Hambühren ist eine Gemeinde im Landkreis Celle in Niedersachsen.
Geografie Hambühren liegt gut 6 km westlich vom Stadtzentrum von Celle entfernt. Die Aller fließt im Norden durch die Gemeinde.
Gemeindegliederung Die Gemeinde Hambühren besteht neben den beiden Ortschaften Hambühren Dorf (gekennzeichnet mit Hambühren I) und Hambühren Siedlung (gekennzeichnet mit Hambühren II) aus den Ortschaften Allerhop, Oldau, Ovelgönne, Rixförde und Schönhop.
Geschichte mini|Gedenkstein Hambühren Hambühren wurde 1235 erstmals urkundlich als Abbenbure erwähnt.Westlich von Celle besaßen die Edelherren von Meinersen in Hambühren Zollrechte. Die Hälfte des Zolls verkaufte Hermann von Meinersen nicht lange vor 1235 an Herzogin Agnes, die Witwe des Pfalzgrafen Heinrich I., die diese Rechte zusammen mit weiteren großen Gütern dem von ihr gestifteten Zisterzienserinnen-Kloster Wienhausen schenkte. (Przybilla, Peter, Die Edelherren von Meinersen, Hannover 2007, S. 402, ISBN 978-3-7752-6036-7.) Oldau wird 1378 in einer Urkunde erwähnt.Sudendorf, Hans (Hrsg.), Urkundenbuch zur Geschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg und ihrer Lande, Bd. 6, Hannover 1867, S. CXLVII. Dort wurde es als „Abendbuhren“ erwähnt. Ovelgönne wurde mit der Errichtung des Kalibergwerkes begründet, wobei die erste urkundliche Erwähnung als Försterei bereits im frühen 17. Jahrhundert erfolgte. Am 13. Oktober 1857 fiel Hambühren einer großen Feuersbrunst zum Opfer.Ausführlich: Blazek, Matthias, Das Löschwesen im Bereich des ehemaligen Fürstentums Lüneburg von den Anfängen bis 1900, Adelheidsdorf 2006, S. 218 ff., ISBN 978-3-00-019837-3.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde in der Nähe eine Munitionsanstalt errichtet, in der vor allem Zwangsarbeiter arbeiten mussten (siehe auch KZ Hambühren). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele der alten Munitionsbunker zu Wohnhäusern umgebaut. Es entstand Hambühren II. Dorthin wurden 1950 Kriegsflüchtlinge aus dem Aufnahmelager Reinsehlen bei Schneverdingen umgesiedelt. Viele wurden hier für immer sesshaft.
Die Gemeinde Hambühren entstand am 1. Januar 1970 im Zuge einer Gebietsreform.
Religion mini|Neue katholische Kirche Die evangelisch-lutherische Auferstehungskirche ist im Kirchenkreis Celle. Die Kirchengemeinde hat seit 1950 ihre Kirche in einer ehemaligen Lagerhalle der Munitionsanstalt (Kirchstraße 5/7).
1950/51 wurde die katholische Notkirche zum Hl. Schutzengel errichtet, ebenfalls in einem Gebäude, das zuvor als Munitionslagerhalle gedient hatte (Kirchstraße 9/11). 1987 wurde diese Kirche durch den heute noch bestehenden Neubau Heilige Schutzengel an der Eichendorffstraße ersetzt. Das alte Kirchengebäude wurde für profane Zwecke umgebaut. Die Kirche ist Teil des Bistums Hildesheim.
Politik Gemeinderat
Der Rat der Gemeinde Hambühren setzt sich aus 26 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Dies ist die gemäß § 46 NKomVG festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 10.001 und 11.000. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Stimmberechtigt im Rat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister.Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:
Die letzten Kommunalwahlen ergaben die folgenden Sitzverteilungen und Ergebnisse: Kommunalwahl CDU SPD CDW AfD Grüne FDP UFO Linke Gesamt Wahl-Beteiligung 2021Ergebnisse Gemeinderatswahl 2021, abgerufen am 7. Januar 2022 7 (26,4 %) 7 (25,0 %) 3 (10,9 %) 2 (9,1 %) 2 (9,1 %) 2 (8,8 %) 2 (7,5 %) 1 (3,0 %) 26 Sitze53,0 % 2016Ergebnisse Gemeinderatswahl 2016 abgerufen am 7. Januar 2022. 9 (33,4 %) 7 (28,3 %) – 4 (15,2 %) 2 (8,1 %) 2 (6,7 %) 2 (8,3 %) – 26 Sitze54,5 % 2011 10 (36,7 %) 7 (27,4 %) – – 4 (17,4 %) 3 (9,8 %) 2 (7,0 %) 0 (1,7 %)26 Sitze 46,5 % 2006 12 8 – – 2 4 – – 26 Sitze 2001 12 9 – – 1 3 – – 25 Sitze
Bürgermeister Nach einer Stichwahl am 16. Juni 2019 wurde Carsten Kranz zum Bürgermeister gewählt. Er folgte dem am 29. Mai 2011 gewählten Thomas Herbst (parteilos) nach.
Wappen Das Wappen der Gemeinde zeigt zwei weißgetünchte Fachwerkbauernhäuser (Niedersachsenhäuser) auf grünem Grund und im unteren Bereich ein silbernes Zahnrad. Unter den drei Objekten liegt ein goldener Ring, der zum Zahnrad hin offen ist. Entworfen wurde es von Gustav Völker.Gemeindewappen auf hambuehren.de Abgerufen am 18. Oktober 2022.
Gemeindepartnerschaften Die Gemeinde trägt Partnerschaften mit folgenden Kommunen: 20px|links| Verson (Frankreich) 20px|links| Tourville-sur-Odon (Frankreich) 20px|links| Buk (Polen)
Kultur und Sehenswürdigkeiten In Hambühren befindet sich mit der ev. Auferstehungskirche die letzte „Bunker-Kirche“ Deutschlands. Die ehemalige Lagerhalle der Lufthauptmunitionsanstalt Hambühren von 1940 wurden 1950 zur Kirche umgebaut. 1963 entstand der Glockenturm.Auferstehungskirche Hambühren. In Oldau, auf einer Insel, befindet sich das einzige Wasserkraftwerk in Norddeutschland, das noch weitestgehend in seinem ursprünglichen Zustand erhalten ist. Das Kraftwerk wurde 1911 errichtet. Es diente ausschließlich zur Stromerzeugung. 1972 wurde das Werk stillgelegt und 1983 wieder ans Netz angeschlossen.Wasserkraftwerk Oldau.Informationstafel am ehem. Bahnübergang Hauptstraße/Am Bahnhof, bei Commons Allertalbahn einsehbar.
Aller-Fuhsekanal mini|Rundbogenbrücke von 1795 Im Osten der Gemeinde verläuft der Aller-Fuhsekanal. Die Gemeindestraße, die über diesen Kanal verläuft, führt über die vermutlich älteste Rundbogenbrücke im Landkreis Celle (erbaut 1795, erneuert 1995).
Bau- und Bodendenkmale
Liste der Baudenkmale in Hambühren Liste der Bodendenkmale in Hambühren
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Die Gemeinde Hambühren liegt an der Bundesstraße 214 zwischen Celle und Nienburg/Weser. Im Norden der Gemeinde fließt die Aller. Die Eisenbahnstrecke Allertalbahn, die von Celle durch Hambühren und das später eingemeindete Oldau nach Schwarmstedt verlief, wurde 1903 eingeweiht, jedoch 1966 für den Personenverkehr und 1985 auch für den Güterverkehr stillgelegt. An ihr lagen die Bahnhöfe Hambühren und Oldau.
Bildung Seit 2025 befindet sich das Hölty-Gymnasium vollständig in der Gemeinde. Zuvor war der Standort in der Kreisstadt Celle.
Persönlichkeiten Paul Ohnsorge (1915–1975), Künstler Otto Stumpf (1940–2017), Kanute, Sportfunktionär und Politiker Klaus Schulze (1947–2022), Komponist, Pionier der elektronischen Musik Thomas Adasch (* 1965), Politiker (CDU) Jörg Bode (* 1970), Politiker (FDP) Carola Rackete (* 1988 in Preetz), Kapitänin Felix Burmeister (* 1990 in Würzburg), Fußballspieler Yvy Kazi (* 1986 in Hannover), SPIEGEL-Bestseller Autorin
Literatur Paul Borstelmann: Chronik der Einheitsgemeinde Hambühren. Celle 1977
Weblinks
Internetauftritt der Gemeinde
Einzelnachweise
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