim. Im Heim begann Decker eine Lehre als Maler und Lackierer, die er jedoch abbrach und in der er den Rapper Bushido kennenlernte. Zunächst machten sie sich in der Berliner Sprayer-Szene einen Namen. Für Decker bedeutete die Karriere als Rapper einen Ausweg aus Kleinkriminalität und finanziellen Schwierigkeiten.
Karriere mini|Fler, 2011 Anfänge mit Bushido und Debütalbum (2002–2005) Bekannt wurde Fler ab 2002 durch seine Zusammenarbeit mit Bushido auf dem gemeinsamen Kollaborationsalbum Carlo Cokxxx Nutten (unter dem Pseudonym Frank White) und Bushidos Album Vom Bordstein bis zur Skyline. Im Oktober 2003 wurde er vom Berliner Hip-Hop-Label Aggro Berlin unter Vertrag genommen. Seine erste Single AggroberlinA (2004) stieg auf Platz 59 der deutschen Charts ein. Flers erstes Soloalbum Neue Deutsche Welle erschien am 1. Mai 2005 und stieg auf Platz 5 in die deutschen Albumcharts ein, in denen es sich 16 Wochen hielt. Die erste Single-Auskopplung war NDW 2005 und stieg auf Platz 9 der Charts ein. Eine Melodie sowie die Vocals des Refrains basieren auf Falcos Hit Rock Me Amadeus.Michael Custodis: Tadel verpflichtet. Indizierung von Musik und ihre Wirkung, in: No Time for Losers. Charts, Listen und andere Kanonisierungen in der Populären Musik (= ASPM Beiträge zur Popularmusikforschung 36), hg. von Dietrich Helms und Thomas Phleps, transcript Bielefeld 2008, ISBN 978-3-89942-983-1 Die zweite Single Nach eigenen Regeln mit dem Rapper G-Hot schaffte es auf Platz 22 der Charts. Mit seinem Track Identität bezieht er konkret Stellung zu den „Nazi-Vorwürfen“ (zum Beispiel „Ich bin kein Nazi, ich bin ein Deutscher mit Identität“ oder „Würden Nazis rappen, glaubt mir, wärn sie alle schon tot, ihr wollt jetzt irgendjemand ficken, fickt die NPD!“), erklärt, woher der Hass in seinen Liedern kommt, und weist weiterhin auf die seiner Meinung nach schizophrene Haltung der Gesellschaft hin, die seine Musik und die anderer verbieten wolle, aber Pornos und Quentin-Tarantino-Filme toleriere. Mitte 2005 rappt Fler auf der Single Jump, Jump (DJ Tomekk kommt) im Refrain und in der ersten Strophe über seinen Erfolg mit dem Album Neue Deutsche Welle. Der Song platziert sich auf Platz drei der Deutschen Charts. In dem Video spielen bekannte Hip-Hop-Größen wie DJ Tomekk, Harris und Sido mit. Es zählte damals zu den aufwendigsten und teuersten Musikvideos im deutschen Hip-Hop.
Trendsetter und weitere Veröffentlichungen (2006–2008) 2006 erschien das Album Trendsetter, das auf Rang 4 der Charts einstieg und sich dort elf Wochen hielt. Die Single Papa ist zurück erreichte Platz 23 der Charts und Cüs Junge Position 50. Chef (Clip & Klar) und Wir bleiben stehen erschienenen als Musikvideos. Am 2. Februar 2007 veröffentlichte Fler sein Mixtape Airmax Muzik. Sido kündigte zuvor in einem Interview an, dass auf dieser CD auf Angriffe zum Beispiel von Shok Muzik oder Bushido geantwortet werde. Zu dem Lied Was is Beef?, bei dem Fler von Sido und Alpa Gun unterstützt wird, wurde ein Video gedreht und im Internet veröffentlicht. Auch zu Das is los! mit Alpa Gun und Bass Sultan Hengzt wurde ein Video gedreht. Im April 2007 wurde die Airmax-Muzik-Tour von Aggro Berlin teilweise abgesagt. Grund war eine Erkrankung von Fler. Im Juli 2007 präsentierte der Rapper eine eigene New-Era-Cap-Kollektion, die in limitierter Auflage erschien. Am 25. Januar 2008 ist Flers drittes Soloalbum Fremd im eigenen Land erschienen. Fler erklärte in einem Interview im Vorfeld, dass er nach der Veröffentlichung von Neue Deutsche Welle und den Nazi-Vorwürfen bei Trendsetter mehr Wert auf Technik und Flow statt auf provokative Texte gelegt habe. Beim dritten Album wollte er nun beides vereinen.
