mini|Oberwarngau mini|Osterwarngau von Südwesten

Warngau ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Miesbach. Der Hauptort und Sitz der Gemeindeverwaltung ist Oberwarngau.Taubenbergstr. 33 83627 Oberwarngau Einen Ort Warngau gibt es nicht.

Geografie Lage Die Gemeinde liegt am nördlichen Alpenrand inmitten des Oberlandes, im Osten steigt der bewaldete Taubenberg (mit Aussichtsturm) auf 900 m an, welcher die wichtigste Trinkwasserreserve für München bildet.

Der Hauptort befindet sich an der B 318, 6 km südlich von Holzkirchen und der A8. In die Landeshauptstadt München sind es 37 km, nach Bad Tölz 19 km, nach Gmund am Tegernsee 10 km, nach Miesbach 15 km und nach Rosenheim 42 km.

Gemeindegliederung

Es gibt 81 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt die Gemarkungen Gotzing (nur Gemarkungsteil 0), Wall und Warngau.

Natur Folgende Schutzgebiete berühren das Gemeindegebiet: Landschaftsschutzgebiet Schutz der Egartenlandschaft um Miesbach (LSG-00550.01) Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Taubenberg (8136-302) Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Mangfalltal (8136-371) Vogelschutzgebiet (Vogelschutzrichtlinie der EU) Taubenberg (8136-302)

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Im Jahre 804 wurde Warngau als Uuormgoi erstmals urkundlich erwähnt. 1009 findet sich Worngowe. Es liegen der bajuwarische Personenname Woro und althochdeutsch gouwi zugrunde. Ausgangswort war *Woringouwi in der Bedeutung ‚Landschaft des Woro‘.

Warngau war im 8. Jahrhundert Hauptort einer Herrschaft, die sich im Besitz der beiden Stifter des Klosters Tegernsee, Oatkar und Adalbert, befand und die diese dem Kloster geschenkt hatten. Als die Ländereien des Klosters im 10. Jahrhundert verödeten, kamen die Güter an adlige Ritter, von denen einer in den Besitz von Warngau kam. Erst 1009 gelangte Warngau wieder in den Besitz des Klosters zurück, bei dem es dann lange Zeit verblieb. Das Kloster ließ ein eigenes Gerichtshaus in Warngau errichten und in offener Schranne Gericht halten, bis es schließlich unter den Schutz der Herzöge von Bayern gestellt wurde.Joseph von Obernberg: Reisen durch das Königreich Baiern. I. Theil: Der Isarkreis. II. Heft: Reisen nach den baierischen Alpen, von dem Tegernsee gegen den Innstrom. München 1815, S. 138

Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern 1818 wurde Warngau eine selbständige politische Gemeinde.

1975 kam es beim Eisenbahnunfall von Warngau zu 41 Toten.

Eingemeindungen Am 1. Mai 1978 wurden im Zuge der Gemeindegebietsreform die Gemeinde Wall und ein Teil der aufgelösten Gemeinde Gotzing nach Warngau eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2857 auf 3875 Einwohner bzw. um 35,6 %.

Politik

Gemeinderat Die vergangenen Kommunalwahlen führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat: +Partei/Liste201420202026FWG555CSU556GRÜNE443DXL111BP111Gesamt161616

Bürgermeister Andreas Beilhack (CSU) ist seit 1. Mai 2026 Erster Bürgermeister der Gemeinde Warngau. Er setzte sich bei der Kommunalwahl 2026 im ersten Wahlgang gegen zwei Mitbewerber mit 58,1 % durch. Sein Vorgänger war Klaus Thurnhuber (Freie Wählergemeinschaft Warngau-Wall), der das Amt von 2008 bis 2026 innehatte.

Bürgermeister der früheren Gemeinde Warngau bis zur Gebietsreform 1978:

bis 1863: Auer 1863–1875: Mathias Hilgenrainer 1876–1881: Georg Schuster 1881–1893: Benno Bramböck 1894–1933: Johann Vitzthum 1933–1935: Martin Hort 1935–1942: Johann Obermüller 1942–1945: Benno Bramböck 1945–1946: Peter Wanninger 1946–1952: Franz Rohbogner 1952–1960: Paul Harraßer 1960–1966: Christian Gschwendtner 1966–1971: Marinus Bichler 1971–1972: Georg Bichler 1972–1978: Andreas Falkner

Bürgermeister der früheren Gemeinde Wall bis zur Gebietsreform 1978:

bis 1888: Balthasar Lix 1888–1912: Georg Öttl 1912–1930: August Kerndl 1930–1933: Josef Schliersmayer 1933–1944: Karl Stumböck 1944–1945: Max Bichler 1945–1948: Josef Haberl 1948–1959: Karl Stumböck 1959–1966: Ignaz Waldschütz 1966–1978: Alois Seestaller

Bürgermeister der Gemeinde Warngau (mit Wall) seit der Gebietsreform 1978:

1978–1990: Alois Seestaller (FWG) 1990–2008: Lorenz Aigner (CSU) 2008–2026: Klaus Thurnhuber (FWG)

Wappen

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Wallfahrtskapelle Nüchternbrunn Allerheiligenkirche in Warngau Pfarrkirche in Warngau Kirche St. Margareth in Wall Wallfahrtskapelle Nüchternbrunn am Taubenberg Kapelle St. Johann in Einhaus Aussichtsturm Taubenberg

Verkehr Warngau liegt an der Bahnstrecke München–Lenggries. Diese wird von der Bayerischen Oberlandbahn im Stundentakt befahren. Es bestehen Zugverbindungen nach Holzkirchen, München, Lenggries, Bad Tölz und Tegernsee. Linienbusverbindungen bestehen mit Holzkirchen und Gmund am Tegernsee.

Der Flugplatz Warngau liegt etwa 1,2 km südwestlich des Ortszentrums.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Johann Baptist Lethner (ca. 1700–1782), Maurer und Baumeister Andreas Mehringer (1911–2004), Sozial-/Heilpädagoge Stefanie Scherer (* 1996), Biathletin Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Ernst Kronecker (1849–1927), Jurist, Kammergerichtsrat, Sohn des Mathematikers Leopold Kronecker, lebte von 1923 bis zu seinem Tod mit seiner Frau Emma in Warngau im Haus „Zum Silberkramer“, heute Austraße 1 Gerd Fitz (1930–2015), deutscher Schauspieler, lebte zuletzt auf Gut Heigenkam. Hajo Netzer (* 1955), Bergführer, lebt in Reitham Georg Plasa (1960–2011), deutscher Automobilrennfahrer, lebte in Warngau und betrieb hier einen Motorsportbetrieb

Weblinks

Gemeinde Warngau

Pfarrverband Holzkirchen-Warngau

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Miesbach Kategorie:Katholischer Wallfahrtsort in Oberbayern Kategorie:Ersterwähnung 804 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)