Quintus Caecilius (* um 130 v. Chr.; † 58 v. Chr.) war ein wohlhabender römischer Ritter und spielte als Onkel des Titus Pomponius Atticus, als familiaris des Lucius Licinius LucullusCornelius Nepos, Atticus 5, 1; Valerius Maximus 7, 8, 5. und als Geldverleiher für die römische Aristokratie eine gewisse Rolle im spätrepublikanischen Rom.

Leben Über Caecilius’ Familie ist nur bekannt, dass er zu den Caecilii Metelli gehörte und seine Schwester die Mutter des Titus Pomponius Atticus war. Seit 65 v. Chr. war er in Rom in Geldgeschäften tätig.Cicero, Briefe an Atticus 1, 10, 3. 58 v. Chr. starb erCicero, Briefe an Atticus 3, 20, 1. und hinterließ seinem Neffen Titus Pomponius Atticus, den er testamentarisch adoptierte, 10 Millionen Sesterzen und ein Anwesen auf dem Quirinal.Cornelius Nepos, Atticus 5, 2 und 13, 2. Er wurde am fünften Meilenstein der Via Appia beigesetzt.Nepos, Atticus 22, 4.

Charakter Cornelius Nepos schildert Caecilius als „quem nemo ferre posset“, Cornelius Nepos, Atticus 5, 1. also als unerträglichen Menschen. Valerius Maximus überliefert, dass er sich verpflichtet hatte, seinen Freund Lucius Licinius Lucullus zum Erben einzusetzen und dann doch unerwartet für Atticus – der sich die Gunst seines charakterlich so schwierigen Onkels bis zu dessen hohem Alter zu bewahren wusste – testiert habe. Empört „legte das römische Volk dem Leichnam des falschen, arglistigen Menschen einen Strick um den Hals und schleppte ihn durch die Straßen“.Valerius Maximus 7, 8, 5.

Geschäftstätigkeit Quintus Caecilius war in Rom in Geldgeschäften für die römische Aristokratie tätig. Wie Olaf Perlwitz ausführt, bargen derartige Geschäfte durchaus Risiken, bis hin zum Verlustes des eingesetzten Kapitals. So berichtet Cicero an Atticus, dass sein Onkel um eine ansehnliche Summe betrogen worden war.Cicero, Briefe an Atticus 1, 10, 3. Auch gegenüber seinen Freunden wich Quintus Caecilius, der als Wucherer galt, nicht von seinem üblichen Zinssatz ab: „denn bei Caecilius kann sein eigenes Blut keinen Groschen für weniger als 12 % flüssig machen“. Cicero, Briefe an Atticus 1, 12, 1. Cicero pflegte ebenfalls geschäftliche Beziehungen mit Quintus Caecilius und war bestrebt, mit ihm auf gutem Fuß zu stehen.Cicero, Briefe an Atticus 2, 19, 5; 2, 20, 1. Caecilius wurde von Lucius Licinius Lucullus gefördert und führte möglicherweise einen Teil seiner Geschäfte in dessen Auftrag aus, der wegen seines Ranges als Senator keine Geldgeschäfte machen durfte. Arthur Keaveney, Lucullus, VIII

Literatur Arthur Keavaney: Lucullus. London und New York 1992.

Olaf Perlwitz: Titus Pomponius Atticus. Stuttgart 1992.

Quellen Marcus Tullius Cicero, Atticus-Briefe, herausgegeben und übersetzt von Helmut Kasten, Düsseldorf/Zürich 1998 Cornelius Nepos, Biographien berühmter Männer, übersetzt und herausgegeben von Peter Krafft und Felicitas Olef-Krafft, Stuttgart 2006 Valerius Maximus, Sammlung merkwürdiger Reden und Thaten übersetzt von D. Friedrich Hoffmann, Stuttgart 1828

Anmerkungen

Kategorie:Politiker (Römische Republik) Kategorie:Mitglied der Gens Caecilia Kategorie:Römer Kategorie:Geboren im 2. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Gestorben 58 v. Chr. Kategorie:Mann