Die Division 1 1965/66 war die 28. Austragung der professionellen französischen Fußballliga. Meister wurde zum zweiten Mal der FC Nantes, der seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen konnte; dies war in der Ligageschichte zuvor erst einmal gelungen (Nizza 1952).Rethacker, S. 155

Erster Spieltag war der 22. August 1965, letzter Spieltag der 11. Juni 1966. Eine „Winterpause“ gab es vom 20. Dezember bis 7. Januar.Pierre Minier: 1943-2003 – Football Club de Nantes, le doyen de l’élite. Cahiers intempestifs, Saint-Étienne 2003, ISBN 2-911698-23-1, S. 271–273

Vereine Teilnahmeberechtigt waren die Vereine, die die zurückliegenden Saison nicht schlechter als auf dem 15. Platz abgeschlossen hatten, dazu drei direkte Aufsteiger aus der zweiten Division und die beiden Gewinner der Relegationsspiele, wobei darin beide Erstdivisionäre (Rouen, Nîmes) die Klasse hatten halten können. Somit spielten in dieser Saison folgende Mannschaften um den Meistertitel: drei Klubs aus dem äußersten Norden (Racing Lens, US Valenciennes-Anzin, OSC Lille), drei aus Paris bzw. Champagne-Ardenne (Stade Français, Aufsteiger Red Star Olympique, UA Sedan-Torcy), zwei aus dem Nordosten (Racing Strasbourg, FC Sochaux), fünf aus dem Westen (FC Rouen, Stade Rennes UC, Titelverteidiger FC Nantes, SCO Angers, Girondins Bordeaux), sieben aus dem Süden (AS Saint-Étienne, Olympique Lyon, Toulouse FC, Olympique Nîmes, AS Monaco und die beiden Aufsteiger AS Cannes, OGC Nizza).

Saisonverlauf Es galt die Zwei-Punkte-Regel; bei Punktgleichheit gab die Tordifferenz den Ausschlag für die Platzierung.

Nantes vor Bordeaux und Valenciennes war der gleiche Einlauf wie 1964/65, dennoch gab es wesentliche Unterschiede zur vorangegangenen Spielzeit. Denn Nantes legte diesmal nahezu einen Start-Ziel-Sieg vor, und bereits mit seinem 2:1-Sieg bei den Girondins im September war für die Medien das Titelrennen so gut wie entschieden.Rethacker, S. 154 Tatsächlich bauten die Canaris ihren Vorsprung sogar weiter aus, blieben zuhause – mit lediglich zwei Minuspunkten im Stade Marcel-Saupin – ungeschlagen und verloren überhaupt nur vier Begegnungen. Dabei wiesen die beiden Kontrahenten die identische Anzahl erzielter wie eingefangener Tore auf, aber Nantes hatte damit sieben Punkte mehr geholt als die Girondins, und auch die Spielkonzepte konnten unterschiedlicher kaum sein: während Bordeaux’ katalanischer Trainer Artigas auf ein dem Catenaccio verwandtes, defensives System setzte – in Frankreich anschaulich als Béton bezeichnet –, ließ sein baskischer Kollege Arribas den Spielern viele Freiheiten in einem grundsätzlich sehr offensiv ausgerichteten Konzept.Beaudet, S. 87; Rethacker, S. 146 In dieser Saison gab es nur einen Wermutstropfen für Nantes: als die Canaris am letzten Spieltag in Cannes ihren sechsten Treffer erzielten, feierte Éon diesen mit einem Freudensprung – und riss sich dabei die Achillessehne ab, was den Torhüter die Teilnahme an der Weltmeisterschaftsendrunde kostete.

Am Tabellenende der Division 1 standen zwei der Vorjahresaufsteiger (Red Star, Cannes) schon frühzeitig als Direktabsteiger fest; beide waren ohne einen einzigen Auswärtssieg geblieben. Sehr viel knapper verlief die Entscheidung, wer in den anschließenden Barrages noch um den Klassenerhalt würde kämpfen müssen: Stade Français und Lyon bewahrte nur die hauchdünn bessere Tordifferenz davor. Allerdings setzten sich dann auch Nîmes und Lille gegen ihre Zweitligagegner durch. Zur folgenden Saison kehrten, sehr zur Freude vieler Fans, der Vereinskassierer und der Fachmedien, mit Stade Reims und Olympique Marseille zwei „Große des französischen Fußballs“ in die höchste Spielklasse zurück.Beaudet, S. 90; Rethacker, S. 155

Abschlusstabelle

(M) amtierender französischer Meister (P) amtierender französischer Pokalsieger (N) Neuaufsteiger aus der Division 2 1964/65 (R) Relegationssieger

Kreuztabelle SCOAngGi.BorASCanRCLenOSCLilOl.LyoASMonFCNanOGCNizOl.NîmRSOl.SUCRenFCRouASStÉUASedFCSocSFParRCStrFCTouUSVal SCO Angers0:04:13:23:14:11:11:11:03:02:25:36:01:12:02:20:00:32:00:1 Girondins Bordeaux2:01:02:11:02:25:01:20:25:26:02:14:14:04:24:210:04:03:02:0 AS Cannes2:52:11:12:00:00:31:61:31:21:11:01:22:82:11:10:42:15:30:1 Racing Lens2:20:11:02:02:10:01:14:21:13:04:10:02:11:10:11:00:00:11:1 OSC Lille1:00:02:01:11:02:10:12:11:23:01:32:13:01:12:13:32:11:06:1 Olympique Lyon2:11:42:03:26:31:00:22:03:10:01:20:01:12:11:02:02:00:10:1 AS Monaco1:30:20:03:02:02:01:30:34:02:11:13:01:13:31:13:10:02:30:2 FC Nantes5:32:21:04:23:12:02:12:14:17:24:02:15:04:22:12:12:02:01:1 OGC Nizza5:21:21:10:32:04:21:20:04:14:03:26:04:21:03:11:10:22:11:1 Olympique Nîmes1:01:11:14:54:10:04:01:21:03:12:22:11:11:01:00:04:12:02:2 Red Star Olympique0:22:03:21:26:42:22:00:32:33:30:20:11:53:31:11:52:21:12:0 Stade Rennes UC4:42:02:24:14:05:20:12:03:03:12:14:02:04:24:34:32:12:11:1 FC Rouen4:00:01:01:31:10:01:20:01:01:01:02:22:03:11:12:10:00:11:3 AS Saint-Étienne4:02:11:12:07:42:11:30:35:12:17:04:02:22:13:10:05:13:05:1 UA Sedan-Torcy3:11:13:11:31:02:00:23:02:02:05:23:14:44:13:00:00:00:12:2 FC Sochaux3:20:13:13:21:07:22:13:11:03:13:03:24:02:30:11:02:10:11:1 Stade Français Paris2:12:43:13:11:10:11:00:12:12:11:12:10:01:21:11:10:22:01:1 Racing Strasbourg1:13:05:01:04:10:01:11:01:31:07:13:10:00:13:35:14:02:20:0 Toulouse FC1:00:06:14:12:01:05:10:02:13:01:04:16:52:02:21:11:12:01:2 US Valenciennes-Anzin4:12:23:02:02:01:01:02:24:23:01:02:11:13:10:40:01:03:21:1

Relegationsrunde Die beiden Vereine der Division 1 trugen je zwei Relegationsspiele gegen die Zweitdivisionäre aus. Begegnungen zwischen Mannschaften aus der gleichen Liga gab es nicht. Die beiden bestplatzierten Teams spielten in der folgenden Saison in der Division 1. TabelleKreuztabelle LIL NÎM BAS LIM OSC Lille – 1:0 1:0 Olympique Nîmes – 3:2 7:0 SEC Bastia 2:0 3:0 – FC Limoges 0:3 0:0 – Alle vier Teams blieben in ihren jeweiligen Ligen.

Die Meistermannschaft FC Nantes 1. FC Nantes70px|zentriert Tor: Daniel Éon (37/-), André Castel (1/-) Abwehr: Gabriel De Michèle (35/-), Robert Budzynski (35/-), Gilbert Le Chenadec (34/1), Georges Grabowski (29/-), Claude Robin (28/1), Jean-Pierre Mourier (3/-), Yves Jort (1/-) Mittelfeld: Jean-Claude Suaudeau (31/4), Jacques Simon (30/14), Gérard Georgin (7/2) Angriff: Philippe Gondet (37/36), Bernard Blachet (37/10), Ramón Muller (30/4), Francis Magny (18/4), Joël Prou (15/2), Bako Touré (11/3), Rafael Santos (2/-) Trainer: José Arribas Philippe Gondet hatte in vier Spielen drei- und beim 7:2 gegen Red Star sogar vierfach getroffen.Guillet/Laforge, S. 165, ergänzt aus Stéphane Boisson/Raoul Vian: Il était une fois le Championnat de France de Football. Tous les joueurs de la première division de 1948/49 à 2003/04. Neofoot, Saint-Thibault o. J.

Erfolgreichste Torschützen Pl.SpielerVereinTore1 Philippe Gondet FC Nantes 362 Robert Herbin AS Saint-Étienne 263 André Guy OSC Lille 22 Michel Lafranceschina FC Sochaux 225 Héctor De Bourgoing Girondins Bordeaux 21 Rachid Mekhloufi AS Saint-Étienne 217 Daniel Rodighiéro Stade Rennes UC 208 Laurent Robuschi Girondins Bordeaux 189 Lucien Cossou AS Monaco 17 Georges Lech Racing Lens 1711 Mohamed Lekkak FC Rouen 1612 Jean Deloffre SCO Angers 15 Fleury Di Nallo Olympique Lyon 15 Serge Masnaghetti US Valenciennes-Anzin 15

Siehe auch Division 2 1965/66 Coupe de France 1965/66

Literatur Hubert Beaudet: Le Championnat et ses champions. 70 ans de Football en France. Alan Sutton, Saint-Cyr-sur-Loire 2002, ISBN 2-84253-762-9 Sophie Guillet/François Laforge: Le guide français et international du football éd. 2009. Vecchi, Paris 2008, ISBN 978-2-7328-9295-5 Jean-Philippe Rethacker: La grande histoire des clubs de foot champions de France. Sélection du Reader’s Digest, Paris/Bruxelles/Montréal/Zurich 2001, ISBN 2-7098-1238-X

Weblinks Statistiken auf lfp.fr

Anmerkungen und Nachweise

#1965/66 Kategorie:Fußballsaison 1965/66