Die Zalando SE mit Sitz in Berlin ist ein börsennotierter deutscher Online-Versandhändler für Schuhe, Kleidung, Kosmetik und Accessoires.

Das Unternehmen wurde 2008 von David Schneider und Robert Gentz gegründet und hat mehr als 62 Millionen aktive Kunden in 29 europäischen Märkten.

Zalando ist in mehreren Geschäftsfeldern tätig – vom Internet-Shop über Eigenmarken, stationären Outlets in sechzehn deutschen Städten, bis hin zu Logistik- und Marketing-Angeboten für Händler.

Geschichte Gründung

Zalando wurde 2008 von David Schneider und Robert Gentz in Berlin mit Investorenkapital der drei Samwer-Brüder gegründet. Kennengelernt hatten sich Schneider, Gentz und Oliver Samwer während ihres Studiums an der WHU – Otto Beisheim School of Management. Vorbild für Zalando war der US-amerikanische Versandhändler Zappos. Der Name leitet sich ebenfalls vom spanischen Wort für Schuhe, zapatos, sowie von Alando, einem früheren Unternehmen von Oliver Samwer, das 1999 von eBay übernommen wurde, ab. alt=Robert Gentz|mini|Robert Gentz, Mitgründer von Zalando 2009 erweiterte das Unternehmen sein Versandgebiet auf Österreich.Pressemeldung (PDF; 28 kB) von Zalando: Deutscher Online-Fashion Shop Zalando.de verschickt Schuhe und Handtaschen ab sofort versandkostenfrei nach Österreich. Abgerufen am 3. August 2012. Zur selben Zeit wurde das Angebot um die Bereiche Mode und Bekleidung ergänzt. Zalando begann, eigene Kollektionen und Labels im Markt anzubieten. Ende 2010 war das Unternehmen Marktführer für den Schuhversand über das Internet, schrieb allerdings 20 Millionen Euro Verlust. Seit Oktober 2011 liefert das Unternehmen auch in die Schweiz.Die Post schreit vor Glück. In: Berner Zeitung, 8. August 2012 (bernerzeitung.ch). Im Jahr 2011 machte das Unternehmen einen Umsatz von über 500 Millionen Euro; hierbei wurde ein Verlust von 60 Millionen Euro geschrieben. Aufmerksamkeit erhielt Zalando durch auffällige Fernsehwerbung. Die monatlichen Werbeausgaben lagen 2011 im zweistelligen Millionenbereich und wurden wegen hoher Verluste im Januar 2012 auf fünf Millionen Euro reduziert.

Von 2007 bis 2012 erhielt Zalando circa 3,3 Millionen Euro zur Wirtschaftsförderung strukturschwacher Regionen, außerdem 2010 1,6 Millionen Euro GRW-Mittel. Für 2013 habe Zalando weitere Fördergelder beantragt.

Seit 2012 gehört der Outlet Store Berlin zum Unternehmen.Zalando Outlet Store Berlin in Kreuzberg. In: www.berlin.de, 9. Mai 2012. Abgerufen am 31. März 2017. Im Juli 2012 wurde bekannt, dass das Unternehmen einen Teil der Software-Entwicklung am Standort in Dortmund bündelt. Neben den Lagerstandorten Großbeeren, wo im Juli 2012 1000 Arbeitnehmer tätig waren, und Brieselang, wo 900 Beschäftigte im Juni 2012 arbeiteten, steht in Erfurt eine weitere Lagerhalle, in der 350 Beschäftigte im August 2012 tätig waren. Im Herbst 2012 wurde mit dem Bau eines Logistikzentrums in Mönchengladbach begonnen. Der Verlust lag 2012 bei 92 Millionen Euro. Die Retourenquote sollte bei ungefähr 50 % liegen.

Aktiengesellschaft

mini|hochkant|Wandmalerei mit Cara Delevingne als Werbung für Zalando und Topshop in Köln, 2015 Im Dezember 2013 wurde das Unternehmen von einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) in eine Aktiengesellschaft (AG) umgewandelt.Amtsgericht Charlottenburg, Aktenzeichen: HRB 154823 B. Neueintragung vom 12. Dezember 2013 mit Bekanntmachung am 13. Dezember 2013.

Im Geschäftsjahr 2013 erzielte Zalando einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro. Im Frühjahr 2014 gab Zalando bekannt, sich in eine europäische Aktiengesellschaft (SE) umzufirmieren, um im europäischen Geschäftsverkehr einheitlich auftreten zu können. Seit Oktober 2014 ist Zalando an der Börse; durch den Börsengang konnten 605 Millionen Euro eingenommen werden.

