mini|325px|Sitzverteilung: Die Wahl zum libyschen Allgemeinen Nationalkongress 2012Libyen: Mitarbeiter der Wahlkommission getötet. Spiegel Online, 6. Juli 2012Markus Bickel: Zehn Monate nach Gaddafis Sturz: Libyer wählen Nationalkongress. FAZ, 6. Juli 2012 zeit.de, 7. Juli 2012 fand am 7. Juli statt.AFP: Libya elections postponed to July 7. gulfnews.com, 11. Juni 2012; abgerufen am 7. Juli 2012. Es war die erste Wahl in Libyen seit über 60 Jahren, bei der mehrere Parteien zur Wahl standen.Erste Wahl in Libyen: Euphorie, verbrannte Stimmzettel und ein Toter. Welt online, 7. Juli 2012 Zeit online, 7. Juli 2012Libyen hat die Ergebnisse der ersten demokratischen Wahlen verkündet. Basler Zeitung, 18. Juli 2012

Der Nationalkongress war Nachfolger des Allgemeinen Volkskongresses, war ein vorläufiges Parlament und bestimmte eine Interimsregierung. Er hatte (anders als zeitweise geplant) nicht die Befugnis, die Mitglieder der verfassungsberatenden Kommission zu wählen.

Vorgaben des Wahlgesetzes Der Nationalkongress hatte gemäß dem Ende Januar 2012 vom Nationalen Übergangsrat (NTC) beschlossenen Wahlgesetz 200 Abgeordnete. 80 Mandate gingen an Mitglieder von Parteien und die übrigen 120 an unabhängige Kandidaten.Libyen nach der Revolution: „Es ist eine Diktatur, die wir jetzt wieder erleben“. Zeit online, 16. Februar 2012. Die westliche Region stellte 102 Abgeordnete, die östliche 60, der Süden 29, die Sirte und Dschufra einschließende mittlere Region 9.NTC prepares for Libya elections magharebia.com, 14. Februar 2012.

Parteien, die sich an regionale Gruppen wenden, waren auch nicht erlaubt. Außerdem sollten sie mindestens 250 Mitglieder haben. Am 24. April veröffentlichte der Übergangsrat einen Gesetzesentwurf, der radikale religiöse Parteien verbieten sollte. Anfang Mai gab der Übergangsrat allerdings bekannt, diesen Gesetzentwurf zurückzuziehen. Lediglich Parteien, die Ableger einer ausländischen Partei sind, wurden nicht zugelassen. Sie durften keine Gelder aus dem Ausland erhalten. am 2. Mai 2012. Abgerufen am 29. Dezember 2012 Stern.de, 3. Mai 2012; abgerufen am 4. Mai 2012. Auf den Parteilisten musste jeder zweite Kandidatenplatz mit einer Frau besetzt werden.Julia Gerlach: Wahlen Libyen: Die Frauen von Tripolis. Frankfurter Rundschau, 4. Juli 2012

Anders als zunächst vom Übergangsrat geplant wählte der Allgemeine Nationalkongress nicht die 60 Mitglieder der verfassungsberatenden Kommission. Dieser Plan stieß auf Widerstand, insbesondere aus der ostlibyschen Region Kyrenaika. Der NTC beschloss kurz vor der Wahl, diese in einer separaten Wahl direkt vom Volk wählen zu lassen.

Ablauf Ursprünglich sollte die Wahl am 19. Juni 2012 stattfinden, aber aus logistischen Gründen verlegte Wahlleiter Ahmed Al-Abbar Anfang Juni sie auf den 7. Juli.

Ab dem 1. Mai 2012 konnten sich die Wähler und auch die Kandidaten für die Wahl registrieren lassen. Die insgesamt 3,4 Millionen wahlberechtigten Libyer konnten sich landesweit in 1.350 Lokalen in Wählerlisten eintragen. Für die Kandidaten gab es 13 Registrierungslokale.Libya opens registration for assembly vote. 1. Mai 2012 (englisch). Bis zum 23. Mai hatten sich 3,0 Millionen Wähler registriert, vom 23. Mai 2012 (englisch); abgerufen am 2. Mai 2012. davon waren 48 % Frauen.

3.700 Kandidaten, darunter 585 Frauen, stellten sich zur Wahl. 2.500 von ihnen vertraten eine Partei und 1200 waren unabhängige Kandidaten.Liberale angeblich stärkste Partei. FAZ.

Auslandslibyer konnten ihre Stimmen in den Botschaften ihres Landes in Großbritannien, Deutschland, Kanada, Jordanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den Vereinigten Staaten abgeben. vom 6. Mai 2012. Abgerufen am 7. Mai 2012. (Arabisch)Libya says 330,000 voters register for June poll. 6. Mai 2012 (englisch); abgerufen am 7. Mai 2012.

Im Ostteil des Landes stürmten Separatisten einige Wahlbüros und zündeten Urnen und Wahlzettel an. Die Polizei erschoss einen Angreifer.

Ergebnis Von den übrigen 80 Parlamentssitzen, die bei der Abstimmung über Parteilisten vergeben wurden, erhielt die Allianz Nationaler Kräfte des früheren Übergangsregierungschefs Mahmud Dschibril mit 39 die meisten Sitze, gefolgt von der Partei für Gerechtigkeit und Aufbau der islamistischen Muslimbrüder (17 Sitze). Die restlichen Plätze gingen an circa 20 kleinere Parteien mit überwiegend regionaler Basis.

Durch die spezielle Parteilisten-Regelung begünstigt, wurden auch 33 Frauen in den Nationalkongress gewählt. bei tagesschau.de, 18. Juli 2012; abgerufen am 18. Juli 2012.

Partei/BündnisStimmenAnteilSitze Allianz der Nationalen Kräfte714.76948,14 %39 Partei für Gerechtigkeit und Aufbau152.52110,27 %17 Partei der Nationalen Front60.5924,08 %3 Union für Heimatland66.7724,50 %2 Nationale Zentrumspartei59.4174,00 %2 Wadi-al-Hayah-Partei6.9470,47 %2 Gemäßigte Ummah-Versammlung21.8251,47 %1 Authentizität und Erneuerung18.7451,26 %1 Nationalpartei für Demokratie und Wohlfahrt17.1581,16 %1 Weisheitspartei17.1291,15 %1 Authentizität und Fortschritt13.6790,92 %1 Libysche Nationaldemokratische Partei13.0920,88 %1 Allianz Nationaler Parteien12.7350,86 %1 Botschaft7.8600,53 %1 Zentristische Jugendpartei7.3190,49 %1 Libyen – Die Hoffnung6.0930,41 %1 Labaika-Nationalpartei3.4720,23 %1 Libysche Partei für Freiheit und Entwicklung2.6910,18 %1 Stiftung1.5250,10 %1 Nation und Prosperität1.4000,09 %1 Nationalpartei von Wadi asch-Schati'1.3550,09 %1 al-Watan-Partei51.2923,45 %0 Unabhängige226.41515,25 %120 Gültige Stimmen1.484.723 — Ungültig/Leer — Gesamt 2.865.937 100 % 200 Quellen: Libya Herald, Projekt Nahostdemokratie (PDF; 161 kB)

Weblinks Internetseite der libyschen Wahlkommission (englisch)

Fußnoten

#2012 Libyen