Elimar Friedrich von Taysen (* 15. April 1866 in Oldenburg; † 31. Mai 1940 in Potsdam) war ein deutscher General der Infanterie der Reichswehr. mini|Friedrich von Taysen, 1918 Leben Friedrich war der Sohn des späteren preußischen Generalleutnants Adalbert von Taysen und dessen Ehefrau Albertine Wilhelmine, geborene Claron (1839–1902).
Taysen trat am 1. April 1886 als Fahnenjunker in das Garde-Füsilier-Regiment in Berlin ein, wo er am 17. September 1887 zum Sekondeleutnant befördert wurde. Als solcher wurde er am 24. März 1890 in das Oldenburgische Infanterie-Regiment Nr. 91 seiner Heimatstadt versetzt. Vom 1. Oktober 1892 bis 26. Juli 1895 kommandierte man Taysen zur weiteren Ausbildung an die Preußische Kriegsakademie und beförderte ihn zwischenzeitlich am 14. Mai 1894 zum Premierleutnant. Nach seiner Rückkehr versah er die kommenden neun Monate Truppendienst, ehe man ihn zum Großen Generalstab kommandierte. Am 1. April 1899 folgte seine Versetzung nach Posen als Adjutant der 19. Infanterie-Brigade. Hier wurde er am 18. Januar 1901 zum Hauptmann befördert und am 12. September 1902 zum Kompaniechef im Infanterie-Regiment „Großherzog von Sachsen“ (5. Thüringisches) Nr. 94 ernannt. Unter gleichzeitiger Beförderung zum Major am 1. März 1909 wurde Taysen dann Adjutant beim Generalkommando des XI. Armee-Korps. Diese Stellung hatte er bis zum 17. April 1913 inne, um anschließend zum Kommandeur des III. Bataillons des Infanterie-Regiments „Großherzog von Sachsen“ (5. Thüringisches) Nr. 94 in Jena ernannt zu werden.
Erster Weltkrieg Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs machte sein Regiment am 2. August 1914 mobil, rückte im Verbund mit der 38. Division in das neutrale Belgien ein und nahm hier zunächst an der Belagerung von Namur teil. Nach dem Fall der Festung wurde Taysen mit seinem Regiment an die Ostfront verlegt und am 5. September 1914 zum Oberstleutnant befördert. In den darauffolgenden Tagen beteiligte er sich an der Schlacht an den Masurischen Seen. Anschließend führte er sein Bataillon im südpolnischen Feldzug sowie während des deutschen Rückzugs Ende Oktober an der Rawka. Während des nordpolnischen Feldzuges mit den Schlachten bei Kutno und Łódź wurde Taysen mit der Führung des Regiments beauftragt und am 1. Dezember 1914 zu dessen Kommandeur ernannt. Ende Dezember ging das Regiment dann an der Rawka-Bzura in den Stellungskrieg über.
Während der am 13. Juli 1915 beginnenden Durchbruchsschlacht bei Przasnysz war das Regiment der Armeegruppe Gallwitz unterstellt. Taysen brach am ersten Schlachttag in die russische Schlüsselstellung bei Grudusk ein und konnte die bis dahin für nicht einnehmbar gehaltene Hauptstellung bei Gorne erobern. Bei Pułtusk konnte dann die Narew überschritten werden. Bei den anschließenden Verfolgungskämpfen wurde Taysen am 15. August 1915 verwundet.
Nach einem Lazarettaufenthalt trat der wieder genesene Taysen Ende September wieder an die Spitze seines Regiments, welches sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Abtransport an die Westfront befand. Dort bezog es Stellung zwischen Oise und Aisne bei Caisnes. Mitte Mai wurde es nach Verdun verlegt und beteiligte sich an den Kämpfen um die Höhe 304. Auch in der anschließenden Schlacht an der Somme kam das Regiment zum Einsatz. Nach dem Rückzug in die Siegfriedstellung im März 1917 folgte die Schlacht von Arras, in der Taysen beim Sturm auf Roeux zum zweiten Mal verwundet wurde. Am 18. Juni 1917 wurde Taysen zum Oberst befördert. Während der Dritten Flandernschlacht konnte er in dem ihm unterstellten Bereich Verlorenhoek-Franzenberg den Angriff der Briten zum Stehen bringen. Dann wurde das Regiment aus der Front gezogen und zur Erholung und Auffrischung zunächst nach Antwerpen, dann in ruhigere Stellungen bei Monchy verlegt. Im November 1917 übernahm Taysen mit seinem Regiment den Abschnitt Westroosebeke-Passchendaele. In den frühen Morgenstunden des 2. Dezember 1917 konnte er hier einen schweren britischen Angriff bereits im Vorfeld abwehren, der ansonsten einen Durchbruch im Abschnitt der 38. Division nach sich gezogen hätte. Für diese Leistung wurde Taysen am 6. Januar 1918 der Pour le Mérite verliehen.
Am 12. April 1918 gab Taysen sein Regiment ab und wurde zum Kommandeur der 43. Ersatz-Infanterie-Brigade ernannt, die er in der Schlacht an der Lys führte und mit der er anschließend wieder in den Stellungskrieg überging. Am 29. September 1918 erhielt Taysen dann das Kommando über die 170. Landwehr-Infanterie-Brigade und fungierte somit als Infanterieführer der 6. Kavallerie-Schützen-Division.
