Die Division 1 1950/51 war die 13. Austragung der professionellen französischen Fußballliga. Meister wurde der OGC Nizza, der seinen ersten Titel gewann.
Erster Spieltag war der 27. August 1950, letzter Spieltag der 27. Mai 1951. Eine „Winterpause“ gab es nicht; auch an Heiligabend und Silvester wurden Punktspiele ausgetragen.Pascal Grégoire-Boutreau/Tony Verbicaro: Stade de Reims - une histoire sans fin. Cahiers intempestifs, Saint-Étienne 2001, ISBN 2-911698-21-5, S. 263–264
Vereine Teilnahmeberechtigt waren die Vereine, die die Vorsaison nicht schlechter als auf dem 16. Platz abgeschlossen hatten, sowie die beiden Aufsteiger aus der zweiten Division. Somit spielten in dieser Saison folgende Mannschaften um den Meistertitel: drei Klubs aus dem äußersten Norden (CO Roubaix-Tourcoing, OSC Lille, Racing Lens), drei aus Paris bzw. der Champagne (Stade Français, das sich vor dieser Saison wieder von Red Star Olympique getrennt hatte, Racing Paris, Stade Reims), zwei aus dem Nordwesten (Stade Rennes UC, Aufsteiger Le Havre AC), drei aus dem Nordosten (FC Nancy, Racing Strasbourg, FC Sochaux), zwei aus dem Südwesten (Titelverteidiger Girondins Bordeaux, Toulouse FC), fünf aus dem Südosten (AS Saint-Étienne, FC Sète, Aufsteiger Olympique Nîmes, Olympique Marseille, OGC Nizza).
Saisonverlauf Diese Saison war von der Spielstärke der beteiligten Teams her sehr ausgeglichen und verlief bis zum letzten Spieltag spannend; Beaudet bezeichnet sie sogar als „die außergewöhnlichste und verrückteste der Ligahistorie“.Beaudet, S. 40 Denn bis weit in das Frühjahr hinein konnten sich noch acht Mannschaften ernsthafte Hoffnungen auf die Meisterschaft machen – darunter auch der Titelverteidiger und beide Aufsteiger –, während neun Teams zu diesem Zeitpunkt noch gegen den Abstieg kämpften, von denen lediglich Stade Français relativ frühzeitig abfiel. Neuling Le Havre wurde Herbstmeister und führte die Tabelle auch Ende Februar noch knapp an, hatte dann aber gleich drei zentrale Kräfte (Bihel, de Vroet, Christiansen) wegen Verletzungen zu ersetzen und musste auch dem Kräfteverschleiss im Pokal (alleine zwei Wiederholungsspiele im Viertelfinale) Tribut zollen.Beaudet, S. 41 Nizza dagegen stand nach sechs Begegnungen mit nur einem Pluspunkt auf dem 18. Rang, kämpfte sich bis Dezember auf den siebten Platz vor und profitierte anschließend davon, dass bei dem brasilianischen Spielmacher Amalfi endlich „der Knoten platzte“. Schließlich stand der OGC – nachdem die Vereinsführung der Mannschaft im Februar bereits den dritten Trainer beschert hatte – zwei Spieltage vor Abschluss punktgleich mit den Kontrahenten Le Havre, Lille und Nîmes an der Spitze, von der er sich nicht mehr verdrängen ließ.Rethacker, S. 94 Lille blieb, zum vierten Mal in Folge und lediglich aufgrund des schlechteren Torquotienten, der undankbare Rang als Dauphin (als „Kronprinz“ wird in Frankreich der Vizemeister bezeichnet).Beaudet, S. 42
In der unteren Tabellenhälfte fielen die Entscheidungen über Klassenerhalt, zusätzliche Relegationsspiele und die Frage, wer Stade Français auf direktem Weg in die Division 2 begleiten musste, ebenfalls erst an den letzten beiden Spieltagen. Lens und Sète gelang es in den anschließenden Barrages, sich gegen den dritt- und viertplatzierten Zweitligisten zu behaupten, während Toulouse abstieg.Rethacker, S. 95 Zur folgenden Saison kamen Olympique Lyon und der FC Metz zum Feld der Erstdivisionäre hinzu.
Abschlusstabelle
Platzierungskriterien: 1. Punkte – 2. Torquotient
(M) amtierender französischer Meister (P) amtierender französischer Pokalsieger (N) Neuaufsteiger aus der Division 2 1949/50
Kreuztabelle Gi.BorACLeHRCLenOSCLilOl.MarFCNanOGCNizOl.NîmRCParSt.ReiSUCRenCOR-TASStÉFCSètFCSocSFParRCStrFCTou Girondins Bordeaux0:14:01:30:03:12:02:10:32:41:12:21:04:03:14:13:03:1 Le Havre AC2:24:10:11:01:14:12:42:03:03:11:04:11:03:13:00:12:2 Racing Lens1:12:12:11:10:22:04:21:12:11:24:42:33:03:15:01:12:2 OSC Lille3:01:05:02:10:01:31:01:11:12:00:14:33:12:11:13:12:0 Olympique Marseille3:33:13:01:12:13:01:14:20:21:11:27:01:20:00:02:23:1 FC Nancy2:26:14:21:25:11:23:00:10:23:22:14:22:23:42:12:10:3 OGC Nizza4:10:05:04:12:25:02:03:01:23:63:00:02:12:15:14:12:1 Olympique Nîmes2:22:35:32:42:13:01:14:23:03:02:11:01:03:36:21:03:1 Racing Paris1:02:31:32:01:12:00:30:20:04:21:22:23:24:11:12:41:1 Stade Reims2:32:04:24:31:12:22:41:12:20:13:10:03:13:12:03:14:1 Stade Rennes UC4:20:41:20:02:13:53:11:23:42:24:16:02:02:11:32:46:0 CO Roubaix-Tourcoing1:12:34:13:01:13:00:02:01:42:13:02:26:01:23:10:13:2 AS Saint-Étienne1:01:04:15:11:23:13:21:12:11:13:03:00:23:03:01:14:0 FC Sète1:01:21:11:13:12:12:11:15:15:21:22:04:11:12:02:10:1 FC Sochaux1:01:03:20:41:23:33:24:00:12:02:21:10:21:00:15:02:1 Stade Français Paris1:21:02:20:22:41:40:42:30:31:16:01:04:03:20:30:01:2 Racing Strasbourg0:21:41:11:02:21:52:12:13:00:11:03:12:61:02:02:16:1 Toulouse FC1:22:03:22:10:43:00:11:11:01:30:11:13:20:00:20:01:0
Relegation Die beiden Erstligisten setzten sich gegen den Dritten und Vierten der Division 2 durch und schafften damit den Klassenerhalt. Tabelle
Platzierungskriterien: 1. Punkte – 2. TorquotientKreuztabelle LEN SÈT BES ROU Racing Lens – 2:0 6:1 FC Sète 4:1 3:2 0:1 Racing FC Besançon – – – FC Rouen – – 1:2
Die Spieler des Meisters Unter den während der Saison aufeinander folgenden Trainern Élie Rous, Giovanni Lardi und – ab Februar 1951 – Numa Andoire waren folgende 20 Spieler zum Einsatz gekommen (in Klammern: Zahl der Punktspiele):Guillet/Laforge, S. 150 Yeso Amalfi (18), Jean Belver (27), Pär Bengtsson (27), Mokhtar Ben Nacef (18), Abdelaziz Ben Tifour (15), Antoine Bonifaci (32), Louis Broccolicchi (3), Désiré Carré (32), Jean Courteaux (27), François Fassone (9), Ahmed Firoud (24), Marcel Gaillard (5), Robert Germain (34), Robert Grange (2), Åke Hjalmarsson (8), Roger Mindonnet (31), Hassan M’Jid (2), Serge Pedini (30), Léon Rossi (21), Lennart Samuelsson (9)
Die Schützen von Nizzas 73 Treffern sind aus der vorliegenden Literatur nicht vollständig zu ermitteln; bekannt sind lediglich folgende Zahlen: Courteaux 27, Bengtsson 15, Amalfi 5.
Erfolgreichste Torschützen Pl.SpielerVereinTore1 Roger Piantoni FC Nancy 282 Jean Courteaux OGC Nizza 273 Henri Baillot Girondins Bordeaux 224 Jean Grumellon Stade Rennes UC 21 Jean Lewandowski Racing Lens 216 Bram Appel Stade Reims 20 Jean Saunier Le Havre AC 208 Jean Baratte OSC Lille 199 Marcel Rouvière Olympique Nîmes 1710 Pär Bengtsson OGC Nizza 15 Léon Deladerrière FC Nancy 15 Jean-Jacques Kretschmar CO Roubaix-Tourcoing 15
Siehe auch Coupe de France 1950/51 Division 2 1950/51
Literatur Hubert Beaudet: Le Championnat et ses champions. 70 ans de Football en France. Alan Sutton, Saint-Cyr-sur-Loire 2002, ISBN 2-84253-762-9 Sophie Guillet/François Laforge: Le guide français et international du football éd. 2009. Vecchi, Paris 2008, ISBN 978-2-7328-9295-5 Jean-Philippe Rethacker: La grande histoire des clubs de foot champions de France. Sélection du Reader’s Digest, Paris/Bruxelles/Montréal/Zurich 2001, ISBN 2-7098-1238-X
Anmerkungen und Nachweise
#1950/51 Kategorie:Fußballsaison 1950/51