Der Premium-Shop EMEZA sowie der Eigenmarken-Shop KIOMI wurden 2013 eingestellt. Im April 2015 eröffnete das Unternehmen einen zusätzlichen Technologie-Standort in Dublin (Irland). Ein weiterer Technologie-Standort wurde im Spätsommer 2015 in Helsinki, Finnland eröffnet. 2015 gab der Unternehmensvorstand David Schneider bekannt, dass Zalando die insolvente Berliner Leitmesse für Urban Streetwear Bread & Butter übernimmt.Zalando kauft Berliner Modemesse Bread & Butter. Berliner Zeitung, 8. Juni 2015. Im Juli 2015 fand die Messe in bisheriger Form im Flughafen Tempelhof statt; ab 2017 wurde sie als „Modefestival“ für ein breiteres Publikum geöffnet, 2018 jedoch eingestellt. Im November 2015 stellte Zalando seine Pläne für den Neubau eines Komplexes mit dem Namen „Zalando Campus“ in Berlin-Friedrichshain vor. Der aus zwei siebenstöckigen Gebäuden bestehende Campus soll auf dem Mediaspree-Areal neben der Mercedes-Benz Arena entstehen und 42.000 Quadratmeter Fläche sowie Platz für 5000 Mitarbeiter bieten. Die Kosten sind mit etwa 140 Millionen Euro veranschlagt, der Entwurf stammt von HENN. Im April 2017 kündigte Zalando an, auf der Cuvrybrache in Berlin-Kreuzberg weitere 34.000 Quadratmeter Bürofläche anzumieten.

mini|hochkant|Anmietung des Stream Tower, 2022 Anfang Juni 2018 gab Zalando seinen Marktantritt in Irland und Tschechien bekannt. 2018 startete Zalando mit dem Onlineverkauf von Kosmetikartikeln. Diese sollten zunächst in Deutschland verkauft werden und bei Erfolg auch in anderen Ländern. Ende Juli 2018 eröffnete Zalando in Berlin sein erstes Ladengeschäft für Kosmetikartikel mit dem Namen Beauty Station. Im Dezember 2019 kündigte Zalando den Verkauf des Streetwear-Händlers Kickz Never Not Ballin an, welcher erst zwei Jahre zuvor übernommen wurde. Der Verkauf an die Münchner Play Hard Group wurde im März 2020 abgeschlossen.

Nach Ausbruch der COVID-19-Pandemie in Deutschland gab Zalando im April 2020 ein Sparprogramm über 350 Millionen Euro bekannt. Im April 2020 startete Zalando auch eine Partnerschaft mit Unibail-Rodamco-Westfield Germany, einem Betreiber von Einkaufszentren, um dessen Händlern Zugang zu seinen Online-Diensten zu ermöglichen. Ebenfalls im Jahr 2020 übernahm Zalando das ETH-Spinoff Fision und stieg, zunächst in Deutschland und Spanien, in den Second-Hand-Modemarkt ein. Am Jahresende kündigte Rubin Ritter, einer der drei Geschäftsführer, an, sich aus dem Unternehmen zurückzuziehen. 2021 wurde bekannt, dass sich Zalando im Prime Tower in Zürich einmieten will. Zalando profitierte von den Lockdowns im stationären Handel und konnte seinen Umsatz deutlich steigern. Seit dem 20. September 2021 ist Zalando im Aktienindex DAX.

Von 2018 bis 2022 betrieb das Unternehmen einen Marktplatz für gebrauchte Kleidung namens Zalando Zircle (vormals Zalando Wardrobe). Anfang 2023 begann Zalando, über die Onlineshops in Deutschland, Österreich und den Niederlanden auch Spielzeug anzubieten. In diesem Jahr gab es erstmals einen Rückgang der Zahl der Kunden.

Am 11. Dezember 2024 gab Zalando bekannt, About You zu 100 % übernehmen zu wollen. Dazu hat Zalando mit den Hauptaktionären von About You verbindliche Vereinbarungen zum Kauf ihrer Aktien, die rund 73 Prozent des Grundkapitals repräsentieren, abgeschlossen. Der Kaufpreis soll bei mehr als einer Milliarde Euro liegen. Ab dem 7. Januar 2025 verkürzt Zalando in den wesentlichen Kernmärkten die Retourenfrist von 100 auf 30 Tage. Das Unternehmen begründet dies damit, die Warenverfügbarkeit zu optimieren und das Produktsortiment zu erweitern.

Nach der Übernahme von About You im Jahr 2025 kündigt Zalando an, das Logistikzentrum in Erfurt mit 2.700 Mitarbeitern Ende September 2026 zu schließen. Am 9. Juli 2026 wurde bekannt, dass ein millionenschwerer Sozialplan für die betroffenen 2.100 Beschäftigten vereinbart wurde. Dieser regelt insbesondere Abfindungen, während die Finanzierung einer Transfergesellschaft von Zalando verweigert wurde. Mittlerweile wurden befristete Arbeitsverträge nicht mehr verlängert. Trotz Protesten von Betriebsrat, Gewerkschaften und Belegschaft hielt das Unternehmen an seiner Entscheidung fest, den Standort Erfurt vollständig zu schließen.

