Urso von Salerno (auch Urso von Kalabrien oder lateinisch Ursus Calaber bzw. Urso Salernitanus; * im 12. Jahrhundert; † um 1225) war ein italienischer Arzt, Philosoph und Autor.
Leben
Er gilt als Autor bedeutender Werke der medizinischen Schule von Salerno und wird als eine der führenden Persönlichkeiten der Schule betrachtet. Er gilt als wichtigster Vertreter der aristotelischen Theorien; insbesondere aus Physica (Meteorologia) und De caelo entwickelte er ein eigenes naturphilosophisches System.
Von der Bewunderung für Ursos Lehren zeugt die Urinschrift seines Schülers Gilles de Corbeil.Klaus-Dietrich Fischer: Urso von Salerno. In: Wolfgang U. Eckart, Christoph Gradmann (Hrsg.): Ärztelexikon. Von der Antike bis zur Gegenwart. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1995, S. 360; 2. Auflage ebenda 2001, S. 314, 3. Auflage Springer Verlag Heidelberg/Berlin / New York 2006, S. 327. Ärztelexikon 2006, .
Werke Anatomia Compendium de urinis (ein auch übersetzt im Deutschen salernitanischen Arzneibuch Anfang des 13. Jahrhunderts überlieferter HarntraktatGundolf Keil: „blutken – bloedekijn“. Anmerkungen zur Ätiologie der Hyposphagma-Genese im ‚Pommersfelder schlesischen Augenbüchlein‘ (1. Drittel des 15. Jahrhunderts). Mit einer Übersicht über die augenheilkundlichen Texte des deutschen Mittelalters. In: Fachprosaforschung – Grenzüberschreitungen. Band 8/9, 2012/2013, S. 7–175, hier: S. 16 f.) De commixtionibus elementorumWolfgang Stürner (Hrsg.): Urso von Salerno, ‚De commixtionibus elementorum libellus‘. Klett, Stuttgart 1976 (= Stuttgarter Beiträge zur Geschichte und Politik. Band 7), ISBN 3-12-907480-5. Glossulae De effectibus medicinarum De effectibus qualitatum De criticis diebus De pulsibus De saporibus et numero eorundem Aphorismi
Literatur
Gundolf Keil: Urso von Salerno. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, S. 1431 f. Wolfgang Stürner (Hrsg.): Urso von Salerno, ‚De commixtionibus elementorum libellus‘. Klett, Stuttgart 1976 (= Stuttgarter Beiträge zur Geschichte und Politik. Band 7), ISBN 3-12-907480-5. Vgl. kritisch dazu Konrad Goehl (Hrsg.): Guido d’Arezzi d.J., Liber mitis. 2 Bände. Pattensen 1984 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 32), hier: Band 1, S. 18 f., 244 f. und 414 f. Rudolf Creutz, Paul Diepgen: Die medizinisch-naturphilosophischen Aphorismen und Kommentare des Magister Urso Salernitanus In: Quellen und Studien zur Geschichte der Naturwissenschaften und der Medizin Bd. 5 (1936) S. 1–192 Arthur Rathke: Urso von Salerno und die methodische Schule. Ein Beitrag zur Überlieferung des methodischen Denkens in der medizinischen Literatur der Scholastik, Berlin 1944 Curt Matthaes: Der Salernitaner Arzt Urso aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts und seine beiden Schriften ‚De effectibus qualitatum‘ und ‚De effectibus medicinarum‘. (Mit lateinischem und deutschem Text) Dissertation Leipzig 1918.
Weblinks Veröffentlichungen zu Urso von Salerno im Opac der Regesta Imperii
Einzelnachweise
Kategorie:Philosoph des Mittelalters Kategorie:Mediziner des Mittelalters Kategorie:Autor Kategorie:Hochschullehrer (Schule von Salerno) Kategorie:Literatur (Mittellatein) Kategorie:Geboren im 12. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1225 Kategorie:Mann