Die Vidivarier (lat. Vidivarii) waren ein Mischvolk, das in der Antike an der Weichselmündung lebte.

Überlieferung Die Vidivarier werden nur vom gotischen Geschichtsschreiber Jordanes erwähnt. Sie waren den Ästiern benachbart und wohnten auf den Inseln namens Gepidoios („Gebidenauen“), die vormalen von den Gepiden bewohnt waren.

Um 880 besuchte der angelsächsische Händler Wulfstan die am Frischen Haff gelegene Handelsstadt Truso, wobei er Witland erwähnt, das östlich der Weichsel liegt:

Schon früh stellte die Forschung zwischen Witland und den Vidivariern einen Zusammenhang her.

Name und Deutung Der Name ist eine typische germanische Bildung auf germ. *-warijôz „Bewohner“, wie er in mehreren germanischen Stammesnamen auftritt (Ampsivarier, Angrivarier, Bajuwaren, Chattuarier, Rätovarier). Der erste Teil könnte zu germ. *widu „Wald“ gestellt werden, denkbar ist aber auch, dass im ersten Teil ein nichtgermanisches Element vorliegt. Da die Vidivarier nach Jordanes ein Mischvolk waren, wird angenommen, dass sie sich aus Germanen und Balten bzw. Ästiern bildeten.

Literatur

Kategorie:Germanischer Stamm Kategorie:Baltischer Stamm Kategorie:Ostgermanen Kategorie:Antike Ethnie Kategorie:Historische europäische Ethnie