Am 20. Juli 2026 berichtete das Handelsblatt, dass Zalando den Stellenabbau an seinem Berliner Hauptsitz fortsetzt. Demnach sollen dort rund 200 Arbeitsplätze wegfallen. Zugleich kündigte Zalando einen neuen rumänischen Standort in Bukarest an, der bis Ende 2026 eröffnet werden und bis zum ersten Quartal 2027 zunächst 60 Arbeitsplätze schaffen soll. Nach Unternehmensangaben ist langfristig vorgesehen, bestimmte Positionen und Prozesse nach Bukarest zu verlagern.

Unternehmensstruktur mini|Sitz der Zalando SE in Berlin Zu dem Unternehmen gehören auch die 2010 gegründete Zalando Lounge (ein Shoppingclub) sowie die unter dem Tochterunternehmen MyBrands Zalando Verwaltungs GmbH geführten mit MyBrands Zalando bezeichneten Bereiche eLogistics, eServices, eStudios und eProductions. Zudem wurde die zLabels GmbH gegründet, unter deren Namen eigene Marken vertrieben werden, jedoch mittlerweile wieder aufgelöst wurde.

Anteilseigner (historisch) 2012 hielten Rocket Internet 38 %, Kinnevik 26 %, Mail.Ru Group 9 %, JP Morgan Asset Management 1,3 % und Quadrant Capital Advisors 0,9 % der Anteile an Zalando. Rocket Internet, Holtzbrinck und Tengelmann verfügten zusammen über 56 % der Anteile des Unternehmens. Außerdem hielten die Kinnevik-Tochter Emesco AB und das Management Anteile am Unternehmen.

Im August 2013 wandelten die Rocket-Internet-Gesellschafter Kinnevik und European Founders Fund ihre indirekten Beteiligungen an Zalando in eine direkte Beteiligung um. Gleichzeitig beteiligte sich der dänische Unternehmer Anders Holch Povlsen, Eigner der Modekette Bestseller an Zalando. Die Beteiligung der einzelnen Investoren am Unternehmen änderte sich im Laufe der Jahre und setzte sich zu dem Zeitpunkt wie folgt zusammen: Kinnevik: 37 %, European Founders Fund (Rocket Internet): 18 %, Anders Holch Povlsen (Bestseller): 10 %, verschiedene Fonds insgesamt 35 %.

Anfang September 2014 erklärte Vorstandsmitglied Rubin Ritter, dass das Unternehmen einen Börsengang anstrebe. Der Handelsstart wurde für Oktober 2014 angekündigt. Der Ausgabepreis wurde auf 21,50 Euro festgelegt, womit sich ein Emissionsvolumen von 605 Millionen Euro ergab.

Aktionäre (Stand: November 2024)

Anders Holch Povlsen (Bestseller) – ca. 10,1 % eigene Aktien – ca. 1,2 % Streubesitz – ca. 88,7 %

Umsatz mini|Europäische Länder, in denen die Marke Zalando Umsatz erwirtschaftet (ohne Ableger, Stand 2026)

Geschäftsjahr Umsatz in Mrd. Euro Umsatz-wachstum 2010 0,15 2011 0,51 240 % 2012 1,15 125 % 2013 1,80 56 % 2014 2,20 26 % 2015 2,96 34 % 2016 3,64 23 %20174,4923 %20185,4020 %20196,4820 %20207,9823 %202110,3529 %202210,34 −0,1 %202310,14 −1,9 %202410,57 4,2 %202512,35 16,8 %

Der Umsatz über den Schweizer Onlineshop zalando.ch wurde im Jahr 2022 auf 1,75 Mrd. Schweizer Franken geschätzt, womit dieser nach wie vor der umsatzstärkste Onlineshop der Schweiz ist.

Logistikstandorte

Das Unternehmen betreibt in Deutschland vier eigene Logistikstandorte. Außerdem nutzt Zalando den externen Logistikdienstleister DocData mit einem Logistikzentrum im brandenburgischen Großbeeren. Im Frühjahr 2016 wurde bekannt gegeben, dass Zalando für die Eigenmarken des Tochterunternehmens zLabels GmbH einen weiteren Logistikstandort im niedersächsischen Peine plant. Der neue Standort dient der Zwischenlagerung für die Eigenmarken und wird vom bereits ansässigen Fashion-Logistikspezialisten Meyer & Meyer betrieben.

Ort Start Fläche Brieselang 2011 25.000 m² Erfurt 2012 125.000 m² Mönchengladbach 2013 125.000 m² Lahr/Schwarzwald 2016 130.000 m² Peine 2016 30.000 m² Im Dezember 2015 eröffnete Zalando in Stradella, Italien, sein erstes internationales Logistikzentrum. Weitere Logistikzentren eröffnete das Unternehmen 2017 in Moissy-Cramayel, Frankreich, und Gryfino, Polen. Im Januar 2020 eröffnete Zalando ein weiteres Logistikzentrum in Nogarole Rocca, südlich von Verona. Der Standort Erfurt soll Ende September 2026 geschlossen werden. Betriebsrat