Val Müstair () ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Graubünden. Sie liegt im gleichnamigen Val Müstair (deutsch Münstertal, italienisch Val Monastero) und gehört zur Region Engiadina Bassa/Val Müstair.
Sie entstand am 1. Januar 2009 aus der Fusion der bis dahin selbständigen Gemeinden Fuldera, Lü, Müstair, Santa Maria Val Müstair, Tschierv und Valchava. Die durch die Fusion entstandene Gemeinde war deckungsgleich mit dem gleichnamigen Kreis.
Umgangssprache ist das bündnerromanische Idiom Jauer.
Geografie mini|links|Luftbild (1954) Man erreicht die Gemeinde von Zernez im Engadin aus über den Ofenpass. Östlich von Müstair verläuft die Grenze zum Vinschgau (Südtirol), die zugleich die rätoromanisch-deutsche Sprachgrenze bildet. Die dortige Gemeinde Taufers im Münstertal gehört geografisch ebenfalls zum Münstertal. Von Santa Maria aus führt der Umbrailpass ins Veltlin. Durch das Tal fliesst der Rambach (romanisch Rom).
Das Tal wird in drei Abschnitte geteilt: Terzal d’Aint (inneres Drittel) mit Tschierv, Fuldera und Lü Terzal d’Immez (mittleres Drittel) mit Valchava und Sta. Maria Terzal d’Oura (äusseres Drittel) mit Müstair Diese Einteilung entspricht auch den drei Plateaus im Schweizer Teil des Tals.
Klima Für die Normalperiode 1991–2020 beträgt die Jahresmitteltemperatur 6,3 °C, wobei im Januar mit −5,6 °C die kältesten und im Juli mit 15,6 °C die wärmsten Monatsmitteltemperaturen gemessen werden. Im Mittel sind hier rund 136 Frosttage und 40 Eistage zu erwarten. Sommertage gibt es im Jahresmittel rund 12, während statistisch gesehen alle 10 Jahre mit einem Hitzetag zu rechnen ist. Die Messstation von MeteoSchweiz liegt auf einer Höhe von Seit Messbeginn (1931) ist im November mit 71 Zentimeter noch nie so viel Schnee in Santa Maria gefallen wie 2019. Der alte Rekord stammte mit 65 Zentimeter aus dem Jahr 1959. Der Hitzerekord in Santa Maria wurde am 27. Juni 2019 mit 31,7 °C aufgestellt.
Geschichte Siehe Abschnitte Geschichte in den einzelnen Artikeln zu den Vorgängergemeinden (talabwärts geordnet): Tschierv Fuldera Lü Valchava Sta. Maria – Hauptort des Tals Müstair
Wappen
Sehenswürdigkeiten mini|Benediktinerinnenkloster St. Johann
Die bedeutendste Sehenswürdigkeit ist das Benediktinerinnenkloster St. Johann an der Via Maistra in Müstair.
Infrastruktur In Sta. Maria steht das Gesundheitszentrum Val Müstair, eines der kleinsten Spitäler der Schweiz.
Literatur
Daniel Fleuti, Andrea Kippe: Wanderwelt Val Müstair, Wanderungen und Schneeschuhtouren zwischen Ofenpass und Glurns. Rotpunktverlag, Zürich 2018, ISBN 978-3-85869-780-6. Padrot Nolfi: Das Bündnerische Münstertal (= Schweizer Heimatbücher. Band 5). Haupt, Bern 1958. Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden III. Die Talschaften Räzünser Boden, Domleschg, Heinzenberg, Oberhalbstein, Ober- und Unterengadin (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 11). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 1940. . Albuin Thaler O.M.Cap.: Geschichte des Bündnerischen Münstertales. Sterzing 1925. Anna Tuor-Mall, Gion Anton Tuor: Ja, damals … Das einfache Leben im Münstertal vor 100 Jahren. Familienbiografische Erzählungen. Hrsg. von der Biblioteca Jaura. Valchava 2018. William Wolfensberger: Köpfe und Herzen. Geschichten aus dem Hochtal. Schulthess, Zürich 1930.
Weblinks
Offizielle Seite der Gemeinde Val Müstair Bundesinventar ISOS: Müstair
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Val Müstair Kategorie:Schweizer Gemeinde