Der VW Golf VII (interne Typbezeichnung AU) ist die siebte Baureihe des VW Golf. Er kam in Deutschland im Herbst 2012 auf den Markt.
Der Golf VII wurde zum europäischen Auto des Jahres 2013 sowie zum World Car of the Year (WCOTY) gewählt und erhielt Das Goldene Lenkrad in der Kategorie Klein- und Kompaktwagen. Außerdem gewann er die Wahl zum Auto des Jahres 2015 in Nordamerika.
Im Oktober 2019 präsentierte Volkswagen das Nachfolgemodell Golf VIII. In Nordamerika wird dieser nur noch als GTI und R angeboten. Die Produktion des Golf VII im mexikanischen Puebla lief im Januar 2021 aus; GTI und R werden seitdem aus Deutschland in die USA exportiert. Vom Golf VIII gibt es keine batterieelektrische Version mehr, dafür baut Volkswagen seit November 2019 den ID.3.
Modellgeschichte Allgemeines Der Golf VII und der Audi A3 8V sind die ersten beiden Modelle des Volkswagenkonzerns, die auf der MQB-Plattform basieren. MQB steht für modularer Querbaukasten; die Plattform wird seit 2012 bei neuen Modellen mit quer eingebautem Motor eingesetzt. Volkswagen entwickelte das Baukastensystem, um mehr Variabilität als beim Plattformkonzept zu haben.Volkswagen-Mitarbeiterzeitung autogramm 1–2/2012, Rubrik 'Standorte': Der Baukasten für die Zukunft (online) Die Verbrennungsmotoren leisten bis zu 228 kW (310 PS) im Golf R. Alle Drei- oder Vierzylindermotoren sind Neuentwicklungen. Die aktuellen Dieselmotoren mit 1,6 oder 2,0 Litern erfüllen die Abgasnorm Euro 6. Außerdem gibt es einen gasbetriebenen 1,4-Liter-Turbo-Motor mit 81 kW (110 PS), einen Plug-in-Hybrid mit 1,4-Liter-Ottomotor (Golf GTE) und ein Elektroauto (e-Golf). Mit dem Fahrzeug wurde bei VW auch der Modulare Infotainment-Baukasten (MIB) eingeführt.
Volkswagen stellte den Golf VII am 4. September 2012 offiziell vor.
Der Golf VII ist 4,26 Meter lang und damit 5,6 Zentimeter länger als der Vorgänger. Der Luftwiderstand konnte auch durch eine Verringerung der Höhe (etwa 2,5 cm) um 14 % gesenkt werden:Bild.de Der Trick mit dem Sprit, Abschnitt Aerodynamik, vom 17. Februar 2014, abgerufen am 30. Mai 2018. Die Stirnfläche beträgt jetzt 2,19 m². Der cw-Wert liegt bei 0,287 (Bluemotion-Version bei 0,27).heise.de zum Golf VII, 22. August 2012, abgerufen am 30. Mai 2018.
VW gab 2012 an, das Leergewicht des Golf VII gegenüber dem Golf VI (je nach Typ) um bis zu 100 Kilogramm reduziert zu haben. Tatsächlich ist das Leergewicht der Version mit dem kleinsten Ottomotor durch die Verwendung hochfester Stähle um 24 kg gesunken, das des 1.6 TDI BlueMotion Technology um 23 kg und das des 2.0 TDI BlueMotion Technology um 11 kg. Das Gepäckraumvolumen ist laut VW um 30 auf 380 Liter gestiegen; bei umgeklappten Rücksitzen beträgt es 1270 Liter (Golf VI: 1305 Liter). Der ADAC ermittelte mit seiner Messmethode ein 45 Liter geringeres Gepäckraumvolumen als im Golf VI.ADAC e. V. (Hrsg., Oktober 2012): Autotest VW Golf 2.0 TDI BlueMotion Technology Highline (DPF). Seite 4. Der Kraftstofftank ist nun 5 Liter kleiner als zuvor; er fasst 50 Liter beziehungsweise 55 Liter in der Allradversion.
Das äußere Erscheinungsbild wurde unter der Leitung von Marc Lichte und Philipp Römers entwickelt. Für den Innenraum war Tomasz Bachorski und für die Leuchten Andreu Sola verantwortlich.
Produktionsdaten Die Produktion lief Anfang August 2012 an. Die Händler in Österreich präsentierten ihn erstmals öffentlich am 8. November 2012; die in Deutschland am 10. November 2012. Am 9. April 2013 startete die Produktion des GTI im Volkswagenwerk Wolfsburg.volkswagen-media-services.com: VW Media Services (Pressemitteilung vom 9. April 2013)
Die Produktion der Kombiversion Golf VII Variant begann im April 2013erste Fotos vom Variant bei sueddeutsche.de vom 27. Juni 2013, am 30. Mai 2018 abrufbar. im Volkswagenwerk Zwickau und wurde ab Ende Juli 2013 ausgeliefert.
Anfang 2017 erhielten alle Modelle eine Modellpflege (Facelift).
Der GTE war ab Mai 2018 wegen Lieferengpässen neun Monate nicht lieferbar.
Ab Sommer 2018 war der GTI nicht mehr verfügbar, nur der GTI Performance war weiterhin erhältlich.
Von Januar bis September 2019 wurde eine neue Variante des GTI angeboten, der GTI TCR. Er war ein Dreitürer.Technische Datenauto-motor-und-sport.de: Fahrbericht (29. Januar 2019)
Ab März 2019 war der GTD nicht mehr bestellbar.
Ab April 2019 waren nur noch Fünftürer bestellbar mit Ausnahme des GTI TCR.
Die Produktion der Limousine wurde im Dezember 2019 eingestellt. Seit dem 15. November 2019 waren nur noch Lagerfahrzeuge verfügbar.
Seit Juni 2020 ist der e-Golf nicht mehr bestellbar. Vorliegende Bestellungen wurden bis Dezember 2020 abgearbeitet.
Ausstattung Ausstattungslinien Die Grundausstattung Trendline des Golf wurde zu Beginn ab 16.975 € verkauft und beinhaltet eine Start-Stopp-Automatik, ein Bremsenergie-Rückgewinnungssystem, einen Fünf-Zoll-Touchscreen-Bildschirm in der Mittelkonsole und eine Klimaanlage.
Mit der Comfortline und Highline werden weitere Extras hinzugefügt. Die höheren Linien können mit diversen Sonderausstattungen bestellt werden, welche für die „Trendline“ nicht verfügbar sind. Die Modelle GTD, GTI Performance, R und GTE besitzen eigene Ausstattungslinien, die oberhalb der „Highline“ angesiedelt sind.
Fahrerassistenzsysteme mini|Abstandsregeltempomat Radarsensor (LRR3) Neben der Multikollisionsbremse zählt ein Reifendruckkontrollsystem zu den serienmäßigen Fahrerassistenzsystemen.Vorstellung VW Golf VII. In: Auto Bild. 36/2012, S. 10 ff.
Ein Notbremsassistent ist erhältlich, der bei einer Notbremsung vorsorglich die Sicherheitsgurte der Vordersitze strafft und Fenster sowie Schiebedach schließt. Eine Stadt-Notbremsfunktion erkennt mögliche Kollisionen und leitet bei Geschwindigkeiten unter 30 km/h automatisch eine Notbremsung ein. Darüber hinaus sind blendfreies Fernlicht, ein Spurhalteassistent, ein Abstandsregeltempomat (ACC), hier sind frühere Modelle mit dem LRR3 von Bosch (siehe Foto) ausgestattet, ein Aufmerksamkeits-Assistent, eine Verkehrszeichenerkennung und eine Fernlichtautomatik erhältlich.
Sondermodelle mini|Sondermodell GTI Clubsport Jahr 2014, verfügbar bis Oktober 2014: Sondermodell „Cup“. Die Comfortline-Ausstattung wurde kombiniert mit sonst optionalen Ausstattungsmerkmalen, die funktional und optisch beinahe das Highline-Niveau erreichen. VW bezifferte dies mit etwa „1000 Euro Preisvorteil“ (nach entsprechender Ausstattungsangleichung, sofern verfügbar).Volkswagen Konfigurator Oktober 2014. Dezember 2014, verfügbar bis Dezember 2015: Sondermodell „Lounge“. Die Comfortline-Ausstattung wurde kombiniert mit sonst optionalen Ausstattungsmerkmalen. Volkswagen bezifferte dies mit „bis zu 3800 Euro Preisvorteil“. Juli 2014, verfügbar bis Oktober 2015: Sondermodell „Edition“ zum 40-jährigen Geburtstag des Golf Die Highline-Ausstattung wurde kombiniert mit glanzgedrehten 17-Zoll-Aluminiumrädern im Singapore-Design, Xenon-Scheinwerfern mit LED-Tagfahrlicht, Abstandstempomat ACC, ParkPilot, Blind-Spot-Sensor mit Ausparkassistent, Sportsitzen in der Farbe Volcano-Braun mit Nappa-Lederwangen und Alcantara-Sitzmittelbahn, beleuchteten Einstiegsleisten, Licht & Sicht-Paket, Spiegelpaket, Multifunktionsanzeige Premium, Radio Composition Media, Sonderlackierung Light Brown Metallic.Golf 7 Modelljahre, private Webseite www.michaelneuhaus.de, 30. Mai 2018 abrufbar. Dezember 2015 bis November 2016: Sondermodell „ALLSTAR“. Januar 2016: Sondermodell GTI „Clubsport“. Herbst 2016: Sondermodell GTI „Clubsport S“. seit September 2016: Golf R360S (nur in der Schweiz) Zur Exklusivausstattung „R360S“ gehören neben der Leistungssteigerung (von ABT Sportline) auch 17-Zoll-Winterkompletträder „Dijon“, das „R360S“ Zeichen am Heck und die Folierung – beide im Carbonlook. Daneben enthält die Ausstattung das Navigationssystem „Discover Pro“, die Rückfahrkamera, das proaktive Insassenschutzsystem, die adaptive Fahrwerksregelung DCC sowie den elektrisch verstellbaren Fahrersitz. Außerdem erhielt jeder Käufer eine Armbanduhr im „R-Design“ (Chronograph). Dezember 2016 bis November 2017: Sondermodell „Sound“. Zusätzlich zur Comfortlineausstattung: 16-Zoll-Leichtmetallräder „Woodstock“, abgedunkelte hintere Seiten und Heckscheiben, Nebelscheinwerfer, „SOUND“-Plaketten auf der B-Säule oder dem Kotflügel, Einstiegsleisten mit „SOUND“-Schriftzug, Sitzstoffe im Aktionsdesign „Equalizer“ mit farblich abgesetzten Ziernähten, zusätzliche Chromapplikationen, serienmäßig Climatronic, ParkPilot, Winterpaket, beheizbare Vordersitze. Dezember 2017 bis Dezember 2018: Sondermodell „Join“. Zusätzlich zur Comfortlineausstattung: 16-Zoll-Leichtmetallräder „Woodstock“, abgedunkelte hintere Seiten und Heckscheiben 65 %, Nebelscheinwerfer, Umfeldbeobachtungssystem „Front Assist“ mit City-Notbremsfunktion, Lenkrad und Schaltknauf in Leder, Navigationssystem „Discover Media“, Online-Dienste Car-Net „Guide & Inform“. Januar 2019 bis Dezember 2019: Sondermodell „IQ.DRIVE“. Januar 2019 bis Dezember 2019: Sondermodell GTI „TCR“ (Ein Sondermodell auf Basis des Golf VII GTI Performance. Der GTI TCR orientiert sich am TCR-Rennwagen und leistet 213 kW/290 PS). seit Januar 2020: Sondermodell „United“ (nur Variant und Sportsvan).
Technische Daten Wie schon beim ersten Golf ist der Motor quer eingebaut und treibt die Vorderräder an, die einzeln an MacPherson-Federbeinen und Querlenkern aufgehängt sind. Die Hinterachse ist beim Golf VII ab einer Motorleistung von 90 kW (122 PS) eine Mehrlenkerachse wie beim Golf V und Golf VI. Bei Fahrzeugen mit schwächerem Motor wird – wie zuletzt beim Golf IV – eine Verbundlenkerachse eingebaut. Sie ist kompakter, leichter und günstiger in der Herstellung.
36 Prozent der selbsttragenden Stahlblech-Karosserie des Golf VII sind aus warmumgeformten hochfesten oder höchstfesten Stählen gefertigt.
Seit Februar 2014 ist das Modell als Elektroauto e-Golf erhältlich. Es hat drei verschiedene Fahrmodi: Normal, Eco und Eco+. In ihnen werden die Leistung des Elektromotors und die Höchstgeschwindigkeit unterschiedlich begrenzt. Außerdem bietet er eine Nutzbremse (Rekuperation), deren Wirkung in drei Stufen geändert werden kann. Die Reichweite nach NEFZ-Fahrzyklus beträgt 190 Kilometer, laut Werksangaben praxisnah 130 bis 190 Kilometer. Die Schnellladefähigkeit über CCS ist aufpreispflichtig.
Im August 2014 erschien mit dem Golf GTE eine Plug-in-Hybrid-Version mit Verbrennungsmotor und Elektromotor (vor seiner Premiere als Golf Twin-Drive bezeichnet). Nach NEFZ-Fahrzyklus beträgt die elektrische Reichweite 50 Kilometer, die Gesamtreichweite 939 Kilometer.
Ab dem Modelljahr 2019 wurden die Benzinmotoren 1.0-l TSI, 1.5-l TSI & 2.0-l TSI mit einem Ottopartikelfilter ausgerüstet, um die strengeren Abgaswerte der neu eingeführten Abgasnormen Euro 6c bzw. Euro 6d-TEMP einzuhalten.
Ottomotoren