Die HMS Warspite war ein Schlachtschiff der Queen-Elizabeth-Klasse, das in den 1910er Jahren für die Royal Navy gebaut wurde. Während des Ersten Weltkriegs bestand ihr Dienst bis auf die Teilnahme an der Skagerrakschlacht und dem Seegefecht vom 19. August 1916 hauptsächlich aus Patrouillenfahrten und Manövern in der Nordsee. In der Zwischenkriegszeit wurde die Warspite umfangreichen Umbaumaßnahmen unterzogen. Im Zweiten Weltkrieg kam das Schiff zunächst während des Norwegenfeldzugs und später im Mittelmeer zum Einsatz. In der Schlacht um Kreta wurde das Schiff bei einem deutschen Luftangriff schwer beschädigt. Nach einer sechsmonatigen Reparatur wurde die Warspite in den Pazifik verlegt, wo sie sich der britischen Eastern Fleet anschloss. 1943 nahm sie an den Landungsoperationen in Italien teil. Dabei wurde sie erneut durch einen Luftangriff schwer beschädigt. 1944 unterstützte sie die Landung der Alliierten in der Normandie. Nach dem Ende ihres letzten Einsatzes wurde sie der Reserve zugewiesen und 1947 zum Abwracken verkauft.
Technik
Schiffsmaße Das Schiff hatte eine Länge über alles von 195 m, eine Breite von 27,60 m und einen Tiefgang von 10,10 m. Die Verdrängung lag zwischen 30.918 t und 34.164 t.
Antrieb Das Schiff war mit vier Parsons-Turbinen ausgestattet, die jeweils eine Welle antrieben und insgesamt 56.000 Shp (41.188 kW) entwickelten, mit der es eine Höchstgeschwindigkeit von 25 Knoten (46 km/h) erreichte. Der Dampf wurde von 24 Yarrow-Wasserrohrkesseln mit einem Arbeitsdruck von 16,2 bar geliefert. Das Schiff konnte maximal 3.454 t Heizöl mitführen, was ihm bei 10 Knoten (19 km/h) eine Reichweite von 4.500 Seemeilen (8.334 km) ermöglichte. Die Besatzung des Schiffes bestand aus 925 bis 951 Mann plus Offiziere.
Bewaffnung Die Hauptbewaffnung bestand aus acht 381-mm-Geschützen auf Mk-I-Lafetten in vier Zwillingstürmen vor und hinter den Aufbauten mit den Bezeichnungen „A“, „B“, „X“ und „Y“ von vorne nach achtern. Die Lafetten hatten ein Gewicht von 782 t und einen Seitenrichtbereich von −150 bis +150 Grad. Die Kanonen selbst hatten ein Gewicht von 101 t. Ihre Reichweite lag mit einer maximalen Elevation von +20 Grad und einer Mündungsgeschwindigkeit von 804 m/s bei 26 km. Die Sekundärbewaffnung bestand aus vierzehn 152-mm-Geschützen, von denen zwölf in Kasematten entlang der Breitseite des Schiffes montiert waren und die restlichen zwei auf dem Hauptdeck achtern. Die Kanone mit einem Gewicht von 7 t hatte bei einer maximalen Elevation von 40 Grad eine Reichweite von 12 km. Die 45 kg schweren Granaten erreichten dabei eine Mündungsgeschwindigkeit von 861 m/s. Die Flugabwehr bestand aus zwei 76-mm-Schnellfeuergeschützen. Außerdem war das Schiff mit vier im Rumpf eingelassenen 533-mm-Torpedorohren ausgestattet, zwei auf jeder Breitseite.Burt: S. 284f., S. 288f.
Panzerung Das Schiff hatte einen Panzergürtel aus Krupp-Zementstahl. Er erstreckte sich von vorn nach Achtern über eine Länge von etwa 165 m. Mittschiffs war er 330 mm dick und verjüngte sich unter der Wasserlinie auf 51 mm und an seinen Enden auf 25 mm. Darüber verlief ein 152 mm dicker Plankengang, der sich von der A-Barbette bis zur Y-Barbette erstreckte. Die von 178 bis 254 mm dicken Barbetten umgebenen Geschütztürme hatten an der Front eine 330 mm dicke Panzerung und an den Seiten 279 mm. Die gepanzerten Decks hatten eine Stärke von 25 bis 76 mm. Der Kommandoturm war durch eine 330 mm dicke Panzerung geschützt.
Sensoren, Feuerleitanlage, Aufklärung mini|Eine Supermarine Walrus startet von der Warspite Während des Ersten Weltkriegs war die Warspite mit einem Dreyer-Feuerleitsystem und 4,6-m- bzw. 2,7-m-Entfernungsmessern von Barr & Stoud ausgestattet. Einer der Entfernungsmesser war oberhalb des Kommandoturms angebracht, geschützt durch eine gepanzerte Haube, und der 2,7-m-Entfernungsmesser befand sich im Ausguck des Fockmasts. Das Feuerleitsystem für die Torpedos befand sich zusammen mit einem 2,7-m-Entfernungsmesser am hinteren Ende der Aufbauten. Im Zweiten Weltkrieg bestand die Feuerleitanlage für die Hauptbewaffnung aus einem Mk VI High Angle/Low Angle Director Control Tower (HA/LA DCT) Steilwinkel/Flachwinkel Feuerkontrollturm.Campbell: Naval Weapons of World War Two. S. 28. Auf dessen Spitze war ein Typ-284-Feuerleitradar installiert, das seine Daten an einen Admiralty Fire Control Table Mk VII sendete.Campbell, S. 24 f. Für die Flugabwehr stand ein HACS-Mk-III-Feuerleitsystem zur Verfügung. Das HACS war mit einem Radar Typ 285 für die 102-mm-Flak und einem Typ 282 für die leichte Flugabwehr ausgestattet.Burt: S. 142. Die Warspite war für die Luftaufklärung mit vier Supermarine Walrus ausgestattet. Zwei der Flugzeuge befanden sich in Hangars in den Aufbauten, die sich nach hinten öffnen ließen. Ein weiteres befand sich auf dem Außendeck und eines auf dem Katapult. Auf jedem Hangar war ein elektrischer Kran mit geradem Arm und auf dem Oberdeck hinter den Hangars ein festes Katapult querschiffs angebracht.Burt: S. 132.
Umbaumaßnahmen März 1934 bis Juni 1937 Der Tiefgang und die Verdrängung wurden um 10 cm bzw. 500 Tonnen verringert. Dies geschah vor allem wegen des geringeren Gewichts der neuen Maschinen und Kessel sowie der Entfernung der vier 120-mm-Geschütze und ihrer Panzerung, sowie des ursprünglichen schweren Kommandoturms. Das Vorschiff wurde nach Achtern bis fast zum A-Turm verlängert und das Deck verbreitert, so dass die Seite mit der ehemaligen zweiten 120-mm-Geschützpforte bündig war. Die Seite wurde über den Kasematten des Hauptdecks nach achtern gepanzert und mit einem Deck versehen. Die Festigkeit des Rumpfes wurde in zufriedenstellender Weise beibehalten. Die Verlängerung des Vorschiffs und die Beplankung bis zu den vorderen Geschützpforten trugen dazu bei, dass das Schiff bei hohem Seegang trocken blieb.
Die Elevation der 381-mm-Kanonen wurde auf 30° erhöht. Die Reichweite wurde von etwa 21 Kilometer auf 29 Kilometer deutlich gesteigert. Neue Feuerleitsysteme wurden installiert, darunter ein 4,5-m- und ein 2,7-m-Entfernungsmesser. Ein neuer Feuerleitrechner wurde auf dem neuen Brückenturm montiert. Die gepanzerte Feuerleitstellung, die sich früher über dem Kommandoturm befunden hatte, wurde in die hinteren Aufbauten verlegt. Die vorderen und hinteren 120-mm-Geschütze wurden entfernt, um zusätzliche Flak-Bewaffnung unterzubringen. Es wurde davon ausgegangen, dass dies keine Einbußen bei den tatsächlichen Kampfeigenschaften mit sich bringen würde, da die für den Einsatz gegen Luft- und Bodenziele nicht verfügbaren Sekundärgeschütze praktisch überflüssig geworden waren. Die Feuerleitkontrolltürme für die 152-mm-Geschütze wurden an Backbord und Steuerbord auf den neuen Brückenturm unterhalb und hinter dem Feuerleitrechner der 381-mm-Geschütze verlegt. Das Schiff wurde mit einem HACS-Feuerleitsystem für die Flugabwehr ausgestattet. Die 102-mm-Kanonen in Einzellafetten wurden durch 102-mm-Zwillingsgeschütztürme ersetzt. In den Aufbauten wurden mittschiffs neben dem Schornstein zwei Schwalbennester angebracht. Dort wurden vier 40-mm-„Pom-Pom“ in Achtfach-Lafetten installiert. Die verbleibenden Torpedorohre wurden zusammen mit dem Torpedokontrollturm entfernt und die Torpedolager wurden als zusätzlicher Munitionsstauraum genutzt.Burt, S. 133 f.
