Endsee ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Steinsfeld im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Endsee hat eine Fläche von 7,071 km². Sie ist in 543 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 13.022,21 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Gypshütte.

Geografie Etwa einen halben Kilometer südlich des Dorfes befindet sich der Endseer Berg (). In der Gemarkung liegen der Endsee und der Neue See. Südöstlich von Endsee befindet sich der Gipsbruch Endsee. Der als Geotop ausgewiesene ehemalige Steinbruch gehört zu den 100 schönsten Geotopen in Bayern.Endsee auf der Website steinsfeld.de

Die Staatsstraße 2416 führt nach Reichelshofen zur St 2419 (2 km westlich) bzw. zur Anschlussstelle 107 der A 7 (0,9 km östlich). Die Staatsstraße wird nach der Anschlussstelle als B 470 fortgeführt, über die man nach Steinach an der Ens (1,1 km östlich) gelangt. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Kreisstraße AN 32 bei Habelsee (1,8 km nördlich), eine weitere ebenfalls zur AN 32 bei Ohrenbach (3,5 km nordwestlich).

Geschichte Der Ort wurde 798 als „Entse“ erstmals urkundlich erwähnt.

Beim Ort gab es ursprünglich ein Schloss (Altes Schloss), das den Herren von Banner gehörteJ. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 18f. und um 1100 erbaut wurde. Nachdem diese ausgestorben waren, kam es in den Besitz des Hauses Hohenlohe. 1367 verkauften Gerlach und Gottfried von Hohenlohe das Schloss samt Ort an die Reichsstadt Rothenburg. 1407 wurde auf kaiserlichen Befehl das Endseer Schloss abgebrochen und geschleift. Vorausgegangen war ein Streit des Burggrafen Friedrich von Nürnberg mit der Reichsstadt Rothenburg.

Unter Führung des französischen Generals Ezéchiel de Mélac sollen im November 1688 französische Mordbrenner 35 Häuser angezündet und erheblichen Schaden angerichtet haben.

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde Endsee dem Steuerdistrikt Steinach zugeordnet. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Endsee. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Rothenburg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Rothenburg ob der Tauber (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Spätestens 1840 wurde Gypshütte von Hartershofen umgemeindet. Ab 1862 übernahm das Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber die Verwaltung (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt) und das Stadt- und Landgericht Rothenburg ob der Tauber die Gerichtsbarkeit (1879 in Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 7,108 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Mai 1978 nach Steinsfeld eingemeindet.

Bis 1975 hatte der Ort einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Steinach bei Rothenburg–Dombühl.

Baudenkmäler In Endsee gibt es drei Baudenkmäler: Haus Nr. 3: Eingeschossiges Wohnstallhaus mit Fachwerkgiebel, 17. Jahrhundert.Ursprüngliche Hausnummer 1. Haus Nr. 37: Zugehörig Fachwerkscheune, 1807.Ursprüngliche Hausnummer 16. Haus Nr. 46: Eingeschossiges Fachwerkwohnstallhaus, erste Hälfte 19. Jahrhundert.Ursprüngliche Hausnummer 12.

ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 3: Schlichtes zweigeschossiges Fachwerkwohnstallhaus aus der ersten Hälfte des 19. JahrhundertsH. K. Ramisch: Landkreis Rothenburg ob der Tauber, S. 29. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung. Haus Nr. 15: Ehemalige Schafscheune. Kleines Fachwerkwohnstallhaus des frühen 19. Jahrhunderts in bedenklichen Bauzustand.

Bodendenkmäler In der Gemarkung Endsee gibt es 16 Bodendenkmäler, darunter: Burgstall Endsee: Umfangreiche Wall-Grabenanlage, Brunnenschacht aus Hausteinen, Fundamente des ehemaligen Bergfrieds, Buckelquaderwerk 12./13. Jahrhundert.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Endsee Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 150 183 170 179 178 181 180 196 199 196 193 169 193 201 188 189 175 196 181 252 317 276 193 181HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 23 27 28 32 33 33 32 37 35 Quelle

Ort Endsee Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2009 2015 2023Einwohner 150 166 164 158 179 177 158 300 180 166 145 121 111 103Häuser 23 25 29 30 29 36 32 37 Quelle auf: steinsfeld.de

Religion Endsee ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Maria (Steinach an der Ens) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannis (Rothenburg ob der Tauber) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Klapphocker

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Steinsfeld Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 798 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach