Nordenberg ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Windelsbach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Der Ort gliedert sich in Obernordenberg, Unternordenberg und Vorhof. Die Gemarkung Nordenberg hat eine Fläche von 17,772 km². Sie ist in 731 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 24.311,89 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Karrachmühle und Linden.

Geografie Das Dorf liegt am Weihergraben, der mit anderen Bächen zu einem rechten Zufluss der Altmühl zusammenfließt. Im Nordosten grenzt der Nordenberger Wald an, der sich auf einer Anhöhe befindet, im Südwesten grenzt der Vogelbachwald an. Die Kreisstraße AN 8 führt nach Hartershofen (2 km westlich) bzw. nach Linden (1,5 km südlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Windelsbach zur AN 8 (2,7 km südöstlich), nach Schweinsdorf (2 km südwestlich) und zur Kreisstraße NEA 52 südlich von Wildbad (3,5 km nordöstlich).

Geschichte Der Ort wurde erstmals 1156 im Zusammenhang mit Lupold von Nordenberg erwähnt.Nordenberg auf der Website windelsbach.de Nordenberg war ursprünglich Eigentum und Stammsitz der Erbküchenmeister von Nortenberg. 1383 musste dieses Adelsgeschlecht seine Burg Nordenberg samt umliegenden Orten wegen Überschuldung für 7000 Gulden an Bürger und Räte der Reichsstadt Rothenburg verkaufen. Dass der Ort nun Eigentum von Nichtadeligen war, missfiel dem Burggrafen Friedrich von Nürnberg und führte zu einer Fehde mit der Reichsstadt Rothenburg. 1406 kam es zur erfolglosen Belagerung dieser Burg. Im Jahr 1407 konnte der Burggraf jedoch den römisch-deutschen König Ruprecht dazu veranlassen, dass dieser den Befehl erteilte, sämtliche Burgen, die in der Hand von Rothenburger Bürgern waren, niederzureißen. Dies wurde bei der Burg Nordenberg auch durchgeführt. Im ausgehenden Mittelalter war Nordenberg zeitweise einer der Stammsitze der Familie Esel; die Familie benannte sich auch nach dem Ort.

Im Jahre 1801 gab es 21 Haushalte, die alle der Reichsstadt Rothenburg untertan waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 27f.

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde Nordenberg dem Steuerdistrikt Schweinsdorf zugewiesen. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Nordenberg mit den Orten Karrachmühle, Linden, Obernordenberg, Unternordenberg und Vorhof. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Rothenburg und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Rothenburg ob der Tauber (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Ab 1862 übernahm das Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber die Verwaltung (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt) und das Stadt- und Landgericht Rothenburg ob der Tauber die Gerichtsbarkeit (1879 in Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,913 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Januar 1972 nach Windelsbach eingemeindet.

Baudenkmäler In Nordenberg gibt es elf Baudenkmäler: Haus Nr. 1: ehemalige Herberge der Stadt Rothenburg, zweigeschossiger Massivbau, 1654/56 Haus Nr. 5: Bauernhof, zweigeschossiges, einhüftiges Fachwerkhaus, 18./19. Jahrhundert Denkmal, Sandsteinpyramide auf Stufenpodest, Mitte 19. Jahrhundert Käpplinger-Kreuz, 1699; auf halber Höhe der Schweinsdorfer Steige.Das sogenannte Käpplinger-Kreuz auf der Website www.suehnekreuz.de Steinkreuz, wohl spätmittelalterlich; am oberen Ende der Schweinsdorfer Steige. Wildbannstein, 1547; zwischen Nordenberg und Schweinsdorf am Waldrand. Wildbannstein, 1547; am Waldeck Hutweg Richtung Urphershofen. Hoheitsstein; an der alten Weinstraße. Hoheitsstein; am Waldeck am Wurmbach, Richtung Windelsbach. Försterstein zum Andenken an die Alleeanlage, bez. 1857; am Waldweg zwischen Wachsenberg und der Schweinsdorfer Steige. einunddreißig Grenzsteine, 1617; östlich bis südlich der Ortschaft.

ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 2: Erdgeschossiges Fachwerkwohnstallhaus des frühen 19. JahrhundertsH. K. Ramisch: Landkreis Rothenburg ob der Tauber, S. 74. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 10: einfaches, erdgeschossiges Wohnstallhaus aus Fachwerk, 18./19. Jahrhundert Haus Nr. 12: ehemaliges Hirtenhaus; einfaches, kleines Fachwerkhaus des 18. Jahrhunderts Steinkreuz, wohl spätmittelalterlich; am Südzipfel der Nordenberger Gemarkung.

Bodendenkmäler In der Gemarkung Nordenberg gibt es zwölf Bodendenkmäler, darunter ein mittelalterlicher Turmhügel.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Nordenberg Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 232 253 266 239 251 234 240 241 276 256 259 263 253 241 259 249 260 277 255 325 388 336 293 256HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 47 47 48 52 52 53 55 61 63 Quelle Für die Gemeinde Nordenberg zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Karrachmühle (S. 46) und Linden (S. 55). Obernordenberg: 34 Einwohner, 8 Häuser; Unternordenberg: 106 E., 19 H.; Vorhof: 4 E., 2 H. Vgl. Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 272 Einwohner. Nordenberg: 136 Einwohner; Vorhof: 4 E. Nordenberg: 89 Einwohner; Obernordenberg: 33 E.; Unternordenberg: 9 E.; Vorhof: 10 E. Nordenberg: 92 Einwohner, 18 Wohngebäude; Obernordenberg: 44 E., 8 Wgb.; Unternordenberg: 8 E., 3 Wgb.; Vorhof: 15 E., 3 Wgb. Nordenberg mit Unternordenberg und Vorhof: 119 Einwohner, 25 Wohngebäude; Obernordenberg: 44 E., 8 Wgb. Nordenberg mit Unternordenberg und Vorhof: 125 Einwohner, 25 Wohngebäude; Obernordenberg: 39 E., 9 Wgb. Nordenberg mit Unternordenberg und Vorhof: 186 Einwohner, 30 Wohngebäude; Obernordenberg: 53 E., 9 Wgb. Nordenberg mit Unternordenberg und Vorhof: 123 Einwohner, 30 Wohngebäude; Obernordenberg: 40 E., 9 Wgb.

Ort Nordenberg Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2011 2016Einwohner 139 144 140 141 159 163 164 239 163 151 155 179 183Häuser 27 29 32 33 34 39 39 43 Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Martin (Windelsbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannis (Rothenburg ob der Tauber) gepfarrt.

Wanderwege Durch Obernordenberg verlaufen die Fernwanderwege Europäische Wasserscheide und Jean-Haagen-Weg.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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