mini|St. Gallus mini|Wappenrelief an Haus Nummer 7
Erzberg ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Wörnitz im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Erzberg hat eine Fläche von 7,948 km². Sie ist in 702 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 11.322,27 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Arzbach, Bastenau, Harlang, Kleinmühlen und Rothof.
Geographie Das Pfarrdorf liegt am Arzbacher Mühlbach (im Unterlauf Waldhausener Mühlbach genannt), einem rechten Zufluss der Wörnitz, und am Harlanggraben, einem linken Zufluss des Arzbacher Mühlbach. Nordwestlich des Ortes grenzt die Schillingsfürst-Wettringer Hardt an, die Teil der Frankenhöhe ist. Im Nordosten liegt das Flurgebiet Weißlohe.
Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Arzbach zur Kreisstraße AN 16 (0,8 km westlich) bzw. nach Mühlen zur Kreisstraße AN 5 (1,7 km östlich), eine weitere führt zur AN 5 bei Bösennördlingen (2 km östlich).
Geschichte Von St. Peter und Paul (Wettringen) aus wurde in Erzberg die St. Galluskirche gegründet. 1330 erhielt diese Pfarrpfründe, 1393 wurde sie selbständig. 1544 wurde die Kirchengemeinde evangelisch-lutherisch. 1723 hatte die Kirchengemeinde 419 Mitglieder, 1778 waren es 514. 1800 gab es in Erzberg 20 Gemeinderechte, von denen 2 der Reichsstadt Rothenburg und 18 dem Deutschen Orden unterstanden.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 82.
Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Erzberg gebildet. Zu diesem gehörten Arzbach, Grüb, Harlang, Kleinmühlen und Rothof gehörten. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Erzberg mit den Orten Arzbach, Bastenau, Harlang, Kleinmühlen und Rothhof. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Rothenburg und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Rothenburg ob der Tauber zugeordnet (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Ab 1858 gehörte Erzberg zum Landgericht Schillingsfürst und ab 1862 zum Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt). In der Gerichtsbarkeit blieb das Landgericht Schillingsfürst zuständig (1879 in Amtsgericht Schillingsfürst umbenannt), von 1928 bis 1973 war es das Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 7,924 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. November 1971 nach Wörnitz eingemeindet.
Baudenkmäler In Erzberg gibt es drei Baudenkmäler: Evang.-Luth. Pfarrkirche St. Gallus, Langhaus 1722, Chorturm 14. Jahrhundert; mit Ausstattung; Friedhof, wohl im Kern spätmittelalterliche Ummauerung, mit Grabsteinen. Haus Nr. 6: Einfaches Fachwerkwohnhaus, mittleres 19. Jh. Haus Nr. 7: Wappenrelief, 1778.
ehemaliges Baudenkmal Ehemaliges Schulhaus. Spätes 18. Jahrhundert. Westlich der Kirche an die Innenseite der Friedhofsmauer stoßendes, langgestrecktes Gebäude mit Fachwerkobergeschoss und Mansarddach. Im südlichen Teil Durchgang zum Friedhof.H. K. Ramisch: Landkreis Rothenburg ob der Tauber, S. 30. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.
Bodendenkmäler In der Gemarkung Erzberg gibt es vier Bodendenkmäler, darunter: Befestigungsgraben auf dem Kamm des „Firstle“. Kleiner, etwas gebogener Halsgraben unbekannten Alters. Wohl von einer mittelalterlichen Anlage herrührend.H. K. Ramisch: Landkreis Rothenburg ob der Tauber, S. 31.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Erzberg Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 346 384 371 381 384 390 377 357 347 374 379 367 362 328 344 326 334 322 302 357 358 316 265 249HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 68 76 70 69 68 69 65 58 56 Quelle Für die Gemeinde Erzberg zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Arzbach (S. 6), Bastenau (S. 8), Harlang (S. 36), Kleinmühlen (S. 48) und Rothenhof (S. 78). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 382 Einwohner.
Ort Erzberg Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 112 125 123 128 120 109 118 133 90 79 72Häuser 20 26 23 23 23 20 19 19 Quelle
Religion Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Gallus und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Wörnitz Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach