Die Freiberger Bergwerksteiche sind ein Fauna-Flora-Habitat (FFH) in Sachsen. Das Gebiet umfasst zehn verstreut liegende Teilflächen mit insgesamt 305 ha im Süden Freibergs. Geschützt werden Flora und Fauna in den durch den Bergbau entstandenen Kunst-, Hütten- und Pochwerksteichen sowie angrenzender Wiesen und Wälder.

Lage Die zehn Teilflächen erstrecken sich ungefähr in Nord-Süd-Richtung von Freiberg über Brand-Erbisdorf, Weißenborn/Erzgeb., Großhartmannsdorf, Mulda/Sa. bis nach Pfaffroda und Sayda über ca. 23 km. Sieben Teiche sind über die Kunstgräben und Röschen der Revierwasserlaufanstalt Freiberg (RWA) miteinander verbunden. Teilflächen Teil- fläche Name Gemarkung Koordinaten Bauzeit RWA heutige Nutzung Bild 1Dittmannsdorfer Teich Dittmannsdorf, Ullersdorf 1826–1828 Obere BWV, HWS, K, F 150px 2 Dörnthaler Teich Dörnthal 1787–1790 Obere TWV, HWS, F 150px 3 Oberer Großhartmannsdorfer Teich Großhartmannsdorf 1590–1592 Obere TWV, BWV, HWS, F 150px 4 Hüttenteich Berthelsdorf vor 1555 und 1560 Untere BWV, HWS, F 150px 5 Stadtwald Freiberg (Mittelteich) Freiberg 15. Jahrhundert NEG, F 150px 6 Rothbächer Teich Erbisdorf um 1568 Untere BWV, F 150px 7 Pochwerksteiche Langenau um 1564–1570 NSG, NEG 150px 8 Landteich (Gelobt Lander Teich) Erbisdorf vor 1570 F 9 Unterer Großhartmannsdorfer Teich Großhartmannsdorf, Helbigsdorf vor 1524 und 1562, 1572 Untere BWV, F, NSG 150px 10 Obersaidaer Teich Obersaida 1728–1734 Obere TWV, HWS, F 150px BWv=Betriebswasserversorgung, F=Fischerei, HWS=Hochwasserschutz, K=Wasserkraft, NEG=Naherholungsgebiet, NSG=Naturschutzgebiet, TWv=Trinkwasserversorgung

Zweck mini|hochkant|Besonders schützenswert sind die Vorkommen des Scheidenblütgrases. Für dieses FFH-Gebiet sind vier Erhaltungsziele definiert: Erhaltung eines Teichgebietssystems, bestehend vor allem aus mesotrophen Gewässern mit Vegetation auf zeitweilig trockenfallenden Sand- und Schlammböden, welche durch Gräben miteinander verbunden sind, sowie der angrenzenden Bergwiesen und naturnahen Waldbereiche. Die Teiche stellen bedeutende Kulturdenkmäler der mittelalterlichen Montanindustrie in der Region dar. Bewahrung oder Wiederherstellung „Natürlicher Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse“ (insbesondere die oligo- bis mesotrophen Stillgewässer mit einer artenreichen und großflächig auftretenden Teichbodenvegetation) Bewahrung oder Wiederherstellung von „Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse“ (insbesondere Fischotter, Großes Mausohr, Kammmolch und Scheidenblütgras). Besondere Bedeutung kommt der Erhaltung beziehungsweise der Förderung der Unzerschnittenheit und funktionalen Zusammengehörigkeit der Lebensraumtyp- und Habitatflächen des Gebietes, der Vermeidung von inneren und äußeren Störeinflüssen auf das Gebiet sowie der Gewährleistung funktionaler Kohärenz innerhalb des Gebietssystems NATURA 2000 zu, womit entscheidenden Aspekten der Kohärenzforderung der FFH-RL entsprochen wird.

Literatur

Weblinks

Verordnung der Landesdirektion Chemnitz zur Bestimmung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Freiberger Bergwerksteiche“, abgerufen am 5. Oktober 2015 Stauanlagenverzeichnis Sachsen Naturführer Osterzgebirge Gebietsdaten (PDF; 126 kB)

Einzelnachweise Illustration aus Otto Wilhelm Thomé: Flora von Deutschland Österreich und der Schweiz. Gera-Untermhaus, 1885.

Kategorie:FFH-Gebiet in Sachsen Kategorie:Geographie (Freiberg) Kategorie:Gewässer im Landkreis Mittelsachsen Kategorie:Teichgebiet Kategorie:Schutzgebietsgründung 2002