links|100px|Gmünder Wappenbanner. Holzschnitt von 1545 mini|Schwäbisch Gmünd auf der Pirschkarte von Balthasar Riecker, 1572 mini|Schwäbisch Gmünd, 2010

Schwäbisch Gmünd ist gewachsen aus dem historischen Stadtkern und mehreren früher selbstständigen Gemeinden. Diese dezentrale Entwicklungsgeschichte hat zur Folge, dass es im heutigen Schwäbisch Gmünd eine Fülle von Sehenswürdigkeiten gibt – nicht nur im Zentrum der Stadt, sondern auch in den Außenbezirken. Diese reichen von den Spuren der Römerzeit bis zur Architektur der Moderne.Bis weit ins 19. Jahrhundert blieben Parzellen innerhalb des Bereiches der Stadtmauer unbebaut, so dass die historischen Stadtgrenzen erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts überschritten wurden. Abgesehen vom Abriss der Stadtmauern und der meisten Türme ab 1830 blieb die historische Bausubstanz größtenteils erhalten. Schwäbisch Gmünd gehört zu den wenigen deutschen Städten, die im Zweiten Weltkrieg keine nennenswerten Zerstörungen erfuhr. Erst die notwendigen Bauaktivitäten und Modernisierungsmaßnahmen ab 1945, etwa aufgrund von Zuzug von Geflüchteten und Vertriebenen, führte zu Verlusten in der Bausubstanz. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Weltkulturerbe Römischer Limes links|120px|Infostand im Rotenbachtal

Nördlich der historischen Altstadt verlief der Rätische Limes, der 2005 zum UNESCO-Welterbe ernannt wurde. Mehrere Schautafeln am Limes-Wanderweg geben Zeugnis von der ehemaligen römischen Außengrenze. Sehenswerte Spuren bilden die auf dem heutigen Stadtgebiet entdeckten Kastelle. Einige Straßen wurden bereits zur Römerzeit genutzt. Erste planmäßige Untersuchungen durch die Reichs-Limeskommission ab 1886. Seit Erhebung des Limes zum Weltkulturerbe fanden auch in Schwäbisch Gmünd Arbeiten zur besseren Außendarstellung der archäologischen Stätten statt.

Lage Bezeichnung Beschreibung Bild Kastell Schirenhof Ehemaliges Kohortenkastell auf Stadtgebiet, auf der Gemarkung Schirenhof. Um 150 n. Chr. errichtet. Bereits im 14. Jahrhundert als „Etzelsburg“ erwähnt. Moderne Grabungen 1886 bis 1888. Restauriertes Kastellbad 1975 der Öffentlichkeit freigegeben. 120px Kleinkastell Kleindeinbach Ehemaliges Militärlager bei Kleindeinbach, im Gewand Schlößle, um 164 n. Chr. errichtet. Reste im 19. Jahrhundert abgetragen, erste Untersuchungen von 1888 bis 1892. Nur noch ein leicht verschliffener Schuttwall im Wald erkennbar. 120px Kleinkastell Freimühle Ehemaliges Kleinkastell im Waldflur Vogelhau mit angrenzendem Bad, um 164 n. Chr. errichtet. Erst 1901 infolge eines Unwetters entdeckt. Seit 2006 freigelegte Kastellfläche. 120px Kleinkastell Hintere Orthalde Ehemaliges Kleinkastell bei Herlikofen, teilweise fälschlich als Feldwache bezeichnet. Erst 1931 mit modernen Mitteln untersucht. Nur noch als Schuttwall im Wald erkennbar. Rotenbacher Talgrund Talgrund im Bereich zwischen Kleinkastell Kleindeinbach und Kleinkastell Freimühle. Bei Grabungen 1977 und 1983 Entdeckung von Holzpalisaden im Bachgrund, gefällt im Winter 163/164 n. Chr.; Eichenstämme heute noch im Bachbett sichtbar. Der gesamte Talbereich entlang des Waldweges mit Kopien mehrerer römischer Skulpturen und Wegsteine flankiert. Restauriertes Mauerstück des Rätischen Limes. 120px Provinzgrenze Grenze zwischen Germania superior und Raetia, ca. 90 m westlich des Rotenbachs. Hier stoßen Holzwall und Graben des Obergermanischen Limes mit dem Steinwall der Rätischen Grenzmauer zusammen. Nahtstelle zwischen beiden Grenzen durch Erdwall und restauriertem Mauerstück dargestellt. 1895 von Heinrich Steimle das Oberteil eines Altars aus Stubensandstein entdeckt. Eine Kopie des Bruchstückes befindet sich an der Fundstelle. 120px120px

Stadtbefestigung

Innere (staufische) Stadtmauer links|120px|Schwäbisch Gmünd in der „Topographia Sueviae“ mit deutlich erkennbarer innerer Stadtmauer (1643) Die älteste gesicherte Erwähnung der inneren,Der Nachweis, bei der ehemaligen Friedhofsmauer um den Münsterplatz könne es sich um eine ältere, „innerste“ Stadtmauer handeln, ist archäologisch nicht erbracht. staufischen Stadtmauer stammt aus dem Jahr 1291.Die Angaben zur Bauzeit schwanken zwischen „frühes 13. Jahrhundert“ und „mittleres 12. Jahrhundert“. Die Stadtmauer umfasste eine Fläche von ca. 16 ha und ist in ihrem ringförmigen Verlauf noch heute im Grundriss der Stadt nachvollziehbar, da der alte Mauerverlauf nicht überbaut wurde. Der dazugehörige Graben war noch teilweise im 20. Jahrhundert nachweisbar. Nur noch an wenigen sichtbaren Stellen der Stadt ist die erste Stadtmauer zu erkennen. Sämtliche Tortürme sind abgegangen.

Lage Bezeichnung Beschreibung BildAugustinerstraße 6 Stadtmauerreste Rückseite zusammen mit Turniergraben; stark verändert. 120pxBadmauer 6/8 Stadtmauerreste Auf ca. 7 m Länge intakte Innenschale mit breitem Randschlag und Zangenlöchern. Durch modernes Wohnhaus überbaut. Erinnerungstafel an Hausfront. 120pxBocksgasse Innerer Bockstorturm, auch als Inneres Utikofer Tor bezeichnet (abgegangen) Vermutlich an die Südmauer des früheren Gebäudes Bocksgasse 16 angrenzender Torturm bei der Kreuzung Bocksgasse und Turniergraben und vor dem Palais Debler. Um 1760 abgebrochen. 120pxFranziskanergasse 3 Stadtmauerreste an Rückseite ehemaliges Franziskanerkloster Zusammen mit Kalter Markt 15 und 13. 120pxFreudental 26 Stadtmauerreste Am Hotel Pelikan; stark verändert. 120pxKalter Markt 13/15 Stadtmauerreste Zusammen mit Rückseite Franziskanergasse 3. 120pxKappelgasse Kappeltorturm mit Nikolauskapelle; auch Niklasturm genannt (abgegangen) Tor erstmals am 23. Juni 1323 erwähnt. Der Turm besaß im 1. Obergeschoss über der Durchfahrt eine dem Heiligen Nikolaus geweihte Kapelle; Altarweihe für den 25. November 1522 überliefert. Zudem war der Turm mit einer örtlichen Legende um die Gebeine der Heiligen Drei Könige verknüpft. Auf Antrag des Stadtrates 1792 abgebrochen; Steinmaterial angeblich zum Bau der Rems-Wehr verwendet. Eine Tafel an der Außenmauer der Grät soll vom Turm stammen (Bild). Mauerreste bei Grabungen 1924 und 1969 festgestellt. Verlauf der Wehrmauer im Pflasterbelag dargestellt. Moderne Erinnerungstafel.

Weitere Stadtmauerreste befinden sich an der nordöstlichen Hauswand von Gebäude Kappelgasse 11 (Remsapotheke – ehemals Gasthaus Schwarzer Ochsen). Durch graue Tür zwischen Kappelgasse 11 und 13 (Kreissparkasse ehemals Gasthaus Weißer Hahn) verdeckt. Etwa 3 m hoch, 3 m breit im Verlauf nach hinten kleiner werdend. 120px120px120pxRadgäßle 8 Mauerreste an Südostecke des Schwörhauses. Breite ca. 1,25–1,3 m, Höhe ca. 3,7 m. 120pxRinderbacher Gasse 12 Garage mit Stadtmauerresten Auf ca. 8 m Länge, vier Quaderlagen, ca. 1,5 m hoch. An der südlichen Schmalseite ca. 0,6 m breit und ca. 2,3 m hoch.Turniergraben Stadtmauerreste Auf längerer Strecke mit Rückseite Augustinerstraße 6; stark verändert. 120px120pxWaisenhausgasse 3, 9 und 13 Stadtmauerreste Längeres Stück im Haus erhalten, Reste stark verändert. 120px120px

Äußere Stadtmauer links|100px|Der abgebrochene Spitalturm um 1864 Wohl im 14. Jahrhundert errichtet. Die erhaltenen Mauerreste und Türme stammen sämtlich aus dem 15. Jahrhundert. 1353 und 1373 wird die äußere Stadtmauer in Ratsprotokollen erwähnt; auch der Aufstand der Vorstädter 1378 lässt auf eine Existenz einer äußeren Stadtmauer schließen. Hinweise auf den Graben im Westen der Stadt gehen auf das 16. Jahrhundert zurück. Am 17. Februar 1645 stürzte beim Königsturm ein Stück der Stadtmauer auf einer Länge von 200 Schuh ein, wurde aber nach zwei Monaten wieder errichtet.

1819 verlangte das Oberamt vom Magistrat Reparatur oder weitestgehenden Abbruch der Mauer, da diese zunehmend verfiel. Um 1830 wurde unter Stadtschultheiß Georg Mühleisen damit begonnen, die meisten Türme und die Stadtmauer weitestgehend abzutragen.