Geschichte Die Warspite wurde am 31. Oktober 1912 auf Kiel gelegt, am 26. November 1913 vom Stapel gelassen und am 19. März 1915 für den Einsatz in der Grand Fleet in Dienst gestellt. Der Ursprung des Namens ist unklar, obwohl er wahrscheinlich auf die frühneuenglische Schreibweise des Wortes spite – spight – zurückgeht, womit der Trotz und die Verachtung gegenüber dem Feind zum Ausdruck gebracht werden sollte. Gleichzeitig war es aber auch der gebräuchliche Name für den Grünspecht, womit angedeutet wurde, dass der Warspight Löcher in die (hölzernen) Rümpfe der feindlichen Schiffe stieß.Silverstone: Directory of the world’s capital ships. S. 276.Ballantyne: Warspite. S. 3.
Erster Weltkrieg Ende 1915 lief die Warspite im Forth auf Grund und erlitt dabei einige Schäden am Rumpf. Nach der Beendigung der Reparaturen in Rosyth und Jarrow wurde sie dem 5. Schlachtschiffgeschwader der Grand Fleet zugeteilt. Anfang Dezember kam es zu einer Kollision mit der Barham, was zu erheblichen Schäden am Bug der Warspite führte. Sie schaffte es zurück nach Scapa Flow und von dort nach Devonport, wo sie repariert wurde und am 24. Dezember 1915 in die Flotte zurückkehrte.
Wegen Berichten über U-Boote in der Nähe von Scapa Flow entschied der Oberbefehlshaber der Grand Flee Admiral John Jellicoe, dass die dortigen Verteidigungsanlagen unzureichend waren, und ließ am 16. Oktober den Großteil der Grand Fleet nach Lough Swilly in Irland verlegen. Vom 7. bis zum 10. März 1915 unternahm die Grand Fleet eine Aufklärungsfahrt in der nördlichen Nordsee, bei der sie Übungsmanöver durchführte. Vom 17. bis 19. April fanden Patrouillenfahrten statt, gefolgt von Geschützübungen vor den Shetland-Inseln am 20. und 21. April.Jellicoe: S. 211f. Vom 17. bis 19. Mai und vom 29. bis 31. Mai unternahm die Grand Fleet Vorstöße in die zentrale Nordsee, ohne auf deutsche Schiffe zu stoßen. Vom 11. bis zum 14. Juni führte die Flotte erneut Geschütz- und Gefechtsübungen westlich von Shetland durch.Jellicoe: S. 217ff., S. 221f. Vom 2. bis zum 5. September unternahm die Flotte eine weitere Fahrt in der Nordsee, bei der sie Geschützübungen durchführte, und verbrachte den Rest des Monats mit zahlreichen Übungen. Vom 13. bis zum 15. Oktober unternahm das Schiff zusammen mit dem Großteil der Grand Fleet einen weiteren Einsatz in der Nordsee. Fast drei Wochen später, vom 2. bis zum 5. November, nahm die Warspite an einer weiteren Flottenübungsoperation westlich von Orkney teil.Jellicoe: S. 228, S. 243, S. 246, S. 250, S. 253. In der Nacht zum 25. März verließen die Warspite und der Rest der Flotte Scapa Flow, um Vizeadmiral David Beattys Schlachtkreuzer bei dem Angriff auf den deutschen Zeppelinstützpunkt in Tøndern zu unterstützen. Als sich die Grand Fleet am 26. März dem Gebiet näherte, hatten sich die britischen und deutschen Streitkräfte bereits getrennt, und ein starker Sturm bedrohte die kleineren Schiffe, so dass die Flotte den Befehl erhielt, zur Basis zurückzukehren. Am 21. April führte die Grand Fleet ein Ablenkungsmanöver vor Horns Riff durch, um es der kaiserlich russischen Marine zu ermöglichen, ihre Minenfelder in der Ostsee neu zu verlegen.Jellicoe: S. 271, S. 275, S. 279f., S. 284, S. 286. Am 24. April kehrte die Flotte nach Scapa Flow zurück, erhielt dort neuen Proviant, neue Munition und neue Kohle und stach erneut in Richtung englischer Ostküste in See, da man aufgrund von Geheimdienstberichten einen Angriff der Deutschen auf Lowestoft befürchtete, aber erst in dem Gebiet ankam, nachdem sich die Deutschen bereits zurückgezogen hatten.Jellicoe: S. 286ff.
Skagerrakschlacht