Illmensee ist eine Gemeinde im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg rund 17 Kilometer nördlich des Bodensees. Illmensee wird mit seinen 100 Hektar Seenfläche auch Drei-Seen-Gemeinde genannt. Seit 1987 ist Illmensee ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie Geographische Lage mini|300px|Illmensee (1984) Auf der Gemarkung der Gemeinde liegen neben dem gleichnamigen Illmensee auch der Ruschweiler See und der Volzer See. Alle drei Seen sind gemeinsam gegen Ende der letzten Eiszeit, der so genannten Würmeiszeit, entstanden. Der Illmensee ist ein beliebter Badesee, es gibt dort einen Campingplatz. Ebenfalls auf Gemeindegebiet liegt mit 833 Metern ü. NN. die höchste nicht zur Schwäbischen Alb gehörende Erhebung im Landkreis Sigmaringen, der Höchsten. Der Gipfel liegt rund fünf Kilometer südlich von Illmensee. Ein weiterer Gipfel auf Gemeindegebiet ist der Sturmberg.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind ausgehend von Norden im Uhrzeigersinn Ostrach, Wilhelmsdorf, Deggenhausertal, Heiligenberg und Pfullendorf.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Illmensee setzt sich zusammen aus dem Dorf Illmensee (mit den Häusern Berghalden, Härte[Herden-]bühl, Im Langenwegacker, Im Sandbühl, Reute und Weiher, dem Weiler Krumbach und Lichtenegg sowie dem aufgegebenen Hof Altlichtenegg im Weiler Lichtenegg), dem Dorf Illwangen (mit den Höfen Birkhof, Höchsten, Rutscherhaus und Waldhäusle, dem Zinken Glashütten, den Häusern Zum Schwanen sowie dem abgegangenen Betzenreute) und dem Dorf Ruschweiler (mit dem Gampenhof, den Häusern Im Kläfflerösch, Im Pfisteri, Im Sturmberg, In den Bachäckern, In den Furtäckern [Hungerberg], den Dörfern Judentenberg und Neubrunn, den Volzenhöfen sowie den abgegangenen Orten Ruschried und Seligenstatt bei Judentenberg).Vgl. Verwaltungsraum Pfullendorf. In: Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4, S. 843–845. (Illmensee)

Wappen Ortsteil Einwohner Fläche 30px|Illmensee Illmensee (Kernort) 927 ? 30px|Illwangen Illwangen 234 ? 30px|Wappen von Ruschweiler Ruschweiler 919 ?

Schutzgebiete

In Illmensee liegt das Naturschutzgebiet Ruschweiler und Volzer See. Es wird umgeben vom Landschaftsschutzgebiet Illmensee, Ruschweiler See und Volzer See und gehört gleichzeitig zum FFH-Gebiet Pfrunger Ried und Seen bei Illmensee. Im äußersten Süden der Gemeindefläche hat Illmensee zudem Anteil am Landschaftsschutzgebiet Höchsten.Daten- und Kartendienst der LUBW

Geschichte mini|Der namensgebende Illmensee mini|Der Ruschweiler See Sind die heutigen Ortschaften Illmensee, Illwangen und Ruschweiler wohl alle Gründungen der AusbauzeitVgl. Illmensee. In: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. hrsg. von d. Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 843ff., so waren die Flachwasserzonen der Seen bereits in der Jungsteinzeit SiedlungsraumVgl. Badischer Denkmalrat, Abteilung für Ur- und Frühgeschichte (Hrsg.): Badische Fundberichte. Amtliches Nachrichtenblatt für die ur- und frühgeschichtliche Forschung. 14. Jahrgang 1938.. Am Ruschweiler See lässt sich die Pfyn-Altheimer Gruppe (4000 bis 3500 v. Chr.)Listeneintrag auf UNESCO-Weltkulturerbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ und am Illmensee die Horgener Kultur (3000 bis 2500 v. Chr.)Listeneintrag auf UNESCO-Weltkulturerbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ anhand von Keramikfunden nachweisen.

Ein künstlicher Damm und der Gehöftname „Weiher“ bzw. „Weiherhöfe“,Von Illmensee zum Höchsten. In: Wanderbar …die schönsten Routen. Erlebnis Kreis Sigmaringen. Landratsamt Sigmaringen, Druckerei Schönebeck, Meßkirch 2004. S. 34–36. westlich von Illmensee und südlich von Volzen, sowie „Krumbach“ geben noch Auskunft über die Rolle, die Fischzucht und Fischfang an Andelsbach und Krumbach seit dem Mittelalter gespielt haben. Die Ortschaften lagen bis zur Mediatisierung im Gebiet der Grafschaft Heiligenberg und kamen im 19. Jahrhundert zum Großherzogtum Baden. Von 1939 bis 1972 waren die Orte dem Landkreis Überlingen zugeordnet.

