mini|Fragmente von zwei Steinkreuzen

Dornhausen ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Geslau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Dornhausen hat eine Fläche von 9,324 km². Sie ist in 708 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 13.169,57 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hürbel und Kreuth.

Geografie Das Dorf liegt am Kreuthbach, einem rechten Zufluss der Altmühl. Es münden dort der Hubfeldgraben als linker und die Sulzach als rechter Zufluss in den Kreuthbach. Im Südwesten liegt das Weihersfeld, 0,5 km im Südwesten das Lachfeld. Im Westen liegen das Hubfeld und die Eggerten. 1 km nördlich zwischen dem Hochfeld, Seefeld und Weilhof liegt der Dornhauser Weiher.

Die Kreisstraße AN 5 führt nach Hürbel (1 km südlich) bzw. zur Staatsstraße 2250 und von da an weiter als Gemeindeverbindungsstraße nach Binzwangen (3 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nach Kreuth (1,3 km westlich).

Geschichte Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Oberamts Colmberg von 1608 wurden für Dornhausen 12 Mannschaften verzeichnet, die alle das Kastenamt Colmberg als Grundherrn hatten. Das Hochgericht übte das Vogtamt Colmberg aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/1, 8v. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 703. Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Colmberg von 1681 hat sich die Zahl der Mannschaften auf 13 erhöht. Es wurden zusätzlich noch eine Schmiede und ein Hirtenhaus erwähnt.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/2, 22. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 707.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Dornhausen 19 Anwesen (2 Höfe, 12 Halbhöfe, 4 Köblergüter, 1 Köblergut mit Schmiede; die Abgaben eines Köblergutes gingen an die Pfarrpfründe Colmberg). Das Hochgericht, die Dorf- und Gemeindeherrschaft und Grundherrschaft über alle Anwesen übte weiterhin das Vogtamt Colmberg aus. Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Schmiede).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 849. (= J. K. Bundschuh, Bd. 1, Sp. 636). Hiernach gab es nur 15 Untertansfamilien. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.

1806 kam Dornhausen an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Dornhausen dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Geslau und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Geslau zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Dornhausen, zu der Kreuth gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg.

1843 beantragten die Bewohner von Kreuth die Bildung einer eigenen Ruralgemeinde, was jedoch abgelehnt wurde. Weitere Eingaben 1844 und 1847 wurden ebenfalls abgelehnt.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 950. Von 1862 bis 1879 gehörte die Gemeinde Dornhausen zum Bezirksamt Ansbach, ab 1880 zum Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Leutershausen, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber zuständig, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichts Ansbach ist. Die Finanzverwaltung wurde 1880 vom Rentamt Rothenburg ob der Tauber übernommen (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt, seit 1973 Zweigstelle des Finanzamts Ansbach).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 984f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 7,083 km².

Am 1. Januar 1972 wurde Dornhausen im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Geslau eingemeindet.

Baudenkmäler Haus Nr. 3: Schmiedeeiserner Ausleger, spätes 18. Jahrhundert zwei Steinkreuze: mittelalterlich; an der Straße neben Haus Nr. 3

Einwohnerentwicklung Gemeinde Dornhausen Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 212 178 183 223 197 205 200 207 203 203 200 203 210 201 210 191 169 170 152 233 204 193 157 161HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 35 35 33 34 35 36 35 32 32 Quelle Für die Gemeinde Dornhausen zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Kreuth (S. 50).

Ort Dornhausen Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 102 91 97 110 90 110 81 91 72 78 76Häuser 19 19 17 18 19 16 17 18Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Kilian (Geslau) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannis (Rothenburg ob der Tauber) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Geslau) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach