Julius Haimann (* 25. September 1887 in Eltville, Deutschland; † 31. Januar 1939 in Kew, Surrey, GroßbritannienEngland und Wales, nationaler Nachlasskalender, Jahr 1939. Quelle: Ancestry.com) war ein deutscher Filmproduzent, Produktionsleiter und Filmkaufmann.

Leben Haimann hatte die Branche als Filmkaufmann von der Pike auf kennengelernt. 1920 gründete er gemeinsam mit Friedrich Zelnik die Zelnik-Mara-Film GmbHHandelsregister Berlin HRB Nr. 17957 und wurde 1925 Geschäftsführer bei der Friedrich Zelnik-Film GmbHHRB Nr. 33992, Eintrag im Berliner Handelsregister am 22. Mai 1925. Haimann leitete ab Juni 1927 als Vorstand neben Karl Julius Fritzsche ein halbes Jahr lang die Defu Deutsche Film Union AG, um sich dann selbstständig zu machen.Handelsregister Berlin HRB Nr. 40105 Mit seiner eigenen Produktionsfirma, der Super-Film GmbHHandelsregister Berlin HRB Nr. 40877, produzierte er seit der ausgehenden Stummfilmzeit eine Fülle von leichten Unterhaltungsproduktionen, überwiegend Romanzen und Komödien. Mehrfach inszenierte diese oft mit musikalischen Einlagen garnierten Geschichten Géza von Bolváry. Mit Ich küsse Ihre Hand, Madame landete Haimann im Januar 1929 einen der letzten Stummfilmerfolge -- nicht zuletzt, weil der mit Harry Liedtke und Marlene Dietrich prominent besetzte Streifen mit einer Gesangseinlage von Richard Tauber, der das Titellied intonierte, aufwarten konnte.

Zu Beginn der Tonfilmära gelangen Haimann mit Bolvarys Das Lied ist aus und Der Raub der Mona Lisa zwei große Kassenschlager. Beide Filme hatten Willi Forst zum Star. Bei der im Juni 1930 gegründeten Superfilm Verleih AG wurde er Vorstand, war aber nicht als Aktionär am Unternehmen beteiligt.Handelsregister Berlin HRB Nr. 44461 Wenige Wochen nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde Haimann zur Firmenaufgabe gezwungen und als Jude mit Berufsverbot belegt. Nach Abschluss der Dreharbeiten zu seinem letzten deutschen Film floh Julius Haimann im Juni 1933 von Berlin-Dahlem nach England. Die NS-Behörden reagierten mit der Reichsfluchtsteuer, stellten einen Steuersteckbrief auf Haimann aus und beschlagnahmten sein inländisches Vermögen.Bekanntmachung Nr. 52010 im Deutschen Reichsanzeiger vom 8. November 1933 In England arbeitete Haimann ohne rechte Fortune und war 1935, nach nur drei Filmen, als Filmproduzent gescheitert. Im Juli 1936 versuchte er sich mit einer neuen Firmengründung, mit der er jedoch kein Projekt umsetzen konnte. Im Juni 1939 vom NS-Regime ausgebürgert, verstarb Haimann jedoch bereits Ende Januar desselben Jahres völlig verarmt (sein Erbe hatte einen Wert von £5).

Filmografie 1920: Die Erlebnisse der berühmten Tänzerin Fanny Elßler 1920: Tod im Nacken 1920: Das Gesetz der Wüste 1920: Der Mann mit den drei Frauen 1920: Der gelbe Diplomat 1920: Anna Karenina 1920: Spiritismus 1920: Kri-Kri, die Herzogin von Tarabac 1920: Yoshiwara, die Liebesstadt der Japaner 1920: Der Abenteurer von Paris 1920: Der Apachenlord 1921: Fasching 1921: Monte Carlo 1921: Die Geliebte des Grafen Varenne 1921: Miss Beryll … die Laune eines Millionärs 1921: Aus den Tiefen der Großstadt 1921: Der unsichtbare Gast 1921: Aus den Memoiren einer Filmschauspielerin 1921: Das Mädel von Picadilly (2 Teile) 1921: Trix, der Roman einer Millionärin 1921: Das begrabene Ich 1921: Der Sträfling von Cayenne 1921: Um ein Erbe 1922: C. d. E. (Club der Entgleisten) 1922: Tanja, die Frau an der Kette 1922: Die Ehe der Fürstin Demidoff 1922: Die Kreutzersonate 1922: Se. Exzellenz der Revisor 1922: Lyda Ssanin 1922: Die Geliebte des Königs 1922: Yvette die Modeprinzessin 1922: Graf Festenberg 1922: Erniedrigte und Beleidigte 1922: Die Tochter Napoleons 1923: Das Mädel aus der Hölle 1923: Die Männer der Sybill 1923: Katjuscha Maslowa 1923: Irene d’Or 1923: Daisy. Das Abenteuer einer Lady 1923: Die Marionetten der Fürstin 1924: Nelly, die Braut ohne Mann 1924: Der Matrose Perugino 1924: Das Mädel von Capri 1924: Die Herrin von Monbijou 1924: Auf Befehl der Pompadour 1925: Die Venus vom Montmartre 1925: Frauen, die man oft nicht grüßt 1925: Briefe, die ihn nicht erreichten 1926: Försterchristl 1926: An der schönen blauen Donau 1926: Der Veilchenfresser 1926: Die lachende Grille 1927: Der Zigeunerbaron 1927: Die Weber 1928: Prinzessin Olala 1928: Der Raub der Sabinerinnen 1928: Ich küsse Ihre Hand, Madame 1929: Der Held aller Mädchenträume 1929: Der lustige Witwer 1930: Zwei Herzen im Dreivierteltakt 1930: Ein Tango für Dich 1930: Der Herr auf Bestellung 1930: Das Lied ist aus 1931: Die lustigen Weiber von Wien 1931: Der Raub der Mona Lisa 1931: Liebeskommando 1932: Ein Mann mit Herz 1932: Ein Lied, ein Kuß, ein Mädel 1933: Was Frauen träumen 1933: Die Nacht der großen Liebe 1933: You Made Me Love You 1934: Love at Second Sight 1935: No Monkey Business

Einzelnachweise

Weblinks

Literatur Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 228.

Kategorie:Filmproduzent Kategorie:Person (Stummfilm) Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1887 Kategorie:Gestorben 1939 Kategorie:Mann