Bärenschanze (nürnbergisch: BäanschandsnD. Fastnacht: Nürnberg, S. 9. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „bäɐnšandsn“.) ist der statistische Bezirk 22 in Nürnberg,Stadtplandienst Nürnberg, abgerufen auf online-service.nuernberg.de am 10. Februar 2012. benannt nach einer früheren Befestigungsanlage, die während des Dreißigjährigen Krieges entstand.

Lage Der Bezirk Bärenschanze liegt an der Fürther Straße. Die Pegnitz ist die nordöstliche Trennlinie zu Sandberg (Bezirk 23). Im Osten grenzen bei der Willstraße Himpfelshof (Bezirk 05) und bei der Kernstraße Gostenhof (Bezirk 04) an. Jenseits des Frankenschnellwegs im Süden liegt Sündersbühl (Bezirk 23). Nordwestlich des Westrings (Bundesstraße 8) liegt Eberhardshof (Bezirk 64).

Die historische Festungsanlage Bärenschanze stand in der Nähe des Himpfelshof. Heute befindet sich dieses Gelände zwischen dem Alten Jüdischer Friedhof, Roon- und Bärenschanzstraße und liegt damit im Statischen Bezirk Himpfelshof und nicht im Statischen Bezirk Bärenschanze.

Ortsname Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist . Als Bären wurden die in der frühen Neuzeit aufgekommenen Kanonengeschütze bezeichnet. Der Ortsname bedeutet also ‚Befestigungsanlage mit Kanonengeschützen‘.D. Fastnacht: Nürnberg, S. 9.

Geschichte mini|hochkant|Die einstige Bärenschanze auf dem Ausschnitt einer Katasterkarte, 1811 1632 ließ Gustav Adolf gegen die heranrückenden Truppen Wallensteins einen äußeren Befestigungsring um die Reichsstadt Nürnberg errichten. Westlich Nürnbergs entstand als ein Teil dieser Befestigungsanlagen die Bärenschanze als eine sternförmige Artilleriebastion, die bis circa 1820 bestand. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde die Anlage von der Reichsstadt Nürnberg zu einer Kaserne ausgebaut, die während der Koalitionskriege (1792 bis 1815) als Lazarett für die französischen Soldaten genutzt wurde. Heute existiert nur noch das Kommandanturhaus aus dem Jahre 1721 in der Bärenschanzstraße 8b, das mit einer Loftwohnung belegt ist.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Bärenschanze aus drei Anwesen (2 Häuser, 1 Wachhaus). Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was aber vom brandenburg-ansbachischen Oberamt Cadolzburg bestritten wurde.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 147.

Von 1797 bis 1808 unterstand Bärenschanze dem Justiz- und Kammeramt Wöhrd-Gostenhof. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Sündersbühl und der 1810 gegründeten Munizipalgemeinde Gostenhof zugeordnet. 1825 wurde Dürrenhof nach Nürnberg eingemeindet.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 239.

Seit 1864 existiert hier der Alte Jüdische Friedhof, der bis 1922 genutzt wurde.

Der Nürnberger Justizpalast mit angrenzendem Zellengefängnis liegt im Nordwesten des Bezirkes 22. Hier fanden nach dem Zweiten Weltkrieg von 1945 bis 1949 die Nürnberger Prozesse statt.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1824 1836 1840Einwohner 46 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und 1824 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1836 als Wohngebäude und 1840 als Häuser. 10 2 2 2Quelle Dort als Bärnschanz mit Ställen aufgelistet.

Religion Bärenschanze war evangelisch-lutherisch geprägt und ursprünglich nach St. Lorenz gepfarrt. Heute ist die Dreieinigkeitskirche (Gostenhof) zuständig. Die Katholiken sind seit 1895 nach St. Elisabeth gepfarrt.D. Fastnacht: Nürnberg, S. 8.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Stadtteil von Nürnberg Kategorie:Statistischer Bezirk von Nürnberg Kategorie:Erbaut 1632