mini|Satō Haruo Satō Haruo (; * 9. April 1892 in Shingū, Präfektur Wakayama; † 6. Mai 1964 in Tokyo) war ein japanischer Lyriker, Erzähler und Essayist.

Satō ist Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Shingū.

Leben miniatur|hochkant|Satō-Haruo-Museum Satō entstammte einer Ärztefamilie. Bald trat er dem Dichterkreis Myōjō () um Yosano Akiko und ihrem Mann Tekkan bei. Wegen Nagai Kafū, der an der Keiō-Universität lehrte, immatrikulierte er 1910 an dieser, verließ sie aber wieder ohne Abschluss. Wie auch der Dichterkreis war sein Werk schon früh vom lyrisch-romantischen Ton bestimmt. Erste Anerkennung fand er mit seiner märchenhaften Erzählung Supein inu no ie (1916, „Das Haus eines Neufundländers“).

Im Jahr 1920 reiste er im Juli nach Taiwan, nachdem der einige Zeit in der Heimat verbracht hatte, wo ein Freund aus der Mittelschule ihm vorschlug, ihn dorthin zu begleiten. In Taipei traf er Mori Ushinosuke (), auch Mori Heiushi () genannt, der im dortigen Museum arbeitete und mit seinen anthropologischen Studien besonders der indigenen Bevölkerung Pionierarbeit leistete. Mori ermunterte ihn auch, nach China überzusetzen, wo er sich für einige Wochen aufhielt. Auf Taiwan erhielt er Anregungen für einige seiner Werke wie „Jokaisen kitan“ (, 1926) und „Musha“ (, 1924, eine Erzählung vor dem Musha-Zwischenfall von 1930).Aus dem Nachwort Kano hitonatsu no ki (, „Aufzeichnungen jenes Sommers“) des 1936 im Verlag Shōrinsha () erschienenen Buches Musha.

In der Erzählung Den’en no yūutsu (1919, , „Ländliche Melancholie“) und dem thematisch anschließenden Roman Tokai no yūutsu (1922, , „Großstadt-Melancholie“) wird der Lebensüberdruss des bürgerlichen Intellektuellen dargestellt. Satōs Schaffen kreist im Wesentlichen um den Bereich des Privaten und um den Lebensüberdruss von Intellektuellen. Seltener wie in Baishōfu Mari (1924, , „Die Prostituierte Mari“) werden gesellschaftliche Probleme thematisiert.

Preise und Auszeichnungen 1949 Nihon Suiri Sakka Kyōkaishō (, Mystery Writers of Japan Awards ) 1960 Kulturorden

Ins Deutsche übersetzte Werke

1914: Das Haus des spanischen Hundes. Eine Geschichte für Menschen, die gerne träumen (, Supeinken no ie. (yumemi gokochi ni naru koto no sukina hitobito no tame no tanpen)). Aus dem Japanischen von Jan Polivka. Mori-Ôgai-Gedenkstätte der Humboldt-Universität, Berlin 2001.Liegt bereits als Das Haus eines Neufundländers vor, aus dem Englischen von Monique Humbert, in: Monique Humbert (Hrsg.): Nippon. Moderne Erzählungen aus Japan von Mori Ogai bis Mishima Yukio. Diogenes Verlag, Zürich 1965; Übersetzungsvorlage ist The House of the Spanish Dog, aus dem Japanischen von George Saitō. in: Ivan Morris (Hrsg.): Modern Japanese Stories. An Anthology. Charles E. Tuttle Co., Rutland, Tōkyō 1962. 1918: Symbole der neuen Zeitströmung „Automobile“, „Laufbilder“ und „Cafés“ — Eindrücke (, Shinjidai ryūkō no shōchō toshite mitaru „jidōsha“ to „katsudō shashin“ to „kafē“ no inshō). Aus dem Japanischen von Harald Salomon. In: Japonica Humboldtiana – Yearbook of the Mori Ôgai Memorial Hall, Band 11. Humboldt-Universität, Berlin 2007, hier: S. 178–182 Blasse Leidenschaft. Erzählung. Aus dem Japanischen von Saskia Sellnau. Mori-Ôgai-Gedenkstätte der Humboldt-Universität, Berlin 2008

Literatur S. Noma (Hrsg.): Satō Haruo. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993, ISBN 4-06-205938-X, S. 1321.

Weblinks

Digitalisate seiner Werke bei Aozora - Shingu City Sato Haruo Memorial Museum

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Japanisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Japaner Kategorie:Geboren 1892 Kategorie:Gestorben 1964 Kategorie:Mann Kategorie:Person mit besonderen kulturellen Verdiensten Kategorie:Träger des japanischen Kulturordens