Lage Bezeichnung Beschreibung BildBahnhofstraße Fundamente des Unteren Tores (mit Brücke) Sichtbare Fundamente des Unteren Tores an der Ufermauer des Waldstetter Baches. Vermutlich aus dem späten 15. oder frühen 16. Jahrhundert. 1811 für 200 fl. an Joseph Kehringer verkauft, der das Tor abbrechen musste. 1998 fand bei Umbaumaßnahmen an der Fünfknopfturmbrücke eine Neuvermessung statt. Die noch erhaltenen Substruktionen sind unzugänglich. Seit dem Umbau zur Landesgartenschau 2014 sind wieder weitere Teile der Anlage sichtbar und zugänglich. 120px120pxHoniggasse 1 und 3 Stadtmauerreste An den Faulturm anschließend auf gesamter Hauslänge 16 bzw. 24 m lang, begehbar, Mauerstärke ca. 1,65 m. Schießscharte. 120pxHoniggasse 5/I Faulturm; auch Hahnenturm Schalenturm mit Buckelquadern und Stadtmauerrest an der Westseite. Drittelwalmdach mit Rauchlöchern. Mauerturm des 15. Jahrhunderts, genaue Datierung nicht mehr möglich, nachdem der Turm 1968 vollständig ausbrannte. Häufiger Namenswechsel in der Vergangenheit: Bichelensthurm (1656), Pflaumen- oder Faulenthurm (1823), Hahnenturm. Im Inneren Indizien für eine ehemalige Türmerwohnung. Heute Nutzung durch Pfadfinder. 120pxHoniggasse 31–47 Stadtmauer Stadtmauer auf ganzer Länge mit Fenster- bzw. Zinneneinschnittöffnungen und Schießscharten. Prellholz auf 1544 datiert.120pxKönigsturmstraße 17 Königsturm Siebengeschossiger, halbrunder Schalenturm aus dem 14./15. Jahrhundert.Erste urkundliche Erwähnung 1502, das Gebälk aus Eiche unter der Türmerwohnung datiert vom Winter 1405/1406 bzw. 1406/1407. Mit 40 m Höhe und einem Durchmesser von 9,9 × 10,3 m nimmt er eine Sonderstellung unter den Türmen ein. Eines der markantesten Wahrzeichen der Stadt. Instandsetzung 1975/76 durch den Verein Alt-Gmünd, der auch eine neue Treppe und Zwischenböden einzog, um den Turm für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Stiftung eines neuen Glöckchens durch eine ortsansässige Firma.Das alte Glöckchen von 1855 musste 1942 abgeliefert werden. Regelmäßig am Tag des offenen Denkmals begehbar. 120pxLedergasse 54 Stadtmauerreste Reste der Zwingermauer mit einigen Stützkeilen, ca. 40 m lang. 120pxRobert-von-Ostertag-Straße 5 Fünfknopfturm Auch als Knöpflesturm bezeichnet. Durch seine markanten drei Dacherker auf Walmdach eines der beliebtesten Motive und bedeutendes Wahrzeichen der Stadt. Bis 2003 bewohnt. Der Turm markierte die westliche Altstadt am Waldstetter Bach. Bedeutende Renovierungen 1933 und 1960/70 sowie zuletzt 2013/2014 zur Landesgartenschau. 1967 wurde ein neues Glöckchen eingesetzt.Die alte Glocke von 1531 wurde 1942 abgeliefert. 120pxTurmgasse 9 Wasserturm Viergeschossiger Schalenturm mit Pyramidendach und Kugelaufsatz. Deckenbalken datiert vom Winter 1399/1400, Boden- und Deckenbalken in der Turmstube Winter 1408/09. Nur geringe Veränderungen im 19. Jahrhundert, Innenrenovation in den 1970er Jahren. 120pxTurmgasse 17 Rinderbacher Torturm An der südöstlichen Altstadtgrenze stehender, viergeschossiger 35,5 m hoher Schalenturm mit Pyramidendach, 1401 erstmals erwähnt. Noch bis ins 20. Jahrhundert mit sichtbaren Einschusslöchern aus dem Schmalkaldischen Krieg 1546.Bei der Außeninstandsetzung 1960 wurden sämtliche Geschichtsnarben zerstört. Spitzbogiger Tordurchgang; an der Außenseite mit 1802 teilzerstörten Wappen der Stadt und Heiliges Römisches Reich. 120pxTurmgasse 19–23 Stadtmauerstück In Anschluss an den Rinderbacher Torturm; geflicktes Stück mit Überdachung. An Außenseite Stein mit Datierung „1685 DEN 17.SEPT.“. 120pxVordere Schmiedgasse 51 Schmiedtorturm(auch Schmiedturm) Schlanker Schalentorturm am Ende der beiden Schmiedgassen mit Pyramidendach, Uhren und Glockendachreiter. Bereits 1385 und 1405 als Leonhardstor erwähnt. Torwarthäuschen 1983–1985 abgebrochen und ursprüngliche Durchfahrt wiederhergestellt, historisch wichtige Altersspuren zerstört. Große und kleine Glocke von 1784 (Dinkelsbühl) wahrscheinlich 1942 abgenommen. 120px

Sakralbauten links|100px|Die Pfeilermadonna der Johanniskirche