Im Rahmen der Gebietsreform in Baden-Württemberg wurden am 1. September 1971 die beiden Gemeinden Illwangen und Ruschweiler nach Illmensee eingemeindet. Nach Bildung der neuen Gemeinde Wilhelmsdorf am 1. Januar 1973 wurden die ehemals zur Gemeinde Illwangen gehörenden badischen Ortsteile Höhreute (mit den Höfen Sack und Wanne), Niederweiler und Tafern mit Wirkung zum 1. Mai 1973 der neuen Gemeinde Wilhelmsdorf und damit dem Landkreis Ravensburg zugeordnet.

Illmensee kam durch die Kreisreform 1973 zum Landkreis Sigmaringen.

Religionen Die Bevölkerung Illmensees ist mehrheitlich römisch-katholisch. Die katholische Pfarrgemeinde am Illmensee ist seit dem Jahr 1275 urkundlich belegt und gehört zur Seelsorgeeinheit Oberer Linzgau im Dekanat Sigmaringen-Meßkirch des Erzbistums Freiburg an. Des Weiteren gibt es eine evangelische Minderheit, die der evangelischen Kirchengemeinde Pfullendorf angehört. Diese gehört über den Kirchenbezirk Überlingen-Stockach der Evangelischen Landeskirche in Baden. Seit 1993 gibt es in Illmensee eine Freie Christengemeinde.

Politik Gemeinderat Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 70,4 % (2019: 73,8 %) zu folgendem Ergebnis:

Bürgermeister Bürgermeister der Gemeinde Illmensee ist Michael Reichle.

Bis 2011 war Bernhard Stadler Bürgermeister, er trat zur Wahl am 9. Oktober 2011 nicht mehr an. Da diese Wahl für keinen der drei Kandidaten eine absolute Mehrheit brachte, wurde am 23. Oktober ein zweiter Wahlgang nötig,Zweiter Wahlgang in Illmensee notwendig. In: Südkurier vom 9. Oktober 2011. bei dem Jürgen Hoffmann, der seit seiner Hochzeit 2017 Jürgen Lasser heißt,www.schwaebische.de mit 58,1 % der Stimmen gewählt wurde.Jürgen Lasser wird neuer Bürgermeister. In: Südkurier vom 23. Oktober 2011. Die offizielle Amtseinsetzung fand am 10. Januar 2012 statt.Siegfried Volk: Ein echter Bürgerfreund geht. In: Südkurier. vom 22. Dezember 2011. Bei der Bürgermeisterwahl am 20. Oktober 2019 wurde Michael Reichle gewählt, der sein Amt im Januar 2020 antrat.Kirsten Johanson: Ein Heimatbürgermeister für Illmensee: So war die Stimmung nach der Verkündung des Wahlsiegs von Michael Reichle. In: suedkurier.de, 21. Oktober 2019, abgerufen am 30. Januar 2020. Thomas Braun bis 1987: Xaver Reis 1988–2011: Bernhard Stadler 2012–2019: Jürgen Lasser seit 2020: Michael Reichle

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Die Gemeinde Illmensee bildet zusammen mit der Stadt Pfullendorf und den Gemeinden Ostrach, Wald und Wilhelmsdorf die 1999 gegründete Ferienregion „Nördlicher Bodensee“.Gemeinsam für den Tourismus. In: Südkurier vom 5. Dezember 2011.

Bauwerke Die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Illmensee zeigt stilistische Mittel der Spätgotik und stammt in ihrer heutigen Form von 1860. Die Altarblätter sind vom bekannten Schweizer Kirchenmaler Melchior Paul von Deschwanden. Im Weiler Krumbach befindet sich die Vituskapelle, eine 1611 gestiftete Wegkapelle. Im Ortsteil Judentenberg befindet sich die Kapelle des Heiligen Martin, eine um 1051 erstmals erwähnte und im Stil der Spätgotik dastehende Kapelle. Die Fresken stammen aus dem 14. Jahrhundert und das Gestühl aus dem 16. Jahrhundert.Gudrun Beicht (bei): Treffen der Geschichtsfreunde. In: Südkurier vom 26. Juni 2008. Im Weiler Mariahof bei Illwangen befindet sich die katholische Lorettokapelle Mariä Heimsuchung. Im Kontext des gegenreformatorischen Lorettokults während und in den Jahrzehnten nach dem Dreißigjährigen Krieg geht die 1670 erbaute Kapelle im seinerzeit fürstenbergischen Untertanenort Illwangen auf eine Stiftung des wohlhabenden salemischen Lehensbauern Blasius Fetscher auf dem Gelände seines Hofes zurück. Dem allerdings erst 1727 beurkundeten Willen des Stifters zufolge sind in der Kapelle regelmäßig Messen zum Seelenheil der Familie Fetscher zu feiern, erwartet die Pilger zu der rasch aufblühenden Marienwallfahrt Brot und Wein als Stärkung und sollen die Stiftungsüberschüsse an die Armen und Kranken der Umgebung verteilen. Während der Spitzbogen und das Tonnengewölbe noch in frühere Kunstepochen verweisen, zeigt sich der Innenraum in einem schlichten barocken Gewand. Von der ursprünglichen Ausstattung der Kapelle hat sich eine wohl aus dem 18. Jahrhundert stammende ausdrucksstarke Kreuzigungsgruppe erhalten.Löbe: Konzert in Lorettokapelle. In: Südkurier vom 12. Mai 2010. In Ruschweiler befindet sich eine 1908 erbaute, der „Maria, Mutter der immerwährenden Hilfe“ geweihte Kapelle der katholischen Pfarrgemeinde Illmensee-Ruschweiler, die seit Jahren für evangelische Gottesdienste zur Verfügung gestellt wird. In Neubrunn steht die St.-Michaels-Kapelle von 1908.Kapellenplatz in Neubrunn soll endlich schöner werden. In: Schwäbische Zeitung vom 20. Mai 2010 Rund 500 Meter südwestlich des Illmenseer Ortsteils Lichtenegg finden sich in Spornlage geringe Mauerreste der hochmittelalterlichen Burgstelle Alt-Lichtenegg. Rund 300 Meter westlich des Dorfes befand sich ebenfalls in Spornlage die spätmittelalterliche Burgstelle Neu-Lichtenegg, von der sich Grabenreste erhalten haben. In Richtung Birkhof befindet sich ein Stein, der zusammen mit der Stadt Illmensee in Russland als Kriegerdenkmal unterhalten wird. Auf Gemarkung Illmensee befinden sich zwei von drei Hofgüter des Spitalfonds Pfullendorf. Das Hofgut Lichtenegg ist mit 67,6 Hektar das zweitgrößte spitälische Hofgut. Es befindet sich seit 1412 im Eigentum des Spitalfonds und ist verpachtet. Das Hofgut Mariahof gehört dem Spitalfonds seit 1899. Es ist mit 68,55 Hektar das größte Hofgut im Eigentum des Spitalfonds. Ein weiteres spitälisches Hofgut befindet sich in Wattenreute.Pächter wollen verlängern. In: Südkurier vom 3. Mai 2005

Sonstiges Der „Hydranten-Wanderweg“ ist einzigartig in Deutschland: Von Künstlern bemalte Hydranten stellen Figuren dar, die die Wanderer auf zwei verschiedenen Routen durch die Gemeinde führen. Die südliche Route ist fünf Kilometer lang. Sie führt von Illmensee nach Illwangen und am Ufer des Illmensees wieder zurück. Auf dieser Route sind zum Beispiel ein Lehrer, ein bunter Clown, ein Polizist, ein Pirat sowie Oma und Opa postiert. Die nördliche Route – rund acht Kilometer lang – führt von Ruschweiler über Judentenberg zurück nach Ruschweiler. Hier begegnet man zum Beispiel sportlichen Rennfahrern, Indianern, Waldhexen, Jägern und Reitern.Waldhexen, Piraten und Polizisten – der Hydrantenweg. In: Wanderbar …die schönsten Routen. Erlebnis Kreis Sigmaringen. Landratsamt Sigmaringen, Druckerei Schönebeck, Meßkirch 2004, S. 32f. Vom Aussichtspunkt am Höchsten, einem Holzpavillon, hat man bei klarer Sicht guten Blick auf die Bodenseeregion und die Alpenkette von Zugspitze bis ins Berner Oberland. In wolkenloser Nacht ist das Streulicht der Städte der Umgebung in dieser Höhe so gering, dass von hier Sterne sehr gut beobachtbar sind. Vom Aussichtspunkt führt der „Schwäbisch-alemannische Mundartweg“, ein Rundweg, der Skulpturen und Tafeln mit typisch schwäbisch-alemannischen Redewendungen zeigt, 200 Meter zum Berggasthof Höchsten und wieder zurück. Illmensee und Ruschweiler waren 2024 Drehorte der ZDFneo-Serie Tschappel.

Sport mini|hochkant|Zielregion StoppOmat Auf dem Gemeindegebiet befand sich der Stoppomat, die erste permanente Anlage für Rad-Bergzeitfahren in Deutschland. Die Anlage befand sich am Höchsten, der mit 833 Metern Höhe die höchste Erhebung im Bodenseekreis ist. Die Zielstation steht auf 830 m ü. NN beim Ortsteil Glashütten.

Wirtschaft und Infrastruktur