Nach dem Waffenstillstand führte Taysen seine Regimenter in die Heimat zurück und übernahm nach deren Demobilisierung am 18. Dezember 1918 erneut das Kommando über das Infanterie-Regiment „Großherzog von Sachsen“ (5. Thüringisches) Nr. 94. Nachdem das Regiment über die Abwicklungsstelle Weimar demobilisiert worden war, stellte Taysen im März 1919 in Berlin die zur Garde-Kavallerie-Schützen-Division gehörende Freiwilligen-Brigade von Taysen auf.
Reichswehr Am 8. Januar 1920 wurde Taysen als Kommandeur des Reichswehr-Infanterie-Regiments 5 in die Vorläufige Reichswehr übernommen. Nach der weiteren Heeresverringerung erhielt Taysen am 1. Oktober 1920 das Kommando über das 9. Infanterie-Regiment in Potsdam. Diesen Posten gab er am 15. Juni 1921 ab, als er zum Inspekteur der Infanterie im Reichswehrministerium ernannt wurde. In dieser Stellung wurde er am 1. Juli 1921 zum Generalmajor und zwei Jahre später zum Generalleutnant befördert. In seiner Funktion als Inspekteur war er für die Ausarbeitung neuer Gefechtsvorschriften für Fußtruppen verantwortlich. Am 31. Januar 1925 schied Taysen unter Verleihung des Charakters als General der Infanterie aus dem aktiven Dienst aus.
mini|hochkant=0.5|Grabstätte Zivilleben Zum 1. Mai 1933 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.630.695).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/44151322 Aufgrund dieser Mitgliedschaft musste Taysen im Frühjahr 1939 aus dem Johanniterorden austreten. Seit 1923 war er dort Ehrenritter der Brandenburgischen Provinzialgenossenschaft. Nach seiner Verabschiedung als aktiver Offizier betätigte sich Taysen als Militärschriftsteller sowie als Chefredakteur der Zeitschrift Deutscher Wille.
Friedrich von Taysen wurde auf dem Bornstedter Friedhof in Potsdam beigesetzt.
Auszeichnungen Roter Adlerorden IV. Klasse mit KroneKriegsministerium (Hrsg.): Rangliste der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps für 1914. Mittler & Sohn, Berlin 1914, S. 266. Preußisches Dienstauszeichnungskreuz Offizier des Ordens der Krone von Italien Offizier des Ordens von Oranien-Nassau Eisernes Kreuz (1914) II. und I. KlasseReichswehrministerium (Hrsg.): Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Mittler & Sohn, Berlin 1924, S. 110. Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern Pour le Mérite am 6. Januar 1918 Verwundetenabzeichen (1918) in Schwarz Ehrenkomtur des Oldenburgischen Haus- und Verdienstordens des Herzogs Peter Friedrich Ludwig mit Schwertern Friedrich-August-Kreuz I. Klasse Komtur des Hausordens vom Weißen Falken mit Schwertern Wilhelm-Ernst-Kriegskreuz mit Brillanten Komtur II. Klasse des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens mit Schwertern Reußisches Ehrenkreuz I. Klasse mit Schwertern Ehrenkreuz von Schwarzburg I. Klasse mit Schwertern Waldeckisches Verdienstkreuz III. Klasse Österreichisches Militärverdienstkreuz III. Klasse mit Kriegsdekoration
Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1917. Elfter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1916, S. 865. (Digitalisat) Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil B (Briefadel). 1939. Jg. 31, Justus Perthes, Gotha 1938, S. 608–609. Hanns Möller: Geschichte der Ritter des Ordens pour le mérite im Weltkrieg. Band II: M–Z. Verlag Bernard & Graefe, Berlin 1935, S. 401–403. Karl-Friedrich Hildebrand, Christian Zweng: Die Ritter des Ordens Pour le Mérite des I. Weltkriegs. Band 3: P–Z. Biblio Verlag, Bissendorf 2011, ISBN 3-7648-2586-3, S. 393–395.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Oberst (Preußen) Kategorie:General der Infanterie (Reichswehr) Kategorie:Befehlshaber im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Kommandeur des 9. (Preußisches) Infanterie-Regiments (Reichswehr) Kategorie:Militärschriftsteller Kategorie:Chefredakteur Kategorie:Absolvent der Preußischen Kriegsakademie Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 4. Klasse Kategorie:Träger des Ordens der Krone von Italien (Offizier) Kategorie:Träger des Ordens von Oranien-Nassau (Offizier) Kategorie:Ritter des Königlichen Hausordens von Hohenzollern Kategorie:Träger des Pour le Mérite (Militärorden) Kategorie:Träger des Österreichischen Militärverdienstkreuzes III. Klasse Kategorie:Träger des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens (Komtur II. Klasse) Kategorie:Träger des Ehrenkreuzes von Schwarzburg Kategorie:Träger des Hausordens vom Weißen Falken (Kommandeur) Kategorie:Komtur des Oldenburgischen Haus- und Verdienstordens des Herzogs Peter Friedrich Ludwig Kategorie:Träger des Reußischen Ehrenkreuzes Kategorie:Träger des Friedrich-August-Kreuzes Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1866 Kategorie:Gestorben 1940 Kategorie:Mann