mini|Dorfstraße in Funkenmühle mini|Wolziger See vom Funkenmühler Ufer aus, Blick nach Westen mini|Funkenmühle auf der Schmettau’schen Karte von 1767–87 Funkenmühle ist ein Gemeindeteil von Lindenbrück, einem Ortsteil der Stadt Zossen im Landkreis Teltow-Fläming (Brandenburg). Funkenmühle, ursprünglich eine selbstständige Gemeinde. Sie wurde bereits 1874 an Jachzenbrück, das spätere Lindenbrück, angegliedert.

Geographische Lage Der Gemeindeteil Funkenmühle liegt nur etwa zwei Kilometer nördlich vom Ortszentrum von Lindenbrück am Ostufer des Wolziger Sees. Im Jahr 1860 umfasste die Gemarkung 404 Magdeburgische Morgen (Mg) (ungefähr 103 ha). Davon entfielen 4 Mg auf die Gehöfte, 60 Mg Acker, 40 Mg Wiese, 100 Mg Weide und 200 Mg Wald. Lindenbrück liegt im südlichen und südöstlichen Teil des Stadtgebietes von Zossen. Der Ort liegt direkt eingebettet in die geschützte Naturlandschaft des Dahme-Seengebiets mit dem Wolziger See, dem Kleinen und dem Großen Zeschsee sowie der Zossener Heide oder Zossenschen Heide.Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet Wierachteiche – Zossener Heide, abgerufen am 28. Juli 2026.

Geschichte Funkenmühle wurde 1583 erstmals urkundlich genannt („der Funckenn Moller“). Damals bestand der Ort, wie der Name impliziert, tatsächlich nur aus einer Wassermühle mit einem Gang. Diese stand am Fließ, das aus dem Kleinen Möggelinsee zum Wolziger See verläuft, kurz vor dessen Einmündung in den Wolziger See. Sie gehörte zum Amt Zossen, das aus der Herrschaft Zossen hervorgegangen war. Zur Mühle gehörten Acker und Wiesen, und der Müller hatte ein Lehnpferd zu stellen. Im Jahr 1623 umfasste die Immobilie des Müllers 25 Morgen 90 Quadratruten alter Acker, 11 Mg 370 QR neuer Acker, 3 alte Wiesen zu 7 Mg 42 QR und 1 neue Wiese zu 3 Mg 70 QR. Außerdem gehörten gewisse Fischereirechte auf dem Wolziger See dazu. Der Gutsbesitzer erlaubte 1655 die Haltung von 20 Stück Großvieh und 100 Schafen. Vermutlich wurde die Funkenmühle bereits zur Zeit der ersten urkundlichen Nennung als Lehen vergeben. Von Anfang des 17. Jahrhunderts bis Anfang des 18. Jahrhunderts sind die Lehnmänner namentlich bekannt: H. Pardemann (1615–1647) H. Plüntz (1647–1661) J. Beetz und Erben (1661–1723) Danach fiel die Mühle wieder an das Amt zurück und wurde als Amtsmühle bewirtschaftet. 1745 wurde Funkenmühle als Vorwerk bezeichnet, das neben der Wassermühle eine Schäferei mit Hirtenhaus und ein Weinmeisterhaus umfasste. Die Schmettau’sche Karte aus den Jahren 1767–1787 verzeichnet aber keinen Weinberg (mehr). Die eigentliche Siedlung Funkenmühle wurde offiziell 1787 gegründet und an Kolonisten aus Sachsen vergeben.

1801 waren in Funkenmühle bereits 7 Büdner ansässig; insgesamt zählte Funkenmühle 11 Feuerstellen. 1840 wurden 11 Wohnhäuser gezählt. 1853 wurde das den Brüdern Gerber gehörende Erbpachtvorwerk in Funkenmühle versteigert. 1860 bestand der Ort aus 9 Wohnhäusern und 14 Wirtschaftsgebäuden; in ihm lebten 41 Einwohner. 1874 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde nach Jachzenbrück eingemeindet. Damit endete die eigenständige Geschichte des Ortes. Auch die Gemarkung ging in der Gemarkung Jachzenbrück auf. Die Bewohner waren und sind wie die Einwohner von Jachzenbrück (= Lindenbrück) in Wünsdorf eingekircht, wo die evangelische Dorfkirche Wünsdorf steht bzw. mussten/müssen in die Katholische Kirche Zossen gehen.

Die folgende Zahlenleiste gibt die Bevölkerungsentwicklung von 1772 bis 1925 (aus dem Historischen Ortslexikon) wieder.

Literatur Lieselott Enders und Margot Beck: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil IV. Teltow. 395 S., Hermann Böhlaus Nachfolger Weimar, 1976 Gerhard Schlimpert: Brandenburgisches Namenbuch Teil 3 Die Ortsnamen des Teltow. 368 S., Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1972. Wilhelm Spatz: Der Teltow. Teil T. 3., Geschichte der Ortschaften des Kreises Teltow. 384 S., Berlin, Rohde, 1912.

Einzelnachweise Königlich Preußischer Staats-Anzeiger, Öffentlicher Anzeiger, Nr. 20 vom 24. Januar 1853 Online bei Google Books, S. 139. (PDF; 44 kB) Enders & Beck (1976: S. 69/70) Schlimpert (1972: S. 76/7)

Kategorie:Ort im Landkreis Teltow-Fläming Kategorie:Geographie (Zossen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Teltow-Fläming) Kategorie:Ersterwähnung 1583