Otterfing ist die nördlichste Gemeinde des oberbayerischen Landkreises Miesbach.

Geographie Geografische Lage und Gemeindegebiet Die Gemeinde liegt auf Endmoränenhügeln der letzten Eiszeit im Voralpenland mit Blick auf das Mangfallgebirge. Die Ortschaft Otterfing befindet sich an der Bundesstraße 13, 4 km nördlich von Holzkirchen und direkt an der südlichen Grenze des Landkreises München. Im Norden begrenzt der Hofoldinger Forst das Gemeindegebiet. Nach der Auflösung dieses Waldgebiets als gemeindefreien Gebiets wurden Teile davon zum 1. Januar 2011 Otterfing zugeschlagen.Eingemeindung des Hofoldinger Forsts bringt viele Vorteile in: Münchner Merkur-Online vom 28. Januar 2011

In die Landeshauptstadt München sind es 30 km, zur Kreisstadt Miesbach 23 km, nach Wolfratshausen 21 km, nach Bad Tölz 22 km und nach Rosenheim 37 km.

Gemeindegliederung Es gibt sechs Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Bergham (Kirchdorf), ca. 0,5 km westlich der Ortsmitte Heigenkam (Einöde), ca. 2,4 km nordwestlich Holzham (Dorf), ca. 0,7 km südöstlich Otterfing (Pfarrdorf) Palnkam (Dorf), ca. 1,6 km südwestlich vom Ortszentrum und 1 km westlich der Bundesstraße 13 Wettlkam (Kirchdorf), ca. 2,2 km nordwestlich

Nachbargemeinden Sauerlach, Aying (beide Landkreis München), Holzkirchen (Landkreis Miesbach) und Dietramszell (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen).

Natur Das folgende Schutzgebiet berührt das Gemeindegebiet: Landschaftsschutzgebiet LSG Otterfing – Hofoldinger Forst (LSG-00606.01)

Geschichte 300px|mini|Pfarrkirche St. Georg Bis zur Gemeindegründung Archäologische Funde belegen die Besiedlung schon in der Keltenzeit. 1942 wurde bei Ausschachtungsarbeiten nahe dem Bahnhof das Körpergrab einer Frau aus der spätrömischen Zeit (ca. 350 bis 355 n. Chr.) entdeckt. Neben anderen Grabbeigaben wurde aus 1,30 Meter Tiefe auch eine Münze aus der Regierungszeit von Constantius II. geborgen.

Urkundlich wurde Otterfing erstmals 1003 in einem Traditionsbuch des Klosters Tegernsee als „Otolvinga“ erwähnt und war ursprünglich die ‚Siedlung des Otolf‘. Nach vielen verschiedenen Schreibweisen wird der Ort bereits 1568 in den Bairischen Landtafeln des Philipp Apian als Otterfing bezeichnet.

Eine selbstständige politische Gemeinde ist Otterfing seit den Verwaltungsreformen in Bayern von 1818.

Kreiszugehörigkeit Bis zum 1. Juli 1972 gehörte Otterfing zum damaligen Landkreis Wolfratshausen. Als dieser mit dem Landkreis Bad Tölz zusammengelegt wurde, schloss sich Otterfing dem Landkreis Miesbach an.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2023 wuchs die Gemeinde von 3271 auf 4984 Einwohner bzw. um ca. 52,37 %. 1818: 435 Einwohner 1875: 629 Einwohner 1945: 768 Einwohner 1950: 1492 Einwohner 1961: 1542 Einwohner 1970: 1925 Einwohner 1975: 2489 Einwohner 1988: 3271 Einwohner 1991: 3476 Einwohner 1995: 3719 Einwohner 2000: 4122 Einwohner 2005: 4337 Einwohner 2010: 4519 Einwohner 2015: 4699 Einwohner 2017: 4846 EinwohnerBayerisches Landesamt für Statistik: Gemeinde Otterfing 09 182 127. Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten 2018: 4783 Einwohner 2023: 4984 Einwohner 2024: 4974 Einwohner

Politik Gemeinderat Nach der letzten Kommunalwahl am 15. März 2020 hat der Gemeinderat 16 Mitglieder.

Wappen

Verkehr Otterfing liegt an der Bahnstrecke München–Lenggries und wird von der Linie S3 der S-Bahn München bedient, die alle 20 bzw. 40 Minuten in Richtung München und Holzkirchen verkehrt. Die Bayerische Oberlandbahn bedient Otterfing zusätzlich zu den Hauptverkehrszeiten.

Linie Linienverlauf

Durch den Ort führt in Nord-Süd-Richtung die Bundesstraße 13. Die Bundesautobahn 8 ist drei Kilometer östlich vom Ortsmittelpunkt entfernt; die nächste Anschlussstelle Sauerlach im Norden ist in zehn und Holzkirchen im Süden in acht Kilometern zu erreichen.

Religionen mini|St. Valentin in Bergham Etwa 59 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 14 % evangelisch; ca. 27 % gehören keiner oder einer anderen Glaubensgemeinschaft an.

Pfarrkirche und Wahrzeichen Otterfings ist St. Georg. Filialkirchen haben die Ortsteile Bergham (St. Valentin) und Wettlkam (Heilig Kreuz).

Die Evangelisch-methodistische Kirche verfügt in Otterfing über ein Gottesdienstzentrum.

Zwei Versammlungen (Gemeinden) der Zeugen Jehovas teilen sich den in Otterfing gelegenen Gemeindesaal (sog. Königreichssaal).

Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler 300px|mini|Der alte Matheishof

Vereine Bund Naturschutz Ortsgruppe Otterfing Burschenverein Otterfing Eisenbahnfreunde München Südost e. V. Freiwillige Feuerwehr Otterfing Gartenbauverein Gebirgstrachten-Erhaltungsverein „D' Teufelsgraber“ Imkerverein Veteranen- und Kriegerverein Otterfing-Baiernrain

Musik Musikverein Otterfing

Sport Club de Budo Reitclub Wettlkam Reit- und Voltigierfreunde Oberland Schützengesellschaft Otterfing TSV Otterfing Sektion Otterfing des Deutschen Alpenvereins

Regelmäßige Veranstaltungen mini|Greifvogelauffangstation Faschingsball Tanz auf dem Vesuv, seit 1980 am Faschingssamstag Faschingszug am Faschingsdienstag, alle fünf Jahre Otterfinger Dorffest, seit 2004, drei Tage Ende Juli/Anfang August Otterfinger Challenge-Cup, seit 2002, bestbesetztes U-13-Fußballturnier SüddeutschlandsOtterfinger Challenge-Cup Südtiroler Weinfest, seit 1978 drei Tage am ersten Septemberwochenende Christkindlmarkt am vierten Adventssonntag

Greifvogelstation Seit 1987 betreibt Alfred Aigner eine Auffangstation für Greifvögel aus der weiteren Umgebung. 2012 konnte die Station in einem Neubau zwischen Otterfing und dem Ortsteil Wettlkam erweitern.Greifvogelstation soll Faszination wecken im Münchner Merkur

Otterfinger Gemeindeblatt Das Otterfinger Gemeindeblatt erscheint monatlich und wird an jeden Einwohner zugestellt. Es ist auch auf der Website der Gemeinde zum kostenfreien Download verfügbar.

Bildung 300px|mini|Gemeindeverwaltung, um 1900 als Schulhaus erbaut Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2023):

Kindergärten Haus für Kinder, Gemeindekindergarten Montessori-Kindergarten und -Kinderkrippe Katholischer Kindergarten St. Georg

Schulen Grundschule Otterfing

Schülermittagsbetreuung Schwalbennest e. V. Rappelkiste e. V.

Persönlichkeiten Ehrenbürger Anna Rambeck (1920–2002), Lehrerin in Otterfing von 1942 bis 1975 Walter Ullmann (1926–2012), Gemeinderat von 1972 bis 1995, sowie 1947 Gründer des VdK-Ortsvereins und von 1947 bis 2006 dessen Vorsitzender

Persönlichkeiten, die in Otterfing geboren wurden Ignaz Hardt (1749–1811), römisch-katholischer Priester und Bibliothekar

Persönlichkeiten, die in Otterfing wohnen oder wohnten Klaus Naumann (* 1939), General a. D. des Heeres der Bundeswehr, von 1991 bis 1996 Generalinspekteur der Bundeswehr Rüdiger Wagner (1939–2007), Schriftsteller und Lehrer, ehemaliger stellvertretender Schulleiter des Klenze-Gymnasiums MünchenRüdiger Wagner: Niemand kehrt zurück. Konstellation I. Selbstverlag, Otterfing 1997, S. 7–11. Katja Ebstein (* 1945), Sängerin und Schauspielerin, lebt und arbeitet im Ortsteil Wettlkam Beatrix Vogel (* 1945), Philosophin Tommy Krappweis (* 1972), Autor, Komiker, Regisseur, Produzent, Stuntman und Musiker Lisa Müller (* 1989), Dressurreiterin Thomas Müller (* 1989), Fußballer des FC Bayern München Charlotte Grandinger (* 2007), Skirennläuferin

Literatur Eduard Moser: Ein oberbayerisches Bauerndorf im Holzlande – Otterfing bei Holzkirchen (Oberbayern), Heimatbücherverlag Müller & Königer, München, 1925. Gemeinde Otterfing (Hrsg.): Otterfing – Heimatbuch, Band 1 (2005) + Band 2 (2020).

Weblinks

Website der Gemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Miesbach Kategorie:Ersterwähnung 1003 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)