Django (auch bekannt als Django, der mit dem Sarg ist da!) ist ein Italowestern von Sergio Corbucci aus dem Jahr 1966 mit Franco Nero in der Hauptrolle und José Bódalo, Loredana Nusciak, Eduardo Fajardo und Ángel Álvarez in tragenden Rollen. Der Film, der zahlreiche Regisseure und ihr Filmschaffen beeinflusst hat, enthält eine starke zeitgenössische gesellschaftskritische Komponente. Durch seine Brutalität und seinen bitteren schwarzen Humor unterschied er sich stark vom damaligen vom amerikanischen Western, hieß es im Filmportrait der Website KinoAmRaschplatz.Django kinoamraschplatz.de. Abgerufen am 19. August 2026.
Das Filmplakat von Constantin-Film für den deutschen Markt titelte seinerzeit: „Ein Mann, eiskalt, hart und unerbittlich: Django. Sein Name läßt die Gegner zittern: Django. Ein gewaltiger Film, ein Western aus Stahl: Django.“Franco Nero als Django Abb. Filmplakat in der IMDb
Handlung In der ersten Einstellung marschiert der Protagonist des Films Django eine schlammige Straße entlang, während er einen Sarg hinter sich her zieht, und schließlich auf eine Kuppe gelangt, von der aus er die folgende Szene beobachtet: Die Halbmexikanerin Maria wird von einer Handvoll Mexikaner an einer Brücke, die über einen Sumpf führt, gefesselt und ausgepeitscht, weil sie vor ihnen fliehen wollte. Plötzlich erscheinen fünf Südstaatler mit roten Halstüchern und Kapuzen, erschießen die Mexikaner und wollen Maria aus rassistischen Motiven kreuzigen und verbrennen. Der wortkarge Django unterbricht sie dabei, erschießt die Südstaatler schließlich nach einem kurzen Dialog und befreit Maria.
Mit Maria zieht Django weiter in die nächstgelegene Stadt, das heruntergekommene und fast verlassene Nogales an der Grenze zu Mexiko. Django kehrt mit Maria im örtlichen Saloon ein, in dem nur noch der Wirt Nataniele und einige seiner Bardamen leben. Nataniele gewährt Maria und Django widerwillig ein Zimmer für eine Nacht und erzählt Django, dass die meisten Einwohner der Stadt durch die bewaffneten Konflikte zwischen einer abtrünnigen Einheit der mexikanischen Armee und einer rassistischen Südstaatler-Gruppe unter der Führung von „Major“ Jackson vertrieben worden seien.
Während Django isst, erscheint Bruder Jonathan – einer von Jacksons Leuten –, um vom Wirt Schutzgeld einzutreiben. Bruder Jonathan berichtet Jackson von Djangos Ankunft, während dieser gerade „Schießübungen“ an weglaufenden Mexikanern durchführt, daraufhin erscheint der Major mit einer Handvoll Leuten im Saloon und fordert Django heraus. Django macht mit Jacksons Leuten kurzen Prozess, lässt Jackson selbst allerdings laufen und fordert ihn auf, am nächsten Tag mit all seinen verbliebenen Männern wiederzukommen.
Nachdem Django die Nacht mit Maria verbracht hat, taucht Jackson am nächsten Tag tatsächlich mit seiner gesamten Truppe von 48 Leuten auf, Django öffnet nun zum ersten Mal seinen Sarg und tötet mit dem darin versteckten Maschinengewehr fast alle Gegner, verschont dabei allerdings wieder das Leben von Jackson. Während der Wirt die Toten auf dem örtlichen Friedhof bestattet, besucht Django dort das Grab seiner Frau. Diese wurde – wie sich nun herausstellt – seinerzeit von Major Jackson getötet, und damit wird nun auch klar, was Django eigentlich plant: er will sich an Jackson für die Ermordung seiner Frau rächen, die Django seinerzeit nicht verhindern konnte.
Zur selben Zeit taucht nun erstmals Jacksons Kontrahent auf der Bildfläche auf, der mexikanische Revolutions-General Hugo Rodriguez. Die eintreffenden Mexikaner erwischen den für Jackson arbeitenden Bruder Jonathan vor dem Saloon, in dem dieser gerade einen Streit zwischen den Bardamen provoziert hatte, und der General schneidet Bruder Jonathan das rechte Ohr ab und „füttert“ ihn damit, bevor er ihn erschießt. Als sich Django und Rodriguez im Saloon begegnen, stellt sich heraus, dass die beiden sich ebenfalls bereits kennen, weil Django dem General einst im Gefängnis das Leben gerettet hatte.
Django erzählt Rodriguez, dass Jackson sein gesamtes Vermögen in Gold in einem Stützpunkt der mexikanischen Armee hinter der US-mexikanischen Grenze in Sicherheit bringen möchte und er Jackson nur deswegen beide Male am Leben gelassen habe, um Jacksons Gold an sich zu bringen. Rodriguez benötigt das Gold ebenfalls für seine revolutionären Aktivitäten in Mexiko, daher schmieden er und Django einen gemeinsamen Plan: sie wollen im Wagen des Wirtes versteckt in den Stützpunkt eindringen, der das Fort einmal pro Woche mit seinen Bardamen besucht. Der Plan gelingt, Django, Rodriguez und einige andere können mithilfe von Djangos Maschinengewehr einen großen Teil der überraschten mexikanischen Soldaten töten und Jacksons Gold erbeuten. Der ebenfalls anwesende Major versteckt sich und verfolgt die fliehende Gruppe mit den überlebenden mexikanischen Soldaten, diese dürfen jedoch als Truppen der mexikanischen Armee die Grenze nicht überschreiten, und so muss Jackson die Verfolgung an der Grenze vorerst abbrechen.
Django und Rodriguez kehren unterdessen in die Stadt zurück und feiern ihren erfolgreichen Beutezug. Als Django jedoch merkt, dass der General ihn um seinen Anteil betrügen will, sprengt er das Versteck und flieht zusammen mit Maria. Rodriguez bemerkt den Diebstahl und verfolgt die beiden mit seinen Leuten. Beim Sumpf will sich Django von Maria trennen, dabei fällt aber der Sarg mit dem Gold vom Wagen und rutscht in den Sumpf. Django springt hinterher, um das untergehende Gold zu retten, versinkt dabei aber beinahe selbst und kann mit Marias Hilfe nur seinen Kopf über dem Sumpf halten. Rodriguez trifft mit seinen Leuten ein, schießt Maria an und rettet Django mit Seilen aus dem Sumpf, anschließend schenkt der General Django zwar mit der Bemerkung, dass sie jetzt quitt wären, das Leben, lässt aber beide Hände Djangos von einem seiner Leute mit einem Gewehrkolben brechen.
Während der schwer verletzte Django die angeschossene Maria in Natanieles Saloon zurückbringt, reitet General Rodriguez mit seinen Leuten über die Grenze zurück nach Mexiko, dort wartet jedoch bereits Major Jackson mit mexikanischen Soldaten in einem Hinterhalt und tötet Rodriguez und dessen Leute. Im Anschluss kehrt der Major nun mit seinen letzten fünf Männern in den Saloon zurück, um Django zu suchen. Nachdem er dessen Aufenthaltsort auf dem Friedhof erfahren hat, erschießt er den Wirt, die verwundete Maria bleibt in einer Ecke des Saloons unentdeckt.
Auf dem Friedhof kommt es schließlich zum Showdown: Nachdem Django mit seinen Handverletzungen seinen Revolver weder halten noch abfeuern kann, fühlt sich Jackson in Sicherheit und verhöhnt Django. Dieser kann jedoch seinen Revolver so in der Metallverzierung des Grabkreuzes seiner Frau einklemmen, dass er ihn beim Abfeuern nicht mit seinen gebrochenen Händen halten muss, und so kann Django schließlich den Major und seine restlichen Leute erschießen und damit den Tod seiner Frau rächen.
Produktion Produktionsnotizen Django gehört neben der von Sergio Leone produzierten Dollar-Trilogie zu den bekanntesten und prägendsten Filmen des Italowestern. Berühmt ist der gleichnamige Protagonist des Films für sein Maschinengewehr, das er in einem Sarg hinter sich her zieht.Wolfgang Seidel: Wie kam der Sturm ins Wasserglas?: Zitate, die zu Redewendungen wurden, Verlag Deutscher Taschenbuch Verlag, 2011, ISBN 978-3-423-40809-7, S. 62. Was spätere Westernfiguren und -filme auch besonders nachhaltig beeinflusste, war Djangos Auftreten als expliziter „Antiheld“ und gebrochener Mensch, das ihn wesentlich von den seinerzeit „klassischen“ amerikanischen Westernhelden unterschied: sein Charakter entzog sich der bis dahin im Westernfilm üblichen klaren Gut-Böse-Kategorisierung, insbesondere durch die Missachtung bürgerlicher Konventionen sowie die rücksichtslose Anwendung von Gewalt und Selbstjustiz. Hierzu passend kommen abgesehen von Django und Maria sowie den Bardamen alle Figuren des Films ums Leben. Björn Thiele: Django filmzentrale.com (archive.org). Abgerufen am 19. August 2026.
Das ergänzte den Film um eine politische und gesellschaftskritische Ebene, die einen weiteren Faktor in der Loslösung von klassischen amerikanischen Westernmotiven darstellte. Der politisch links orientierte Regisseur Sergio Corbucci kritisierte mit dem Film die innenpolitische Situation in den USA zu Zeiten des Kalten Krieges, indem er den Protagonisten Django gegen eine Bande korrupter Südstaatler unter Führung eines ehemaligen Majors kämpfen lässt, deren Aussagen, Verhalten und Kostümierung an den Ku-Klux-Klan erinnern. Ähnlich wie in Leichen pflastern seinen Weg verwendete Corbucci auch Motive aus dem italienischen Mittelalter und der Hexenverfolgung und benutzte auch in seinem späteren Film Leichen pflastern seinen Weg erneut das Motiv der zerschlagenen Hände des Hauptdarstellers, das ursprünglich aus der römischen Geschichte stammt und auf die Geschichte von Gaius Mucius Scaevola verweist. Dies alles vereint sich zum Hauptmotiv einer maroden, pseudomoralischen und rassistischen Gesellschaft, die durch den Protagonisten demaskiert wird. Der Film wird dadurch zum Antiwestern, der jedoch letzten Endes nicht> einfach das „klassische“ Westerngenre auflöste, sondern einen der Grundsteine für die Weiterentwicklung des Genres darstellte.
Für einen Western wurde Django untypisch gefilmt; besonders auffällig ist der Verzicht auf die Totale, die Paradeeinstellung des US-Westerns. Corbucci setzte ganz auf in schneller Abfolge geschnittene Großeinstellungen, welche die Handlung vorantrieben, was von der Filmkritik häufig als „Comicstil“ bezeichnet wurde. Der Film erlangte im englischen Sprachraum deutlich weniger den Status eines Kultfilms als im Großteil Europas, was Filmkritikern zufolge vor allem daran lag, dass die englische Synchronisation so schlecht war, dass sie den Sinn der Dialoge völlig entstellte.
Die deutsche Fassung ist gegenüber der Originalversion entschärft und teilweise auch entstellt, sie enthält längst nicht alle Anspielungen und Zynismen. Legendär ist etwa die Szene, in der sich Django beim Duell am Ende des Filmes hinter einem Grabkreuz versteckt, während sein Gegner auf ihn schießt und dabei sowohl den christlichen Segensspruch „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes“ ausspricht als auch beim Schießen symbolisch ein Kreuz schlägt. Dieser Dialog wurde, wie viele andere Szenen auch, in der deutschen Fassung entschärft und inhaltlich verändert. Einige Szenen sind in der deutschen Fassung gänzlich herausgeschnitten, so etwa die, in der General Rodriguez Jacksons Handlanger Jonathan dessen eigenes Ohr in den Mund steckt.
In Großbritannien wurde der Film wegen seiner Brutalität erst 1993 freigegeben. Für Hauptdarsteller Franco Nero bedeutete der Film den internationalen Durchbruch.
Die Idee, dass der Hauptheld des Films ein Maschinengewehr im Sarg bei sich trägt, soll Corbucci einem alten italienischen Comic entnommen haben. Hauptdarsteller Franco Nero war zur Zeit des Drehs erst 25 Jahre alt und musste auf älter geschminkt werden, um glaubwürdig zu wirken. Franco Neros „eisblaue Augen wurden zum Markenzeichen – einzigartig im Italowestern“. In Tarantinos Django Unchained (2012) hatte Nero über 45 Jahre später einen Cameo-Auftritt.