miniatur|Kleine Siegelschrift, , aus der Qin-Dynastie

Die Siegelschrift () ist das Ergebnis einer »Linearisierung« der Schriftzeichen von der frühen Westlichen Zhōu-Dynastie (11. Jahrhundert v. u. Z.) bis zur Frühlings- und Herbst-Periode (722–481 v. u. Z.): Die ursprünglich zum Teil sehr bildlichen Zeichen wurden zunehmend mit gleich breiten Linien geschrieben, und der piktografische Charakter der Schrift trat in den Hintergrund.Qiú, S. 45 ff.

Während der Qín-Dynastie wurden je nach Schreibmaterial und Anlass unterschiedliche Schriftstile verwendet: die Siegelschrift für offizielle Zwecke und Inschriften sowie ein anderer Schriftstil (eine Form der Kanzleischrift) für andere Niederschriften auf Bambus- oder Holztäfelchen.

Während der Herrschaft von Qín Shǐhuángdì (247–210 v. u. Z.) wurde die Siegelschrift standardisiert. Später (vermutlich seit der Hàn-Dynastie) wurde diese standardisierte Qín-Siegelschrift als »Große Siegelschrift« (dàzhuàn ) und die davon abweichenden bzw. vorhergehenden Schriften vom selben Typus in den verschiedenen Staaten der Region als »Kleine Siegelschrift« (xiǎozhuàn ) bezeichnet.Qiú, S. 100.

Heute gilt die Siegelschrift als einer der fünf Standard-Kalligrafiestile neben der Kursivschrift (), Konzeptschrift (), Kanzleischrift () und Regelschrift ().

Literatur Qiú Xīguī : Chinese Writing. (Originaltitel: Wénzìxué gàiyào ; Übersetzung von Gilbert L. Mattos und Jerry Norman) University of California, Berkeley 2000, ISBN 1-55729-071-7 (englisch).

Weblinks

Greater Seal Script. In: Chinaculture.org (archiviert, englisch) (Vorschlag, die Kleine Siegelschrift im UCS/Unicode zu kodieren)

Fußnoten

Kategorie:Chinesische Kalligrafie