Erlach ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Erlach hat eine Fläche von 6,731 km². Sie ist in 405 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 16.620,02 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Gutenhard, Schwand, Steinberg und Weihersmühle.

Geografie Der Weiler liegt am Erlbacher Bach, der mit dem Erlbacher Mühlbach zum Erlbach, einem rechten Zufluss der Altmühl, zusammenfließt. Die Kreisstraße AN 4 führt nach Erlbach (1,8 km nordöstlich) bzw. nach Brunst (1,6 km westlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Röttenbach zur Kreisstraße AN 3 (1,7 km südöstlich).

Geschichte Erlach gehörte gemäß einer Auflistung von 1830 zu einem „die Brünst“ oder „die Brunst“ genannten, seit dem Mittelalter stellenweise gerodeten umfangreichen Waldgebiet zwischen Leutershausen und Kloster Sulz mit dem Hauptort Brunst. Die Brünst war für ihre gute Rinderviehzucht bekannt; ihre 22 Dörfer galten als reich. Friedrich Oechsle: Beiträge zur Geschichte des Bauernkrieges in den schwäbisch-fränkischen Grenzlanden, Heilbronn 1830, S. 320, Fußnote.Friedrich Benedict Weber: Bemerkungen und Notizen über verschiedene Gegenstände der Landwirthschaft, Leipzig 1815, S. 194.Heinrich Wilhelm Bensen: Kurze Beschreibung und Geschichte der Stadt Rotenburg ob der Tauber, Erlangen 1856, S. 29.

Laut einer Auflistung von 1342 besaß das Kanonikerstift St. Gumbertus Ansbach in Erlach fünf Anwesen.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 141. Im 14. Jahrhundert hatte hier auch der Bischof von Würzburg Besitz – eventuell ehemaliger Besitz des Ansbacher Klosters aus jener Zeit, als das Kloster in ein Stift umgewandelt wurde.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 160. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts ist überliefert, dass ein Gütlein im Weiler dem Amt Spielberg der Grafen von Oettingen gehörte.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 196 und 538. Der 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Amtes Brunst von 1608 spricht von fünf Mannschaften (= Untertanenfamilien) im Ort, die alle dem brandenburg-ansbachischen Kastenamt Colmberg zinsbar und dem brandenburg-ansbachischen (ab 1792 königlich-preußischen) Stadtvogteiamt Leutershausen vogtbar waren.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 716. In einem Verzeichnis von 1641 heißt es, dass infolge des Dreißigjährigen Krieges von den fünf Höfen drei seit 1631/32 nicht bewirtschaftet werden; einer sei abgebrannt, einer eingefallen und der dritte öd geworden. Im 16-Punkte-Bericht von 1681 ist von sechs Erlacher Anwesen (ein Hof, fünf Halbhöfe) des Amtes Colmberg die Rede. Sie waren diesem Amt lehen- und gültbar, vogt- und steuerbar aber dem Stadtvogt von Leutershausen; gerichtlich unterstanden sie dem Unteramt Brunst.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 723. Daran änderte sich bis zum Ende des Alten Reiches nichts mehr.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 801 und 852.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 63. Bezüglich der Fraisch war durch den Vergleichsvertrag von 1710, der den diesbezüglichen Streit des hohenlohischen Hauses mit dem Fürstentum Brandenburg-Ansbach beendete, der Weiler dem Markgrafen von Ansbach zugesprochen worden.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 626.

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.

Im Jahre 1806 kam Erlach an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Erlach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Brunst zugeordnet. 1810 entstand die Ruralgemeinde Erlach, zu der Gutenhard, Schwand, Steinberg und Weihersmühle gehörten.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. Ab 1858 gehörte Erlach zum Landgericht Schillingsfürst und ab 1862 zum Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Schillingsfürst (1879 in das Amtsgericht Schillingsfürst umgewandelt), von 1927 bis 1973 war das Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber zuständig, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichts Ansbach ist. Die Finanzverwaltung wurde 1858 vom Rentamt Rothenburg ob der Tauber übernommen (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt, seit 1973 Zweigstelle des Finanzamts Ansbach).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 986. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,985 km².

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Erlach zum 1. Mai 1978 in die Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach eingegliedert.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 986.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Erlach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 201 219 197 196 199 183 181 183 207 198 196 183 192 200 209 199 192 171 162 267 242 231 159 139HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 41 38 35 35 34 36 32 29 30 Quelle Für die Gemeinde Erlach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Gutenhard (S. 38), Schwand (S. 84), Steinberg (S. 89) und Weihersmühle (S. 101).

Ort Erlach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 38 49 50 50 52 51 47 59 38 31 37Häuser 7 10 10 10 8 7 7 7Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Wenzeslaus (Weißenkirchberg) gepfarrt.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 852. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Leutershausen) Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindegründung 1810 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach