mini|St. Nikolaus
Stettberg ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Geslau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Stettberg hat eine Fläche von 4,442 km². Sie ist in 312 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 14.325,94 m² haben.
Geografie Das Kirchdorf liegt am Ödenbach, einem linken Zufluss des Kreuthbachs, der wiederum ein rechter Zufluss der Altmühl ist. 0,5 km nordwestlich erhebt sich der Rabenbuck, im Nordosten liegt das Rothfeld, im Osten das Dürrfeld.
Gemeindeverbindungsstraßen führen zur Staatsstraße 2250 (0,9 km südlich), nach Binzwangen (2,3 km östlich), nach Cadolzhofen zur Kreisstraße AN 8 (1,5 km nördlich) und ebenfalls zur AN 8 bei Burghausen (2,5 km nördlich). Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.
Geschichte Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Oberamts Colmberg von 1608 wurden für Stettberg 23 Mannschaften verzeichnet: 11 Anwesen unterstanden dem Kastenamt Colmberg, 2 Anwesen dem Hofkastenamt Ansbach, 2 Anwesen dem Klosterverwalteramt Sulz, 1 Anwesen dem Vogtamt Jochsberg und 7 Anwesen der Reichsstadt Rothenburg. Das Hochgericht übte das Vogtamt Colmberg aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/1, 9r. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 705. Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Colmberg von 1681 waren für Stettberg 25 Mannschaften verzeichnet: 12 Anwesen unterstanden dem Kastenamt Colmberg, 2 Anwesen dem Hofkastenamt Ansbach, 2 Anwesen dem Klosterverwalteramt Sulz, 1 Anwesen dem Vogtamt Jochsberg, 7 Anwesen der Reichsstadt Rothenburg und 1 Anwesen dem eichstättischen Stiftskapitel Herrieden. Das Hochgericht wurde vom brandenburg-bayreuthischen Schultheißenamt Markt Bergel strittig gemacht.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/2, 25. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 710.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Stettberg 26 Anwesen. Das Hochgericht übte nun das Schultheißenamt Markt Bergel aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Vogtamt Colmberg. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (13 Anwesen; Hofkastenamt Ansbach: 1 Gut, 1 Mühle; Kastenamt Colmberg: 1 Gütlein, 2 Söldengütlein, 1 Söldengütlein mit Schmiede, 3 Köblergüter, 1 Haus; Klosterverwalteramt Sulz: 1 Hof; Vogtamt Jochsberg: 1 Köblergut mit Wirtshaus; Spital Ansbach: 1 Hof), das Stiftskapitel Herrieden (1 Hof), die Pfarrpfründe Colmberg (4 Köblergüter), die Pfarrei Binzwangen (1 Köblergut), das Hospital Rothenburg (2 Köblergüter) und die Reichsstadt Rothenburg (1 Hof, 1 Halbhof, 3 Köblergüter). Neben den Anwesen gab es noch die Kirche und kommunale Gebäude (Schulhaus, Hirtenhaus, Armenhaus mit Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 913 f.Nach J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 443, soll es nur 15 Untertansfamilien gegeben haben: „Stettberg, eine Stunde von Colmberg, ein an der Bayreuthischen Gränze, 3 Stunden oberhalb Aurach gegen Norden an einem von Windelsbach herabkommenden Bache, der oberhalb Meuchlein in die Altmühl fällt, gelegenes und von Binzwang durch einen dazwischen [Sp. 444] liegenden Berg getrenntes Pfarrdorf von 15 Unterthanen, wovon einer Eichstättisch und zwar zum oberländischen Ober- und Vogtamte Wahrberg-Aurach gehörig ist. Sieben sind Rothenburgisch, die 6 Dienste haben und 2 Wagen stellen. Jeder Unterthan ist seiner Herrschaft vogt- und schatzbar. Die hohe fraischliche Obrigkeit ist seit 1525 Brandenburgisch.“ Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1010 f.
1806 kam Stettberg an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Stettberg dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Binzwangen und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Binzwangen zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Stettberg. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. Von 1862 bis 1879 gehörte Stettberg zum Bezirksamt Ansbach, ab 1880 zum Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Leutershausen, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber zuständig, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichts Ansbach ist. Die Finanzverwaltung wurde 1880 vom Rentamt Rothenburg ob der Tauber übernommen (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt, seit 1973 Zweigstelle des Finanzamts Ansbach). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,429 km².
Am 1. Januar 1972 wurde Stettberg im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Geslau eingemeindet.
Baudenkmäler In Stetteberg gibt es vier Baudenkmäler: evang.-luth. Pfarrkirche St. Nikolaus, Chorturmkirche, romanisch, spätere Veränderungen; mit Ausstattung; Friedhof, Ummauerung im Kern mittelalterlich, mit Grabsteinen Haus Nr. 7: eingeschossiges Wohnstallhaus, Krüppelwalmdach, Fachwerkgiebel, um 1800 Haus Nr. 21: eingeschossiges Fachwerkwohnstallhaus, um 1800 Haus Nr. 27a: Bauernhof, Dreiseitanlage, eingeschossiges Fachwerkwohnstallhaus, 1857 Haus Nr. 27b: Bauernhof, Dreiseitanlage, eingeschossiges Fachwerkwohnstallhaus, Mitte 19. Jahrhundert
ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 3: massives, eingeschossiges Wohnstallhaus mit verzahnten Eckquadern; in der Giebelwand Relief mit Rothenburger Wappen, bezeichnet „1733 P. K.“ Einfacher FachwerkgiebelH. K. Ramisch: Landkreis Rothenburg ob der Tauber, S. 111. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. zahlreiche, für das Ortsbild bestimmende Fachwerkscheunen des frühen 19. Jahrhunderts.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 Einwohner 166 163 190 190 183 185 190 185 204 193 192 196 183 169 157 189 194 196 180 268 221 198 176 185 139HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 32 35 42 42 41 41 38 36 39 34 Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Nikolaus (Stettberg) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannis (Rothenburg ob der Tauber) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Geslau) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach