mini|300px|Anlagen des Eisenerz-Verladehafens in Dampier Der Eisenerzbergbau in Western Australia ist ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor für Australien. In Western Australia befindet sich das zweitgrößte Vorkommen von Eisenerz auf der Erde und 2010/2011 wurden 98 % aller australischen Eisenerze in Western Australia produziert.Iron Ore auf ga.gov.au, in englischer Sprache, abgerufen am 7. Februar 2012.

Der Abbau wird von den zwei Bergbau-Konzernen Rio Tinto Group und BHP Billiton dominiert, die mehr als 90 % aller australischen Eisenerze in der Abrechnungsperiode 2008/2009 produzierten. Der drittgrößte dort aktive Konzern ist die Fortescue Metals Group (FMG).

Nach China war Australien 2010 weltweit der zweitgrößte Eisenerzproduzent, wobei der größte Anteil des australischen Eisenerz-Exports nach China verschifft wurde. Mit einem Anteil von 72 % dominieren die australische Rio Tinto und BHP Billiton und die brasilianische Vale den Seehandel mit Eisenerz.Javier Blas u. a.: Iron ore Pricing War auf ft.com, vom 30. März 2010, in englischer Sprache, abgerufen am 8. Februar 2012.

Mit dieser Ausfuhr von Bodenschätzen ist eine starke Abhängigkeit staatlicher Einnahmen von der Weltkonjunktur gegeben, denn aus dem Verkauf des produzierten Eisenerzes realisiert Western Australia AUD 1,7 Milliarden.

Eisenerzvorkommen Etwa 5 % der Erdkruste bestehen aus Eisen und 95 % aller Metalle, die ökonomisch verwertet werden, bestehen aus Eisen.

Die gesamten weltweiten Eisenerzvorkommen, einschließlich Australien, belaufen sich auf 168 Milliarden Tonnen, davon befinden sich 26 Milliarden Tonnen auf dem australischen Kontinent. Das ist in einem weltweiten Vergleich ein Anteil von 16,7 %; lediglich die Ukraine hat mit 17,9 % ein größeres Vorkommen, während Russlands Anteil bei 14,9 %, Chinas Anteil bei 13,1 % und der von Brasilien bei 9,5 % liegt.

China baut derzeit das größte Volumen von Eisenerz ab, gefolgt von Australien, Brasilien und Indien.

Die Eisenerz-Lagerstätten in Western Australia bestehen entweder aus Pisoiden, das sind kleine runde Einzelkörner, die aus Eisenerz-Bändern ausgewittert sind und in Schwemmlandgebiete transportiert wurden, wie bei Pannawonica oder es sind durch Metasomatose verwitterte Eisenerzbänder wie bei Newman, im Chichester Range und Hamersley Range und bei Koolyanobbing. Ferner gibt es am Lake Argyle oxidiertes Eisen, das wie Hardcaps geformt ist und aus den dortigen Laterit-Vorkommen entnommen wird.

In der Rechnungsperiode 2008/2009 wuchs die australische Eisenerzförderung im Vergleich zum vergangenen Abrechnungszeitraum um 8,5 % auf 316 Millionen Tonnen an, was einem Wert von AUD 33,56 Milliarden entspricht. China kaufte 64 % des aus Australien exportierten Eisenerzes für AUD 21 Milliarden auf, Japan 21 %, Südkorea 10 %, Taiwan 3 % und Europa 1 %. (PDF; 4,5 MB), S. 13, in englischer Sprache, abgerufen am 8. Februar 2012.

Australien produzierte 2000 169 Millionen Tonnen Eisenerz und 2009 mehr als das doppelte Volumen mit 394 Millionen Tonnen.adl.brs.gov.au:

Geschichte mini|Die 1964 gegründete Goldsworthy Mine war die erste Eisenerzmine in der Pilbara-Region, die 1994 wegen Erschöpfung geschlossen wurde. Schon die frühen britischen Entdecker von Western Australia berichteten von Eisenerzvorkommen der Hamersley Ranges und beschrieben Koolyanobbing im Yilgarn in der Pilbara als „“ (deutsch: „im Wesentlichen ein Eisenland“).

Eisenerz wurde erstmals 1848 in Australien in Mittagong in New South Wales geschmolzen, das in einer dortigen Lagerstätte gefunden wurde. Der erste Eisenerz-Abbau Australiens fand allerdings bereits 1833 in Iron Knob in den Middleback Ranges statt.

Größere Lagerstätten wurden 1887 am Savange River in Tasmanien, im Constance Ranges und am Mount Biggenden in Queensland, in Nowa Nowa in Victoria und 1956 am Frances Creek, ferner 1961 am Mount Bundey im Northern Territory entdeckt.

1938 verhängte der Commonwealth ein Embargo über den Export von Eisenerz um nicht das kriegführende Japan zu unterstützen sowie wegen der Wahrnehmung, dass Australiens Eisenerzvorkommen begrenzt seien.

1957 entdeckte der Prospektor Stan Hilditch ein großes Eisenerzvorkommen am Mount Whaleback in Western Australia, das sich nach dem Ende des Embargos im Jahr 1960 zum größten Eisenerz-Bergwerk entwickelte und in einem offenen Tagebau betrieben wird. In der Nähe des Bergwerks wurde die Stadt Newman und eine Bahnlinie aufgebaut, die das Bergwerk mit dem 426 Kilometer entfernten Port Hedland verbindet. Die Eisenbahn kann 16.000 Tonnen in einer Stunde transportieren.Newman Large and modern mining town in the Pilbara auf smh.com, 8. Februar 2004, in englischer Sprache, abgerufen am 8. Februar 2012.

Nach 1960 entwickelte sich eine große exportabhängige Industrie, was auch daraus resultierte, dass 1961 weitere Lagerstätten Koolanooka in der Yilgarn-Region und 1962 am Mount Tom Price in der Pilbara-Region in 1962 erkundet wurden. 1966 wurden erstmals Eisenerzladungen aus der Region verschifft und in der Folgezeit weitere Lagerstätten erkundet und erschlossen.

Bergbauunternehmen Mehr als 90 % der australischen Eisenerzförderung findet in der Pilbara-Region, Kimberley-Region und in der Wheatbelt-Region in Western Australia statt. Der Wert der australischen Eisenerzförderung entsprach 2008/2009 47 % des Staatshaushalts von Western Australia.

Dominiert wird die Eisenerzförderung Australiens von der Rio Tinto Group und BHP Billiton, die in einem Geflecht von Beteiligungen untereinander und mit chinesischen und japanischen Unternehmen durch Joint Ventures verbunden sind.

Rio Tinto Group mini|Die Mount Tom Price Mine der Rio Tinto Group in Western Australia

Die Rio Tinto Group ist einer der größten Bergbaukonzerne der Welt und nicht nur im Eisenerzbergbau aktiv. Rio Tinto will bis ins Jahr 2015 AUD 15 Milliarden in seine 13 Bergwerke in der Pilbara-Region investieren und den Ausstoß an Eisenerz auf 353 Millionen Tonnen steigern. Dabei wird es in seine Hafenanlagen in Dampier und Cape Lambert, Bergwerke und Eisenbahnanlagen investieren. Erweitert werden sollen die Minen Brockman 4 Mine, Western Turner Syncline Mine, Marandoo Mine und Nammuldi 1 Mine und des Weiteren die Lagerstättenerkundung forciert.riotintoironore.com: (englisch)

Rio Tinto hält 100 % aller Anteile der Hamersley Iron Pty Ltd, der 53 % an der Robe River Mining Company Pty Ltd gehören und ist mit 50:50 an der Rio Tinto Iron Ore und an Hope Downs Iron Ore Mine (HDIO) ist BHP Billiton beteiligt.

Die Hamersley Iron ist die Eigentümerin von sechs Bergbauen in Western Australia, der Brockman-, Marandoo-, Mount Tom Price-, Paraburdoo-, Yandicoogina- und Nammuldi-Mine. Hamersley Iron hält 60 % an der Channar-Mine mit der China Iron & Steel Industry and Trade Group und 54 % an der Eastern Range Mine, ein Joint Venture mit der Shanghai Baosteel Group Corporation. 2009 begann Rio Tinto mit dem Bau von zwei weiteren Bergwerken, die Western Turner Syncline und die Brockman 4.

BHP Billiton mini|Der Eisenerzabbau in der Mount Whaleback Mine von BHP Billiton

Der Bergbaukonzern BHP Billiton ist das am längsten mit dem Eisenbergbau in Australien befasste Unternehmen. BHP Billiton war von 1899 bis 2000 mit der Minden Mining Mine fusioniert, die anschließend von Onesteel Ltd aufgekauft wird.

BHP Billiton ist des Weiteren die Eigentümerin von sieben Eisenerzbergbauen, einschließlich der größten Einzelmine im Abbau von Eisenerz im offenen Tagebau, die Mount Whaleback Mine bei Newman. Diese Mine ist fünf Kilometer lang und nahezu 1,5 Kilometer breit. Weitere Eisenerzkörper der BHP Billiton sind mit den Nummern 18, 23, 25, 29, 30 und 35 bezeichnet und die Minen Jimblebar, Yandi, Area C und Yarrie. Die Robe River Mine arbeitet mit der Pannawonica Mine und West Angelas Mine zusammen. Die Rio Tinto Iron Ore ist mit der Hope Downs Iron Ore Mine in einem Joint Venture verbunden.

Im Rechnungsjahr 2010/2011 beschäftigte BHP Billiton 13.000 Mitarbeiter in der Pilbara-Region. Von ihrem Stützpunkt in Newman aus werden die Eisenerztransporte mit der Eisenbahn und die Verschiffung von den Verladestationen in Port Hedland koordiniert.bhpbilliton.com: (englisch)

Am 2. Februar 2012 gab BHP Billiton bekannt, das es ein Investitionsprojekt in Port Hedland von 917 Millionen US$ mit einem Baubeginn im 4.-Quartal 2012 plane. Der Eigenanteil von BHP wird 779 Millionen US$ betragen, die anderen Anteile werden von den japanischen Unternehmen Itochu Minerals & Energy of Australia Pty Ltd, Mitsui Itochu Iron Pty Ltd and Mitsui Iron Ore Corporation Pty Ltd bereitgestellt. Das Investitionsvorhaben sieht die Erweiterung der jährlichen Schiffsverladekapazität um 100 Millionen Tonnen Eisenerz mit einer Fertigstellung in der ersten Hälfte 2016 vor. Gebaut werden soll ein neuer Verladehafen mit einem vier Kilometer langer Schiffsanlegesteg, Schiffkanal, einer neuen Eisenbahnlinie und Hafengebäuden.bhpbilliton.com: (englisch)

Fortescue mini|Zug der Fortescue Railway

Das Bergbauunternehmen Fortescue gründete sich 2003 und ist nach seinen eigenen Angaben der viertgrößte Eisenerzproduzent der Welt und beliefert vor allem China und den asiatischen Raum.

2006 projektierte Fortescue seine Verschiffungsanlagen im Herb Elliot Port am Port Hedland, Eisenbahnanlagen und Eisenerz-Abbau. Zwei Jahre später begann der Vertrieb von Eisenerz. Die Cloud Break Mine war ihr erstes Bergwerk, das sie in Betrieb nahm, dem die Christmas Creek Mine folgte und das Salomonprojekt in der Pilbara-Region sieht den Eisenerz-Abbau in drei weiteren Bergwerken vor. 2011 verkaufte Fortescu 40 Millionen Tonnen Eisenerz und für 2013/2014 ist ein Volumen von 150 Millionen geplant. Bis zum Dezember 2012 soll das Salomon-Investitionsprojekt von AUD 8,4 Milliarden abgeschlossen sein.

Fortescue beschäftigt 20 Personen in Perth, Port Hedland, Roebourne und Tom Price, die Kontakte zu zahlreichen Repräsentanten der Aborigines halten, mit denen das Unternehmen zusammenarbeitet. Das Unternehmen erklärt, dass sie die Rechte, Kultur und Interessen der Aborigines bei ihren Projekten berücksichtigt.fmgl.com.au: (englisch) Fortescue legt nach eigenen Angaben großen Wert auf die Beschäftigung von Aborigines und beschäftigte im Jahr 2011 300 indigene Mitarbeiter.fmgl.com.au: (englisch)

Die 88.000 km² Landeigentum in der Pilbara-Region von Fortescue macht dieses Unternehmen damit zum Eigentümer eines weltbedeutenden Eisenerzvorkommens von 2 Milliarden Tonnen.

Bergwerke, Beschäftigung und Fördervolumen Aktive Bergwerke

Seit 1966 wurden drei Eisenerzminen, die Goldsworthy Mine, Shay Gap Mine und Nimingarra Mine in Western Australia aufgegeben.

Liste von aktiven Eisenerz-Bergbauen in Western Australia: