Kloster Sulz ist ein Gemeindeteil des Marktes Dombühl im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Kloster Sulz hat eine Fläche von 8,362 km². Sie ist in 652 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 12.824,86 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Baimhofen, Binsenweiler, Bortenberg und Ziegelhaus.
Geographie Das Pfarrdorf liegt an der Sulzach. Im Nordwesten befindet sich der Klosterberg, der eine Erhebung der Sulzachrandhöhen ist, die Teil der Frankenhöhe sind. Die Kreisstraße AN 4 führt nach Dombühl zur Kreisstraße AN 35 (2 km südwestlich) bzw. nach Brunst (2,5 km nordöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen über die Ziegelhütte nach Ziegelhaus (1,3 km nordwestlich), nach Binsenweiler (3 km südlich) und nach Bortenberg (1,4 km südlich).
Geschichte Das Prämonstratenserinnenkloster Kloster Sulz wurde um 1200 wahrscheinlich durch die Herren von Wahrberg gegründet und nach dem Fluss Sulz(ach) benannt. Erst später ist das Dorf entstanden. Kloster Sulz lag teils im Fraischbezirk des ansbachischen Oberamtes Feuchtwangen, teils des ebenfalls ansbachischen Oberamtes Colmberg. Mit der Einführung der Reformation im Fürstentum Ansbach wurde die Säkularisation des Klosters beschlossen. 1539 wurde zur Verwaltung des umfangreichen klösterlichen Besitzstandes das ansbachische Klosterverwalteramt Sulz geschaffen.
Im Jahre 1732 bestand der Ort aus 13 Anwesen. Außerdem gab es 1 Kirche, 1 Amtshaus, 1 Pfarrhaus, 1 Schulmeisterwohnung, Stallungen, Getreidekästen und andere Gebäude des ehemaligen Klosters, Ringmauer mit 3 Toren, 1 Wildmeisterhaus, 1 Hirtenhaus. Grundherren waren das Stadtvogteiamt Leutershausen (1 Wirtschaft, 2 Bäckereien, 1 Schmiede, 1 Ziegelhütte, 7 Gütlein, außerdem das Wildmeister- und Hirtenhaus) und das Klosterverwalteramt Sulz (1 Hof und alle übrigen kommunalen und kirchlichen Gebäude).Nach der Vetterischen Beschreibung des Oberamtes Feuchtwangen von 1732 (s. a. Kloster Sulz (Grundherrschaft) auf der Website geschichte-feuchtwangen.de). Hiernach gab es nur 10 Untertansfamilien. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Feuchtwangen.
Von 1765 bis 1773 wurde beim Ort Steinkohle gefördert.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 491.
Im Jahre 1806 kam Kloster Sulz an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde Kloster Sulz dem Steuerdistrikt Dombühl zugeordnet. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Sulz mit den Orten Baimhofen, Binsenweiler, Bortenberg und Ziegelhaus. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Feuchtwangen und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Feuchtwangen zugeordnet. Ab 1858 gehörte Kloster Sulz zum Landgericht Schillingsfürst und zum Rentamt Rothenburg ob der Tauber (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Ab 1862 übernahm das neu gebildete Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber die Verwaltung (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt). In der Gerichtsbarkeit blieb das Landgericht Schillingsfürst zuständig (1879 in Amtsgericht Schillingsfürst umbenannt), von 1928 bis 1973 war es das Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber. Im Jahre 1952 wurde der Name der Gemeinde amtlich von „Sulz“ in „Kloster Sulz“ geändert. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,800 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Kloster Sulz am 1. April 1971 nach Dombühl eingemeindet.
Baudenkmäler In Kloster Sulz gibt es fünf Baudenkmäler: Bergstraße 17: zweigeschossiges Wohnhaus, Krüppelwalmdach, teilweise verputzte Fachwerkteile, 18. Jahrhundert Hauptstraße 10: Pfarrhaus, zweigeschossiger, massiver Walmdachbau, frühes 19. Jahrhundert Klosterweg 2: ehemalige Klostermühle, eingeschossiger Satteldachbau, verputzter Fachwerkgiebel, um 1556, Umbauten im 19. Jahrhundert; massives Walmdachnebengebäude, 18. Jahrhundert Klosterweg 5 und 7: ehemalige Klostergebäude, zweigeschossiger Baukörper mit verputztem Fachwerkobergeschoss, 14. Jahrhundert, später verändert Klosterweg 9: evang.-luth. Pfarrkirche St. Maria, ehemalige Prämonstratenserinnenstiftskirche, einschiffiges Langhaus mit Polygonchor, Anfang 14. Jahrhundert, Veränderung im 16. Jahrhundert; mit Ausstattung Friedhof, ummauerte Anlage, 19. Jahrhundert; Steinkreuz mit unterlebensgroßem Kruzifix, 1892; Grabsteine
Einwohnerentwicklung Gemeinde Kloster Sulz Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 352 372 385 385 368 381 370 413 395 392 407 382 386 396 401 376 374 349 358 522 514 460 380 361HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 58 66 72 72 73 74 71 72 79 Quelle Für die Gemeinde Kloster Sulz zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Baimhofen (S. 7), Binsenweiler (S. 10), Bortenberg (S. 11) und Ziegelhaus (S. 106).
Ort Kloster Sulz Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 147 161 174 178 182 201 195 292 222 212 199Häuser 24 31 36 40 39 46 46 65Quelle
Religion Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Maria und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.
Söhne und Töchter der Gemeinde Johann Sigmund Lindner (1770–1827), Jurist, Bürgermeister und Ehrenbürger von Erlangen Christian Caselmann (1889–1979), Erziehungswissenschaftler und Medienpädagoge der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Dombühl) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ort an der Sulzach Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach