Gunzendorf ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Geslau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Gunzendorf hat eine Fläche von 8,279 km². Sie ist in 894 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9260,28 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Aidenau und Steinach am Wald.

Geografie Das Dorf liegt am Mühlbach, einem rechten Zufluss des Kreuthbachs, der wiederum ein rechter Zufluss der Altmühl ist. 0,5 km nordwestlich liegt das Johanniterholz und der Karrachwald, 0,75 km nördlich erhebt sich der Schneidberg. Die Staatsstraße 2250 verläuft unmittelbar südlich des Ortes nach Geslau (1,8 km östlich) bzw. nach Neusitz (5 km westlich). Zwei Gemeindeverbindungsstraßen führen jeweils die St 2250 kreuzend nach Aidenau (1,8 km südwestlich) bzw. nach Reinswinden zur Kreisstraße AN 7 (2 km südlich). Ein Anliegerweg führt zur Karrachmühle (1,7 km nordwestlich).

Geschichte Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Oberamts Colmberg von 1608 wurden für Gunzendorf 20 Mannschaften verzeichnet: 7 Anwesen unterstanden dem Kastenamt Colmberg und 13 Anwesen dem hohenlohischen Amt Schillingsfürst. Das Hochgericht übte das Vogtamt Colmberg aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/1, 8r. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 704. Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Colmberg von 1681 waren die grundherrschaftlichen Verhältnisse für Gunzendorf unverändert.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/2, 19. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 708.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Gunzendorf 30 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Vogtamt Colmberg aus. Grundherren waren das Kastenamt Colmberg (1 Hof, 6 Köblergüter) und das Amt Schillingsfürst (23 Anwesen: 4 Halbhöfe, 9 Güter, 1 Mühlgut, 1 halbes Söldengut, 1 halbes Leerhaus, 1 Dreiviertelhaus, 5 Halbhäuser, 1 Viertelhaus). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Armenhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 862. (= J. K. Bundschuh, Bd. 2, Sp. 441). Hiernach gab es 28 Untertansfamilien, von denen 7 ansbachisch waren. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.

1806 kam Gunzendorf an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Gunzendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Geslau und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Geslau zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Gunzendorf, zu der Aidenau, Neumühle und Steinach am Wald gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. Von 1862 bis 1879 gehörte Gunzendorf zum Bezirksamt Ansbach, ab 1880 zum Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Leutershausen, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber zuständig, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichts Ansbach ist. Die Finanzverwaltung wurde 1880 vom Rentamt Rothenburg ob der Tauber übernommen (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt, seit 1973 Zweigstelle des Finanzamts Ansbach).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 991f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 8,273 km².

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Gunzendorf am 1. Januar 1972 nach Geslau eingemeindet.

Baudenkmäler mittelalterliches Sandsteinkreuz; südlich von Steinach, an der Gemarkungsgrenze nach Aidenau mittelalterliches Sandsteinkreuz; ca. 200 Meter außerhalb des Ortes Richtung Geslau

Einwohnerentwicklung Gemeinde Gunzendorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 265 291 281 279 287 269 285 298 289 279 288 279 283 279 271 266 269 258 236 295 305 285 232 213HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 57 53 54 57 58 57 47 51 47 Quelle Für die Gemeinde Gunzendorf zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Aidenau (S. 4) und Steinach am Wald (S. 88). Gunzendorf: 146 Einwohner, 28 Häuser; Neumühle: 5 E., 1 H. Gunzendorf: 153 Einwohner; Neumühle: 4 E. Gunzendorf: 145 Einwohner, 31 Wohngebäude; Neumühle: 4 E., 1 Wgb.

Ort Gunzendorf mit Neumühle Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 134 151 157 157 149 155 129 158 120 118 107Häuser 33 29 32 34 28 29 28 25 Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Kilian (Geslau) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannis (Rothenburg ob der Tauber) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Geslau) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach