mini|270px|St. Michael
Kirnberg ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Gebsattel im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Kirnberg hat eine Fläche von 5,685 km². Sie ist in 596 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9538,38 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Pleikartshof, Speierhof und Wildenhof.
Geographische Lage Das Kirchdorf liegt am Kirnbacher Mühlbach, einem rechten Zufluss der Tauber. 0,5 km nordwestlich befindet sich der Wolfsberg (). Die Staatsstraße 2249 führt nach Gebsattel (2,5 km westlich) bzw. nach Schönbronn (4 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Erlbach (1,3 km nordwestlich), nach Rödersdorf (1,6 km südlich) und nach Wildenhof (0,7 km östlich).
Geschichte Kirnberg gilt als Ausbauort, der von Gebsattel aus wohl im 9./10. Jahrhundert geworden ist. Benannt wurde der Ort nach der damaligen Mühle, einer Getreidemühle (kürnen (mhd.) = mahlen, zermahlen). Ältere Namensbezeichnungen des Ortes lauten „Kürnberg“, „Kürenberg“ und „Kurenberg“.
Urkundlich erwähnt wurde eine Burg Kirnberg in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, die aber bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts zerstört wurde. Der ehemalige Turmhügel wurde bis 1920 fast völlig abgegraben und existiert nicht mehr.
Im 13. Jahrhundert wurde die St.-Maria- und Michael-Kirche errichtet, die zunächst eine Filiale von St. Laurentius (Gebsattel) war. 1330 erfolgte deren Loslösung von der Mutterkirche. Im Jahre 1707 hatte die Kirchengemeinde 200 Mitglieder, 1756 250J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 111. und aktuell 280 Mitglieder.
Während des Dreißigjährigen Krieges verödeten vier von sieben Höfen. Erst 1657 wurden alle Höfe wieder bewirtschaftet.
Im Jahre 1801 gab es im Ort zehn Untertansfamilien, wovon drei das Stift Comburg und sieben die Reichsstadt Rothenburg als Grundherrn hatten.
Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde Kirnberg dem Steuerdistrikt Gebsattel zugewiesen. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Kirnberg mit den Orten Pleikartshof und Wildenhof. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Rothenburg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Rothenburg ob der Tauber (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Speierhof wurde noch vor 1840 von Gastenfelden nach Kirnberg umgemeindet. Ab 1862 übernahm das Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber die Verwaltung (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt) und das Stadt- und Landgericht Rothenburg ob der Tauber die Gerichtsbarkeit (1879 in Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Die Gemeinde Kirnberg hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,639 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Januar 1972 nach Gebsattel eingemeindet.
Baudenkmäler In Kirnberg gibt es sechs Baudenkmäler: Evang.-Luth. Pfarrkirche St. Maria und Michael: Saalkirche, Polygonchor und Westturm, 13./14. Jahrhundert, spätere Umbauten; mit Ausstattung; Friedhof, im Kern wohl mittelalterliche Umfassungsmauer, mit Wegbefestigung und Treppenanlagen, Portal von 1748, mit Grabsteinen Haus Nr. 1: zugehörig eine Scheune, stattlicher Halbwalmdachbau, Fachwerk, 18. Jh. Haus Nr. 3: Pfarrhaus, zweigeschossiger, verputzter Massivbau, 19. Jh. Haus Nr. 10: ehem. Schulhaus, im Fachwerkstil mit Halbwalmdach, bez. 1909 Steinkreuz: vielleicht 1370; nördlich der Straße nach Gebsattel Grenzstein: Wildbannstein, 1547; östlich vom Wildenhof Grenzstein: Wildbannstein an der Roten Steige
Einwohnerentwicklung Gemeinde Kirnberg Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 166 232 230 223 229 222 230 233 239 225 208 208 209 207 200 209 226 206 191 233 233 213 196 188HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 32 44 41 42 40 41 42 43 46 Quelle Für die Gemeinde Kirnberg zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Pleickertshof (S. 72) und Wildenhof (S. 103).
Ort Kirnberg Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 112 156 149 142 136 138 144 152 130 131 149Häuser 23 29 27 27 27 26 29 44Quelle
Religion Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Maria und Michael und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Laurentius (Gebsattel) gepfarrt.
Literatur
Anton Müller: Kirnberg, Chronik eines fränkischen Dorfes, Gebsattel 1985.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Gebsattel) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach