mini|Die Ostseite des Gebäudes, das sich nach seinem Wiederaufbau nicht nur mit geändertem Grundriss und Fassaden, sondern auch mit einem ausgebauten Dachgeschoss präsentiert mini|Zufahrt zum Palast von der ul. Foksal im Jahr 1934. Die damalige Durchfahrt zum Hinterhof gibt es heute nicht mehr, das Gebäude ist an der Ostseite rund 2 Meter verkürzt wiederaufgebaut worden. mini|hochkant|Gedenktafel für ein hier im Krieg betriebenes Lazarett des Polnischen Roten Kreuzes

Der Wołowski-Palast (auch Stanisław Wołowski-Palast, Bourbon-Palast oder -Mietshaus genannt und nach dem Krieg auch als Palast der Journalisten bezeichnet, polnisch: Pałac bzw. Kamienica Wołowskiego, Pałac Stanisława Wołowskiego, Pałac Bourbona oder Pałac Dziennikarza)Der Palast wird im Polnischen häufig auch als “Kamienica” (Mietshaus) bezeichnet. Auch gem. Małgorzata Danecka, Thorsten Hoppe, Warschau entdecken. Rundgänge durch die polnische Hauptstadt, Trescher Verlag, ISBN 978-3-89794-116-8, Berlin 2008, S. 162, verdient er die Bezeichnung Palast oder Palais nicht befindet sich in Warschaus Innenstadtdistrikt an der Ulica Foksal 3/5. Als Residenz errichtet und später als Gesandtschaftsgebäude genutzt, befinden sich hier heute der Sitz des Polnischen Journalistenverbandes und ein elegantes Restaurant.

Der Palast liegt am Ende der Ulica Foksal, die mit dem großen Grundstück des Zamoyski-Palastes abschließt. Direkt westlich angrenzend an den Zamoyski-Palastes befindet sich der Wołowski-Palast, ihm gegenüber liegt der zeitgleich errichtete Przeździecki-Palast.

Geschichte Der Palast wurde im Jahr 1878 für den Bankier, Kaufmann und Gutsbesitzer von Pruszków, Stanisław WołowskiStanisław Wołowski (vermutlich 1834–1892) nach einem Entwurf von Bronisław Żochowski-BrodzicBronisław Żochowski-Brodzic (1836–1911) war ein polnischer Architekt, der in München studiert hatte und in Warschau wirkte gebaut. Das Objekt bestand aus einem breiten Frontgebäude und zwei schmalen rückwärtigen Flügelanbauten. 1893 erbte die Tochter des Erbauers, Jadwiga Maria (1873–1967) und deren Ehemann, Graf Antoni Potulicki (1857–1919)gem. der Stammtafel Antoni Potulicki b. 1857 d. 1919 bei Rodovid.org (abgerufen am 6. Februar 2012), das Anwesengem. bei Ulice Twojego Miasta (UTM) (in Polnisch).

Im Jahr 1900 erwarb Magdalena Radziwiłłowavermutlich handelte es sich dabei um die Nationalistin und Philanthropin Maria Magdalena Radziwiłłowa, geb. Zawisza-Kierżgajło, verwitwete Krasińska (1861–1945) den Palast; sie ließ an der Westseite des dreigeschossigen Kerngebäudes einen zweigeschossigen Anbau mit einer Freitreppe zum Garten und einer darüber liegenden Veranda errichten. Ab 1922 vermietete die Prinzessin den Palast an ausländische Gesandtschaften; von 1922 bis 1930 befand sich hier der Sitz des US-amerikanischen und anschließend – von 1930 bis 1939 – der des norwegischen Gesandten. Eine Zeitlang soll sich (im zweiten Stock) auch die Gesandtschaft Mexikos befunden haben.

Das Gebäude diente auch als Treffpunkt von Mitgliedern der Organisation Bezpartyjny Blok Współpracy z Rządem. Am 15. Juni 1934 wurde hier vor dem Grundstückstor der polnische Innenminister Bronisław Pieracki von einem Mitglied der Organisation Ukrainischer Nationalisten erschossen. Zu Ehren des Ermordeten wurde der Name der Straße kurz darauf in Ulica Pierackiego geändert. 1938 ging der Palast an den Prinzen Antoine Marie Joseph Alphonse Adam von Bourbon-SizilienAntoine Marie Joseph Alphonse Adam von Bourbon-Sizilien (* 1929) ist der Sohn der Małgorzata Izabella, geb. Czartoryska und des Prinzen Gabriele Maria Giuseppe Carlo von Bourbon-Sizilien über.

Krieg und Nachkriegszeit Das Gebäude wurde während der Warschauer Aufstandes als Krankenhaus des Polnischen Roten Kreuzes (PCK) zur Versorgung verwundeter Aufständischer genutzt. Eine Gedenktafel an der Grundstückspforte erinnert seit 1994 daran:

Am Ende des Zweiten Weltkrieges war der Palast zerstört. In den Jahren 1947 bis 1951 erfolgte unter den Architekten Tadeusz Iskierk, Stefan Hołówki, Czesław Duchnowski, Jerzy Walerian Skolimowski und Mieczysław Piprek der Wiederaufbau, bei dem das Gebäude aber erheblich verändert wiederhergestellt wurde. Die Änderungen betrafen sowohl den Gebäudekörper wie auch die Fassadengestaltung. Unter anderem wurde das Gebäude um eine ostwärtige Fensterachse mit der ehemaligen Durchfahrt gekürzt.

Nach dem Wiederaufbau bezog der Polnische Journalistenverband (polnisch: Stowarzyszenia Dziennikarzy Polskich) den vormaligen Palast. Neben der Journalistenvertretung befinden sich heute auch andere Organisationen hier, wie der Verband der Polnischen Presseverlage (polnisch: Izba Wydawców Prasy). Im Erdgeschoss wurde außerdem das Restaurant “Foksal” eingerichtet. Seit 1972 befindet sich der Palast im Besitz des Finanzministeriums.

Siehe auch Liste der Paläste in Warschau

Einzelnachweise und Anmerkungen

Weblinks

Kurzbeschreibung und historische Fotos bei Warszawa1939.pl (in Polnisch) Website des Polnischen Verbandes der Journalisten Website des Polnischen Presseverlegerverbandes

Kategorie:Palast in Warschau Kategorie:Neorenaissancebauwerk in Warschau