Die erste Singleauskopplung Deutscha Bad Boy erschien bereits am 11. Januar. Torch, ehemaliger Rapper von Advanced Chemistry, reagierte mit Empörung auf die Enteignung des Namens der ersten Chemistry-Single. Auch der Verein Brothers Keepers griff Fler und Aggro Berlin kurz nach Veröffentlichung des Albums, ähnlich wie bei Neger Neger von B-Tight, an. Der Musiksender MTV kündigte bereits vor der Veröffentlichung des Liedes Deutscha Bad Boy an, das zum Lied entstandene Musikvideo aufgrund zweideutiger und deutschnationaler Texte nicht zu senden.MTV wird den VideoClip Deutscha Badboy von Rapper Fler nicht senden. webnews.de readers-edition.de Aus der Zusammenarbeit auf Fremd im eigenen Land entstand die Rapgruppe Südberlin Maskulin, zusammen mit Godsilla. Sie benannten sich nach dem gleichnamigen Lied auf dem Album. Der Name ist eine Reverenz an die Gruppe Westberlin Maskulin, die von 1997 bis 2000 aus Kool Savas und Taktloss bestand und als einer der Vorläufer des deutschen Battle-Rap gilt. Aus Südberlin Maskulin wurden Videos zu Wenn der Beat nicht mehr läuft und Was los? / Ich bin ein Rapper veröffentlicht. Das Kollabo-Album erreichte Rang 22 der Charts, was bis dahin Sillas beste und Flers schlechteste Chartplatzierung darstellte.
Ende von Aggro Berlin und musikalische Aussöhnung mit Bushido (2009–2010) Kurz vor der Veröffentlichung seines Albums Fler trennte er sich von seiner Plattenfirma Aggro Berlin. Aus seinem vierten Album, das am 27. März 2009 erschien und auf Platz 10 der Charts einstieg, wurden Check mich aus und Ich sing nicht mehr für dich (feat. Doreen) als Singles veröffentlicht. Beide Singles schafften es in die Charts. So gelangte Check mich aus auf Platz 74 und Ich sing nicht mehr für dich auf Position 33. Ich sing nicht mehr für dich konnte sich neun Wochen in den deutschen Charts halten. Am 27. März 2009 wurde bekannt, dass sich Fler mit Bushido ausgesprochen hätte und persönliche Differenzen aus dem Weg geräumt worden seien. Bekannt wurde dies dadurch, da sich beide in der MySpace-Freundesliste jeweils als zweitbesten Freund eintrugen.Versöhnung mit Bushido auf mixeryrawdeluxe Fler kündigte später indirekt einen Nachfolger von Carlo Cokxxx Nutten mit Bushido an, dazu unterschrieb er einen Autorenexklusivvertrag bei der Edition ersguterjunge der Universal Music Publishing Germany, blieb jedoch zunächst an kein Label vertraglich gebunden.Mzee.com:
2009 erschien dann Carlo Cokxxx Nutten 2 und stieg auf Platz 3 der Albumcharts ein. Die dazu veröffentlichte Doppel-CD Eine Chance / Zu Gangsta erreichte Platz 26 der deutschen Charts und konnte sich da sieben Wochen halten. Zudem sind die zweiten Teile der Songs Zukunft und Zeiten ändern sich auf dem Album enthalten. Nachdem Fler im März 2010 seinen „Psalm-23-Shop“ in Berlin eröffnete, wo neben seinem eigenen Merchandise auch Kleidung von Flers Modelabel „Psalm-23“ vertrieben wird, veröffentlichte er im Juni 2010, ebenfalls über ersguterjunge, sein fünftes Soloalbum Flersguterjunge, das Position 4 der Charts erreichte. Die zuvor veröffentlichte Single Das alles ist Deutschland kam auf Platz 28 in den deutschen Singlecharts und hielt sich dort fünf Wochen. Zudem erschienen Schwer erziehbar 2010 und Mit dem BMW / Flersguterjunge als Musikvideos. Noch im selben Jahr, am 22. Oktober 2010, erschien das Crew-Album Berlins Most Wanted, das er gemeinsam mit Bushido und Kay One aufnahm und Platz 2 der Charts erreichte, was damals Flers bisher höchste Chartplatzierung darstellte. Die unter demselben Titel ausgekoppelte Single schaffte es auf Platz 31 der Charts, wo sie sich drei Wochen halten konnte.
Maskulin-Gründung, Bruch und musikalische Trendwende (2011–2013) mini|Logo seines 2011 gegründeten Labels Maskulin Ende 2010 trennten sich die Wege von Fler und Bushido wieder. Ein Grund dafür wurde nicht genannt. Gerüchten zufolge soll die Versöhnung der Rapper Bushido und Sido dazu geführt haben. Anfang 2011 gründete Fler sein eigenes Independent-Label Maskulin. Ursprünglich sollte es Musik der Rapper Fler, Silla und Reason vermarkten. An Stelle von Reason wurde dann aber der Rapper G-Hot unter Vertrag genommen. Bald darauf erschienen die ersten Veröffentlichungen. Am 8. April 2011 erschien Flers sechstes Soloalbum Airmax Muzik II, das Position 6 der deutschen Charts erreichte und mithilfe von Groove Attack vertrieben wurde. Zuvor wurden die Singles Nie an mich geglaubt und Minutentakt veröffentlicht. Beide Singles konnten sich in den Charts etablieren. So erreichte Nie an mich geglaubt Rang 64 und Minutentakt Platz 60.
Im selben Jahr folgte sein bereits siebtes Album Im Bus ganz hinten, das ebenfalls über Maskulin erschien und mit Rang 3 die bis dahin höchste Platzierung eines Soloalbums von Fler erreichte. Die Single Spiegelbild schaffte es auf Position 38 der deutschen Charts. Des Weiteren wurden Videos zu den Songs Zeichen, Dirty White Boy und Freunde werden Feinde veröffentlicht. Zudem erschien das Musikvideo Geldregen / Immer noch kein Fan davon als Splitvideo. Am 28. Oktober 2011 wurde das von DJ Gan-G gemixte Mixtape Maskulin Mixtape Vol. 1 digital veröffentlicht. Auf dem Mixtape befinden sich Songs der Rapper Silla, Nicone, G-Hot, MoTrip und Fler selbst. Am 9. März 2012 folgte mit Südberlin Maskulin II in Zusammenarbeit mit Silla das Nachfolge-Album zum ersten Teil von 2008. Das Album erreichte Position 6 in den deutschen Charts. Als Vorbote zum Album wurde die Single Bleib wach / Pitbull ausgekoppelt, die sich auf Platz 79 in den Charts platzieren konnte. Das Album unterscheidet sich musikalisch relativ stark vom Vorgänger. Es werden mehrmals Auto-Tune-Effekte eingesetzt und thematisch sind auch Party-Songs wie Bleib wach und Jeden Tag Silvester enthalten.
2012 erschien das Maskulin Mixtape Vol. 2, das den zehnten Platz in den Compilation-Charts belegen konnte. Es wurde wie der Vorgänger von DJ Gan-G gemixt. Neben Fler selbst sind auch die Rapper G-Hot, Sentence, Nicone und Silla auf dem Mixtape. Fler verkündete, dass Im Bus ganz hinten sein letztes Soloalbum sein sollte. Diese Pläne wurden dann jedoch wieder verworfen und sein achtes Soloalbum Hinter blauen Augen erschien am 2. November 2012. Der Stil des Albums lehnt sich musikalisch an den Südstaaten-Rap/Crunk an und entfernt sich inhaltlich von den von Fler bekannten Gangsta-Rap-Texten. Dies brachte ihm besonders in Deutschland viel negative Kritik ein. Dennoch erreichte das Album Rang 3 der deutschen Albumcharts. Zuvor schaffte es die erste Singleauskopplung Nummer 1 auf Platz 92 in den deutschen Singlecharts. Es erschienen Musikvideos zu den Songs Nummer 1, Hinter blauen Augen, La Vida Loca und Du bist es wert. Die Videos zu Nummer 1 und Hinter blauen Augen wurden von Chris Macari gedreht. Die Regie zu La Vida Loca und Du bist es wert übernahm Smack Talk.