Lohr () ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Insingen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Lohr hat eine Fläche von 7,308 km². Sie ist in 833 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8773,03 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Leuzhof.

Geografie Das Kirchdorf liegt am Lohrbach, einem linken Zufluss der Tauber. Im Südosten erhebt sich die bewaldete Anhöhe Reinhardsberg (), 1 km nordöstlich der Haarbuck. Die Staatsstraße 2419 führt nach Rothenburg ob der Tauber (4,5 km nördlich) bzw. nach Insingen (3 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Bockenfeld zur Kreisstraße AN 33 (2 km östlich) bzw. zur Staatsstraße 1040 (1,6 km westlich).

Geschichte 1381 wurde das Dorf mit dem Schloss (Burg Lohr) zerstört. Unter Führung des französischen Generals Ezéchiel de Mélac sollen im November 1688 französische Mordbrenner 28 Häuser angezündet und einen Schaden von 7909 Gulden angerichtet haben.

1801 gab es 24 Haushalte, von denen 16 der Reichsstadt Rothenburg, 7 Brandenburg-Ansbach und 1 dem Ansbacher Eigenherrn Seefried untertan waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 392f.

Mit dem Gemeindeedikt wurde der Steuerdistrikt Lohr gebildet. Zu diesem gehörten Bettenfeld, Burgstall, Herrnwinden, Hollermühle, Lohrbach, Mittelmühle und Obermühle. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Lohr, zu der der Leuzhof gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Rothenburg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Rothenburg ob der Tauber (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Ab 1862 übernahm das Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber die Verwaltung (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt) und das Stadt- und Landgericht Rothenburg ob der Tauber die Gerichtsbarkeit (1879 in Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Die Gemeinde 1964 hatte eine Gebietsfläche von 7,329 km². Mit der Gebietsreform in Bayern wurde Lohr am 1. Mai 1978 nach Insingen eingemeindet.

Baudenkmäler In Lohr gibt es sechs Baudenkmäler: Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Egydius: neuromanische Saalkirche mit Ostturm, 1854/57; mit Ausstattung Friedhof: ummauerte Anlage, 1904; mit Grabsteinen Rothenburger Straße 8: ehemaliges Pfarrhaus, Halbwalmdachbau, Fachwerkobergeschoss, 18. Jahrhundert Rothenburger Straße 10: Gasthof zum Roß, zweigeschossiger, verputzter Fachwerkbau, Satteldach mit Schopfwalm, 18. Jahrhundert Rothenburger Straße 11: ehemaliges Pfarrhaus, zweigeschossiger verputzter Krüppelwalmdachbau, 1834. Rothenburger Straße 14: Lehrerwohnhaus, ehemalige Schule, zweigeschossiger, verputzter Walmdachbau, Mitte 19. Jahrhundert

Einwohnerentwicklung Gemeinde Lohr Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 247 243 270 251 257 239 261 253 240 247 256 258 254 266 277 260 271 273 248 414 392 361 263 251HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 40 44 40 43 43 46 46 49 53 Quelle Für die Gemeinde Lohr zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Leuzenhof (S. 54).

Gemeindeteil Lohr Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 232 227 237 241 229 231 249 341 244 235 248Häuser 38 42 41 43 43 46 50 57Quelle

Religion Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Egydius und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Laurentius (Gebsattel) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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