Ernst Enzensperger (* 31. Mai 1877 in Spalt; † 5. März 1975 in München) war ein deutscher Pädagoge.

Werdegang Enzensperger war der jüngere Bruder des Meteorologen Josef Enzensperger (1873–1903). 1887 siedelte die Familie von Rosenheim nach Sonthofen über. Er studierte 1895/96 ein Semester Mathematik an der Ludwig-Maximilians-Universität und ab war ab Mai 1896 in der allgemeinen Abteilung der technischen Hochschule (heute Technische Universität) in München immatrikuliert.Technische Universität München, TUM.Archiv, Anmeldebogen des Studierenden sowie Abgangszeugnis der LMU. Er war ab 1905 als Lehrer an Gymnasien in Bamberg und München tätig. 1913 gründete er innerhalb des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins den „Ortsausschuss München für Jugendalpenwandern“. 1924 übernahm er den Vorsitz des neu gegründeten Zweigausschusses Südbayern im Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen und wurde nach dem durch ihn eingeleiteten Zusammenschluss der vier bayerischen Zweigausschüsse zum Landesverband Bayern für Jugendwandern und Jugendherbergen ebenfalls Vorsitzender. 1933 trat er zusammen mit dem gesamten Vorstand von seinem Amt zurück.

Enzensperger trat im Dezember 1932 dem Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten und im April 1933 der DNVP bei.Bericht der Kommission für Erinnerungskultur für die Sitzung des Stadtrates Kempten (Allgäu) am 23.04.2026, S. 10. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus als Beauftragter für Jugendherbergen eingesetzt und leitete die Gründung des Bayerischen Jugendkomitees (ab 1947 Bayerischer Jugendring) ein. Bei Neugründung des Landesverbandes Bayern für Jugendwandern und Jugendherbergen 1946 wurde er wieder Vorsitzender und blieb bis 1949 im Amt.

Ernst Enzensperger war Mitglied in der Sektion Hochland, sowie in seiner im Jahr 1896 eingetretenen Stammsektion Allgäu-Immenstadt, dort war er Ehrenmitglied seit 1952. Als Schriftsteller schrieb er über das alpine Jugendwandern. thumb|300px|Ernst-Enzensperger-Jugendherberge in Urfeld am Walchensee

Die erste Jugendherberge in Urfeld von 1928 war eine Blockhütte. Sie war den Ansprüchen nicht mehr gewachsen und musste 1935 einem Neubau weichen. Am 21. Mai 1950 erhielt das Haus in Urfeld am Walchensee durch eine Neueinweihung, in Anerkennung seiner langjährigen Verdienste für die Jugendherbergen in Bayern, den Namen Ernst-Enzensperger-Jugendherberge.

Ihm und seinem Bruder Josef zu Ehren wurde eine Straße in Kempten (Allgäu) Enzenspergerweg genannt.

Ehrungen 1949: Ehrenvorsitzender des Landesverbandes Bayern für Jugendwandern und Jugendherbergen 1952: Verdienstkreuz (Steckkreuz) der Bundesrepublik Deutschland 1957: Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland

Ernst-Enzensperger-Preis Der Landesverband Bayern des Deutschen Jugendherbergswerks vergibt alle zwei Jahre seit 1976 einen Preis an Persönlichkeiten oder Institutionen, die jungen Menschen wertvolle Erlebnisse in den Bergen ermöglichen. Er ehrt damit das Engagement, junge Menschen für die Lebenswelt der Alpen zu begeistern und ihnen Aspekte eines nachhaltigen Tourismus zu vermitteln. Der Preis geht zurück auf Ernst Enzensperger, den Gründer des bayerischen Jugendherbergswerks.

Werke Wie sollen unsere Mittelschüler die Alpen bereisen? Technische Anleitungen und wissenschaftliche Anregungen. Enzensperger, Ernst. 1909 Alpenfahrten der Jugend, "IM ALLGÄU", 1912, Enzensperger, Ernst Entwicklung des Besuches der höheren Lehranstalten Bayerns an Orten mit zwei oder mehreren Schulgattungen, Enzensperger, Ernst. - Nürnbg : Koch, 1918 Die alpine Jugendwanderbewegung und der Deutsche und Oesterreichische Alpenverein, Enzensperger, Ernst. (Pössenbacher Buchdr. Giehrl.), um 1930 Der Jugendwanderführer, Enzensperger, Ernst, 1930 Kartenkunde, Kartenlesen, Sichzurechtfinden in Gelände, Kompasslehre, Enzensperger, Ernst. 1936 Jugendwandern, Enzensperger, Ernst. - München : Landesverband Bayern f. Jugendwandern u. Jugendherbergen e.V., 1947 Von Jugendwandern und Bergsteigertum, Enzensperger, Ernst. - München : Dt. Jugendherbergswerk, Landesverband Bayern f. Jugendwandern u. Jugendherbergen e.V., 1951 Natur und Technik in der Geschichte des Wanderns, Enzensperger, Ernst. - Detmold : Deutsches Jugendherbergswerk, 1957 Mein Leben mit den Bergen. Enzensperger, Ernst. 1972

Literatur Walter Butry (Hrsg.): München von A-Z : Stadtlexikon der bayrischen Landeshauptstadt. – München: Butry und Müller, 1966

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes Kategorie:DNVP-Mitglied Kategorie:Mitglied im Stahlhelm Kategorie:Gymnasiallehrer (Deutschland) Kategorie:Person (Deutscher Alpenverein) Kategorie:Person (München) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1877 Kategorie:Gestorben 1975 Kategorie:Mann