mini|hochkant|Michael Lewicki (1858) Lithographie von Josef Anton Bauer, 1883 mini|hochkant|Kardinalswappen Michael Lewicki (polnisch: Michał Lewicki, ; auch Mihail Lewicki oder Mychajlo Levyckyj geschrieben; * 16. August 1774 in Lantschyn, Galizien; † 14. Januar 1858 in Uniw) war ein ukrainischer griechisch-katholischer Geistlicher. Er war von 1816 bis zu seinem Tod Erzbischof von Lemberg und damit Metropolit der griechisch-katholischen Kirche im Königreich Galizien und Lodomerien.
Biografie Lewicki wurde in der Region Pokutien geboren, die im Süden Galiziens, am Osthang der Waldkarpaten, zwischen der Bukowina und der Karpatenukraine liegt. Das Gebiet war mit der Ersten Polnischen Teilung 1772 unter die Herrschaft der Habsburgermonarchie gekommen. Sein Vater Stefan Lewicki war ebenfalls Priester der ukrainischen (bzw. zeitgenössisch „ruthenischen“) griechisch-katholischen Kirche. Die Familie entstammte dem niederen Adel und gehörte zur Wappengemeinschaft Rogala.
Nach dem Studium der Theologie und Philosophie in Lemberg und Wien wurde Lewicki 1798 zum Priester geweiht. Als Supplent lehrte er ab 1800 Pastoraltheologie an der Universität Lemberg, wo er später zum Professor ernannt wurde. 1808 wurde er in das Domkapitel der Erzeparchie Lemberg gewählt. Im Alter von 39 Jahren wurde er 1813 wurde er zum Bischof der Eparchie Przemyśl bestellt. Die Bischofsweihe erhielt er am 20. September desselben Jahres in der Sankt-Georgs-Kathedrale in Lemberg vom Metropoliten Antoni Angelowicz.
Im August 1815 wurde er als Nachfolger von Antoni Angelowicz zum Erzbischof von Lemberg und Metropoliten von Halytsch gewählt, am 8. März 1816 empfing er das Pallium als Zeichen der Bestätigung durch den Papst. Im Königreich Galizien und Lodomerien verfügte er als Lemberger Metropolit über eine Virilstimme im Galizischen Landtag. Seine Hirtenbriefe schrieb Lewicki in Kirchenslawisch oder Latein (Ukrainisch war als Schriftsprache noch nicht etabliert). Er förderte aber die Verwendung der ukrainischen Volkssprache in Predigt und Katechese und trug 1848 zur Gründung des Verlags Halickoruska Matica bei, der ukrainische Bücher verbreitete.
Seit 1846 war Lewicki oft krank und hielt sich meist im Kloster von Uniw (im Bezirk Złoczów, östlich von Lemberg) auf. Die Verwaltung der Erzdiözese übertrug er weitgehend dem jeweiligen Weihbischof (zunächst Hryhorij Jachymowytsch, ab 1850 Iwan Bochenskyj). Der Kaiser verlieh ihm im Juni 1848 zusätzlich den Titel des Primas von Galizien und Lodomerien, den zuvor der jeweilige Erzbischof von Lemberg der lateinischen Kirche innegehabt hatte. Dies war ein symbolisches Zugeständnis des Monarchen an die mehrheitlich griechisch-katholischen „Ruthenen“ (d. h. Ukrainer), welche die Bevölkerungsmehrheit in Galizien stellten, gegenüber den Polen, die überwiegend der lateinischen Kirche angehörten.
Im Konsistorium vom 16. Juni 1856 wurde er von Papst Pius IX. zum Kardinal kreiert. Aus gesundheitlichen Gründen konnte er nicht nach Rom reisen, um das Kardinalsbirett aus der Hand des Papstes entgegennehmen. Der Papst beauftragte einen apostolischen Delegaten, der ihn im Kloster aufsuchte und ihm die Insigne überbrachte.
Er starb im Kloster Uniw und wurde nach seinem Willen auch dort begraben.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Erzbischof von Lemberg (griechisch-katholisch) Kategorie:Griechisch-katholischer Bischof von Przemyśl Kategorie:Kardinal (19. Jahrhundert) Kategorie:Landtagsabgeordneter (Galizien) Kategorie:Person (Kaisertum Österreich) Kategorie:Geboren 1774 Kategorie:Gestorben 1858 Kategorie:Mann