Justus Jacob Hespe (getauft 21. November 1765 in Hannover;Karl Goedeke, Herbert Jacob (Hrsg.): Hespe, Justus Jacob (Gest. 1842), in dies.: Grundriss zur Geschichte der deutschen Dichtung aus den Quellen, BAND XVI, Achtes Buch: Vom Frieden 1815 bis zur französischen Revolution 1830. Dichtung der allgemeinen Bildung. Abteilung X, 2., ganz neu bearbeitete Auflage, Berlin: Akademie Verlag, 2011, ISBN 978-3-05-005261-8, S. 518–519Davon abweichend wird dasselbe Geburtsdatum angegeben; vergleiche Waldemar R. Röhrbein: Hespe, Johann Jacob. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 166 gestorben 16. November 1842 ebenda) war ein deutscher Uhrmacher, Mechaniker und 1822 Erfinder einer nach ihm benannten dreirädrigen Fahrmaschine mit Fußhebelantrieb, der Hespine.Waldemar R. Röhrbein: Hespe, Johann Jacob. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 166
Leben Familie Hespe kam als Sohn des Hof-Uhrmachers Anton Adolph Hespe (* um 1726 in Stadthagen; † 12. August 1811 in Hannover) zur Welt.Jürgen Ermert (privat) in seinem Uhrmacherverzeichnis: Uhrmacher: Hespe, Anton Adolph Vater von Justus Jakob, nach: Jürgen Abeler: Meister der Uhrmacherkunst: Über 14.000 Uhrmacher aus dem deutschen Sprachgebiet mit Lebens- oder Wirkungsdaten und dem Verzeichnis ihrer Werke, Wuppertal: Uhrenmuseum, 1. Auflage 1977 Seine Mutter war die Tochter des königlichen KunstmeistersWalter Euhus: Der Beginn des Radfahrens in Hannover..., S. 9ff. dem „Hofbau-Conducteur“ Johann Just CleevesEberhard Berenberg: Johann Just Cleeves, in: Königlich Großbritannisch-Hannoverscher Staats-Kalender auf das Jahr 1818, Berenbergsche Buchdruckerey zu Lauenburg, 1818, S. 83, dessen Großvater Joseph Cleeves 1718 zur Überwachung der englischen Wassermaschine nach Herrenhausen aus Salisbury nach Hannover geholt wurde, um die Große Fontäne im Großen Garten in Betrieb zu setzen.
Werdegang Hespe absolvierte zunächst bei seinem Vater eine Lehre als Uhrmacher, leistete jedoch erst 1798 den Bürgereid in Hannover und ließ sich dann selbst in Hannover nieder.
1822 konstruierte er eine dreirädrige „Fahrmaschine“, die im Neuen Vaterländischen Archiv beschrieben wurde:
Die Bezeichnung als Fahrmaschine stammt von dem Drais’schen vierrädrigen Muskelkraftwagen mit Tretkurbelantrieb von 1813, die Bezeichnung als Hespine hatte ihr Vorbild in der Bezeichnung der zweirädrigen Drais’schen Laufmaschine von 1817 als Draisine. In der Zeit des Nationalsozialismus behauptete das Hannoversche Kurier-Tageblatt in nationalistischer Manier und Verkehrung der Tatsachen:
Die Erfindung des Zweirad-Prinzips liegt aber definitiv bei Karl Drais. Die damals ab 1817 vielerorts konzipierten Dreiräder waren gedacht, dank ihrer Standfestigkeit den Zeitgenossen die Balancierangst zu nehmen, welche sie vom Zweiradfahren abhielt. Bei diesen konnte man mechanische Fußantriebe verwenden, wie schon In Drais' Fahrmaschinen von 1813. Hespes Dreirad war also kein Einzelfall und keine Priorität. Ob sein Antriebsmechanismus besonders originell war, lässt sich ohne Abbildung nur anhand der mageren Textquelle nicht entscheiden. „Über den Einsatz und die Weiterentwicklung der Hespine ist nichts bekannt.“ Nach Waldemar R. Röhrbein setzte sich das dreirädrige Gefährt zwar nicht durch, kann „aber als hann[overscher] Beitrag zur Entwicklung des Fahrrades und damit zum technischen Fortschritt angesehen werden“ – ohne Lokalpatriotismus erscheint Hespe als einer von vielen.
Dreizehn Jahre nach der Erfindung der Hespine „ritt“ Georg von Alten 1835 auf einer Laufmaschine von Großgoltern nach Hannover, die „vermutlich [...] identisch [ist] mt der Draisine, die sich heute im Historischen Museum in Hannover befindet.“ Hespe, der sich auch als Privatgelehrter bezeichnete, wurde im Adressbuch der Stadt Hannover von 1842 noch als „Uhrmacher und Naturdichter“ bezeichnet. Er starb im selben Jahr.
Schriften Ideale, aus dem Gebiete der Natur geschöpft, 1828 Theater, 1828
Literatur Walter Euhus: Der Beginn des Radfahrens in Hannover. In: Hannover fährt Rad. Geschichte – Sport – Alltag, Braunschweig: Kuhle Buchverlag Braunschweig GmbH, 1999, ISBN 3-923696-90-6, S. 9ff. Wilhelm Kosch: Deutsches Literatur-Lexikon Helmut Zimmermann: Hannoversche Porträts. Lebensbilder aus sieben Jahrhunderten, illustriert von Rainer Ossi Osswald, Hannover: Harenberg, 1983, S. 81–84 Waldemar R. Röhrbein: Hespe, Johann Jacob, in: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 166. Waldemar R. Röhrbein: Hespe, Justus Jacob. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 293.
Weblinks Hespe, Justus Jakob ( - 1842) auf CERL
Anmerkungen
Einzelnachweise
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